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Leimer: "Formel 1 wäre schon noch der große Traum"

Fabio Leimer wird am Dienstag in einem Lotus des Jahrgangs 2012 für Pirelli Reifen testen - Die Formel 1 ist immer noch das Ziel des GP2-Champions

(Motorsport-Total.com) - Für den amtierenden GP2-Champion Fabio Leimer, der mittlerweile in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) aktiv ist, steht momentan eigentlich die Vorbereitung auf die 24 Stunden von Le Mans auf dem Programm. Doch diese muss der Schweizer in der kommenden Woche aus einem für ihn höchst erfreulichen Anlass unterbrechen. Am Dienstag wird Leimer in Le Castellet mit einem Lotus E20 aus dem Jahr 2012 einen Tag lang für Pirelli Reifen testen.

Fabio Leimer

Fabio Leimer holt sich am Dienstag seinen Preis für den GP2-Titel ab Zoom

"Das war der Preis für den Gewinn der GP2, ein Test mit Pirelli in der Formel 1", erklärt Leimer im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Ich habe immer wieder nachgefragt, wie es aussieht, und jetzt haben sie bestätigt, dass ich mit Lotus zusammen nach Le Castellet gehen kann. Dort werde ich mit Pirelli Reifentests machen." Viel mehr weiß der Schweizer über den Ablauf aber noch nicht. "Ich muss am Montag hin und den Sitz machen, und Dienstag habe ich den Test. Dann weiß ich mehr", sagt er.

Somit bekommt Leimer zum zweiten Mal in seiner Karriere die Gelegenheit, ein Formel-1-Auto zu fahren. Sein Debüt hatte er 2011 beim Young-Driver-Test in Abu Dhabi für Sauber gegeben. "Es wird sicherlich etwas Spezielles sein, wieder ein paar Kilometer mit dem Formel-1-Auto zu fahren und Erfahrungen zu sammeln", sagt Leimer. "Für die Zukunft werde ich sicherlich viel lernen. Aber ob es für die Formel 1 2015 etwas bringt, denke ich nicht", schränkt er allerdings ein. "Es ist immer noch ein Preis und nicht so, dass Lotus mich angerufen hat und gesagt hat: Wir wollen dich jetzt testen."

Gespräche mit Sauber verliefen im Sande

"Ich denke, dass es für mich persönlich sehr gut sein wird, aber mit Blick auf eine Zukunft in der Formel 1 wird der Test nicht wirklich sehr viel helfen", sagt Leimer. Dennoch will er sich bestmöglich in Szene setzen. "Man kann es nie wissen. Am Ende bin ich sehr schnell und kann auf mich aufmerksam machen, dann sieht es wieder anders aus. Ich versuche, das Beste rauszuholen, und dann sehen wir weiter."


Fotostrecke: Die Formel-1-Aufsteiger der GP2

Denn das große Ziel des 25-Jährigen ist immer noch die Formel 1. "Aber man sieht momentan, dass es sehr schwierig ist, reinzukommen", sagt Leimer. Selbst der Meistertitel in der GP2, der in früheren Jahren gleichbedeutend mit einem Ticket für die Königsklasse war, half Leimer nicht in die Formel 1. Entsprechende Gespräche verliefen im Sande.

"Wir waren mit Sauber in Kontakt. Am Schluss haben sie sich für die anderen beiden entschieden, was für mich sehr enttäuschend war", sagt Leimer. "Ein Schweizer Fahrer in einem Schweizer Team wäre sicherlich auch in der Schweiz sehr interessant gewesen, um Sponsoren zu finden. Die Hauptsponsoren in der Formel 1 sind eigentlich fast immer Firmen aus der Schweiz."

Zukunft in der LMP1 vorstellbar

"Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein." Fabio Leimer über den Formel-1-Einstieg

Auch sein GP2-Teamchef Alfonso de Orleans-Borbon konnte ihm dabei nicht helfen. Dem Spanier wurde nachgesagt, er wolle seinen Schützling Leimer mit Hilfe des spanischen Mineralölkonzerns Repsol in der Formel 1 unterbringen. Von diesen Gerüchten hat auch Leimer gehört, möchte sie aber nicht kommentieren. "Das hat er vielleicht mit meinen Manager besprochen", sagt er. "Auch ein Alonso kann nicht mit dem Finger schnippen. Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, und das war ich 2014 nicht, weil die Teams voll waren und auf Paydriver angewiesen sind."

So musste sich der Schweizer anderweitig orientieren und ging in die WEC, wo er für das Schweizer Team Rebellion in der LMP1-Klasse fährt. "Die LMP1 wird jedes Jahr stärker. Die Autos sind sehr, sehr schnell und genau wie ein Formelauto zu fahren. Daher kann ich mir eine Zukunft in der LMP1 vorstellen", sagt Leimer. "Aber die Formel 1 wäre schon noch der große Traum. Ich denke, man kann es noch ein oder zwei Jahre probieren. Dann kann man sagen: Wir haben es probiert, leider hat es nicht geklappt."