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  • 21.08.2015 · 16:59

  • von Dieter Rencken & Roman Wittemeier

Lotus in argen Problemen: Gerichtsvollzieher macht Druck

Weitere Probleme im Lager von Lotus: Gerichtsvollzieher will Teamausrüstung in Belgien an die Kette legen - Hintergrund sind Streitigkeiten mit Charles Pic

(Motorsport-Total.com) - Federico Gastaldi hatte es geahnt. Vor dem Start in das Formel-1-Rennwochenende in Spa-Francorchamps hatte der stellvertretende Teamchef von Lotus gesagt, dass in Belgien "das Gerede weitergehen" werden. Damit meinte der Argentinier keine sportlichen Einschätzungen oder Gerüchte um den Verkauf des Teams Renault, sondern die finanzielle Gesamtlage der Mannschaft aus Enstone. Und siehe da: In Spa-Francorchamps stattete der Gerichtsvollzieher dem Team einen Besuch ab.

Pastor Maldonado

Trotz Streitigkeiten: Lotus rollte am Freitag ganz normal aus der Garage Zoom

Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' ist der Hintergrund eine Vertragsstreitigkeit mit Charles Pic. Der Franzose war bis 2014 dritter Fahrer bei Lotus. Aus Sicht des Franzosen ist die Mannschaft ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen, während er jedoch die versprochenen Sponsorengelder nach Enstone überwiesen hat. Pic zog vor einigen Monaten vor Gericht. Die Justiz scheint den Ex-Grand-Prix-Piloten im Recht zu sehen. Nicht ohne Grund wurde der Gerichtsvollzieher aktiv.

Ans Tageslicht kam der neueste Vorfall aufgrund einer Mitteilung der FIA. In Dokument 10 der FIA-Kommissare in Belgien wird umständlich erklärt, warum Lotus-Mitarbeiter nach Beginn der Sperrstunde um 23.00 Uhr am Donnerstag noch in der Garage waren, nun aber ohne Bruch der Regeln und Nutzung des zweiten und letzten Jokers davonkommen. In dem Dokument heißt es, dass Teammanager, Teamdirektor und Teamkoordinator der Mannschaft in der Nacht in der Box angetroffen wurden.

Antreten bei den Stewards: Autos wurden bewacht

Federico Gastaldi und seine Kollegen mussten sich daraufhin vor den Stewards erklären. Sie ließen dort wissen, dass sie keinesfalls technische Arbeiten an den Fahrzeugen vorgenommen hätten, sondern "die Autos bewachen" wollten. Man hatte offenbar große Angst, dass der Gerichtsvollzieher einige Equipment sofort beschlagnahmen und das Rennwochenende somit für Lotus frühzeitig beendet sein könnte. Soweit ist es (noch) nicht gekommen.

"Es hängt mit einem früheren dritten Fahrer zusammen, der eine juristische Auseinandersetzung führt. Er ist vor Gericht gezogen. Das läuft schon länger. Die Anwälte klären das", sagt Gastaldi auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'. "Unser Teilhaber und unsere Anwälte versuchen eine schnelle Lösung zu finden. Sie sprechen mit Charles Pic. Wir wollen es an diesem Wochenende aus der Welt räumen", meint der Italiener. Das Problem: Selbst wenn Lotus in Spa fährt, darf das Team belgischen Boden nicht verlassen.


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Nicht nur Charles Pic fordert auf juristischem Weg sein Recht ein. Auch ein belgischer Zulieferer von Lotus hatte bis Donnerstag um ausstehende Zahlungen gekämpft, dabei auch einen Titel erlangt. "Das ist aber aus der Welt geschafft", sagt Gastaldi. Der Argentinier steht derzeit recht allein in der harten Formel-1-Brandung. Von Teamchef Gerard Lopez und den Teilhabern Eric Lux und Andrew Ruhan ist nichts zu sehen.

"Gerard ist Teamchef, aber er hat eine andere Agenda. Alle fragen natürlich, wo er ist. Aber mal im Ernst: Bei wie vielen Rennen in den vergangenen fünf Jahren war er überhaupt zugegen?", stellt sich Gastaldi vor seinen Chef. Wie knifflig die finanzielle Situation bei Lotus ist, wurde bereits Anfang des Jahres deutlich, als man einen Vorschuss auf FOM-Gelder beantragte und bekam. Nun kämpft Lotus offenbar darum, die ursprünglich vereinbarten Rückzahlungen aufzuschieben.

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