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  • 22.09.2001 · 13:08

Lauda: Alle sollten fahren - Bedenken "Schwachsinn"

Jaguar-Teamchef Niki Lauda über den US-Grand-Prix und das "Kasperlthearter" vor dem Monza-Start

(Motorsport-Total.com/sid) - Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda hat sämtliche Piloten zu einer Teilnahme am Großen Preis der USA in Indianapolis am 30. September aufgefordert und zugleich Bedenken an der Sicherheit als "groben Schwachsinn" bezeichnet. In der Welt am Sonntag lobte der Jaguar-Teamchef zudem das "Verantwortungsgefühl" der Fahrer in Monza und bezeichnete das starrköpfige Verhalten von Benetton-Teamchef Flavio Briatore als "Kasperltheater". "Es gibt Verträge mit dem Veranstalter, Verträge mit der FIA und Verträge der Teams mit ihren Fahrern. Solange sich nicht alle Beteiligten darüber einig sind, das Rennen abzusagen, gibt es aus meiner Sicht keine Möglichkeit, diese Verträge nur von einer Seite auszusetzen. In Indianapolis sollten also alle Piloten fahren, auch Michael Schumacher", sagte Lauda in seiner am Sonntag erscheinenden Kolumne.

Niki Lauda (Jaguar Racing)

Niki Lauda will, dass alle Fahrer in Indy an den Start gehen

Zwar müsse man jedem Fahrer, "und damit auch dem viermaligen Weltmeister", einen persönlichen und emotionalen Standpunkt zubilligen, sagte Lauda. "Das Problem ist nur: Es gibt andere gewichtige Standpunkte." Der Österreicher forderte deshalb alle Beteiligten auf, eine Entscheidung nicht aus emotionaler Sicht zu treffen, sondern die Faktenlage zu berücksichtigen. "Erstens: Das Sicherheitsrisiko in die USA ist sehr gering. Zweitens: Der US-Veranstalter besteht selbst darauf, das Rennen auszutragen. Drittens: Die FIA als oberster Gesetzgeber im internationalen Automobilsport hat ebenfalls von einer Absage Abstand genommen", zählte Lauda auf.

Wer sich gegen die Faktenlage stelle, begebe sich auf einen Kollisionskurs mit dem System, von dem er und alle anderen bisher in großem Maße profitiert hätten, erläuterte Lauda. Alle hätten sich verpflichtet, die Verträge einzuhalten, und diese könne man nur gemeinsam annullieren, so der Jaguar-Teamchef. Sicherheitsbedenken gebe es laut Lauda beim vorletzten WM-Lauf nicht: "Wenn jemand irgendwelche Zweifel anmeldet, halte ich das für groben Schwachsinn."

Die Aktion von Michael Schumacher, die Fahrer in Monza dazu zu bewegen, in den ersten beiden Kurven nicht zu überholen, bezeichnete Lauda als "bemerkenswert" und lobte: "Hier zeigten die Fahrer ihr Verantwortungsbewusstsein." Als jedoch Jacques Villeneuve (Kanada) und Enrique Bernoldi (Brasilien) aus der Koalition ausscherten und Briatore gar ankündigte, seine Piloten zu entlassen, "wurde die Sache zu einem Kasperltheater mit gefährlichem Hintergrund".

Von Briatore hätte Lauda "mehr Fingerspitzengefühl" erwartet. "Die Formel 1", sagte der Österreicher, "konnte und kann sich nach den Terroranschlägen keine blutigen Schlagzeilen leisten." Zugleich regte Lauda eine neue Diskussion über die Sicherheit auf der Strecke in der "Königsklasse" an. Gerade der schwere Unfall des Italieners Alex Zanardi, der bei der Cart-Premiere auf dem EuroSpeedway Lausitz beide Beine verlor, "muss jeden, der in der Formel 1 arbeitet, nachdenklich stimmen".

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