powered by Motorsport.com
  • 01.07.2015 08:10

  • von Roman Wittemeier

Lewis Hamilton: Wer braucht schon Boxenfunk?

Eingeschränkte Kommunikation zwischen Ingenieur und Formel-1-Fahrer in der Kritik - Lewis Hamilton hält Regeln für Unsinn: "Würde ohne Information genauso fahren"

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 wird aktuell nur "verschlimmbessert". Das meint jedenfalls Weltmeister Lewis Hamilton. Als Beispiel nennt der britische Mercedes-Star die veränderten Regeln bezüglich des Boxenfunks. Die Renningenieure dürfen ihre Piloten seit einigen Rennen nur noch mit den allerwichtigsten Informationen versorgen. Dies war eine Reaktion auf die Tatsache, dass die Formel-1-Fahrer ferngesteuert erscheinen und der gesamte Zirkus samt seiner Technologie zu kompliziert sei.

Titel-Bild zur News: Lewis Hamilton

Mercedes-Star Lewis Hamilton hat mit dem "halben Funk" seine Probleme Zoom

"Wir bekommen weniger Informationen als vor einigen Jahren. Bereits vor langer Zeit gab es viel mehr Kommunikation", sagt Hamilton und widerspricht damit der weit verbreiteten Ansicht, die intensiven Hinweise von Box zu Fahrer seien erst mit Einführung der neuen Turbo-Hybridantriebe entstanden. "Die Leute suchen sich immer irgendetwas aus, was schlecht ist. Nur, weil sie mit irgendetwas nicht zufrieden sind", vermutet der Formel-1-Champion blinden Aktionismus.

"Was würde ich wohl tun, wenn man mir keine Informationen bezüglich der Reifen mehr geben würde? Ich würde genauso weiter fahren", schildert Hamilton. "Wenn man nichts über Spritverbrauch sagen würde, dann würden vielleicht weniger Autos die Ziellinie erreichen. Wenn das aufregend sein soll, dann lasst es uns machen", ätzt der Mercedes-Pilot. Aus Sicht des Briten sollte es entweder gar keinen Funk mehr geben, oder aber eine komplette Freiheit in der Kommunikation.

"Wie die Pirelli-Reifen heutzutage sind, kann man sie ohne Informationen von außen nicht optimal über einen Stint bringen. Die Veränderungen im Pneu passieren subtil. Wenn die Temperaturen nicht ganz passen, dann braucht man eigentlich Hinweise. Man spürt ja auch nicht, wie viel Benzin man gerade verbraucht. Man will immer Vollgas fahren, benötigt diesbezüglich aber eine gewisse Anleitung", beschreibt Hamilton den Mangel an Informationen im Cockpit.