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Klien: "Hamilton wird sich nicht ändern"

Warum Christian Klien glaubt, dass Hamilton auch nach den Ohrfeigen der letzten zwei Rennen nicht ruhiger wird und wieso Button in der Schlussphase so schnell war

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton musste bei den vergangenen zwei Grand Prix viel Kritik einstecken. In Monaco und in Kanada präsentierte sich der Brite äußerst aggressiv und ungeduldig und ließ durch übermotivierte Manöver einige WM-Punkte im Titelkampf liegen. Eine Herangehensweise, die man vom Briten bereits kennt. An der Cote d'Azur warfen ihn Strafen zurück, auf der Ile de Notre Dame kollidierte er gar mit seinem Teamkollegen. Wird er jetzt aus seinen Fehlern lernen?

Christian Klien

Klien glaubt nicht daran, dass Hamilton seine Herangehensweise ändern wird

"Auch wenn er von den Stewards jetzt Strafen bekommen hat, wird er sich nicht ändern", glaubt Christian Klien gegenüber 'ServusTV'. "Es kam in den letzten Rennen relativ viel zusammen, er hatte viele kleine Unfälle. Er ist ein Pilot, der sehr aggressiv fährt, ein Vollblut-Racer. Er überholt zum Teil sehr riskant und es kann dazu führen, dass dadurch Fehler entstehen."

Kliens Erklärung für Buttons Speed

Der Österreicher ist aber der Ansicht, dass es sich dabei um einen grundsätzlichen Charakterzug Hamiltons handelt: "Er wird immer dieser Racer bleiben." Auch wenn er sich dies teils zu seinem Nachteil auswirkt, ist Hamilton laut Klien ein absoluter Gewinn für die Formel 1: "Die Typen braucht es, viele Rennen werden dadurch sehr spannend."

"Kann gut sein, dass Button sein Auto mehr auf das Trockene ausgelegt hatte." Christian Klien

Hamiltons Teamkollege Jenson Button ist hingegen ein ganz anderer Typ. Der Weltmeister 2009 erweist sich als besonnener Pilot, der mit Hirn fährt, der Hamilton in Sachen Grundspeed aber nicht immer das Wasser reichen kann. Klien glaubt hat eine Theorie, wieso Button in der Endphase des Rennens auf auftrocknender Strecke mit Abstand der schnellste Mann war: "Er ist relativ einfach an Schumacher und Webber vorbeigekommen und man hat gesehen, dass sein Auto eine bis eineinhalb Sekunden schneller fahren kann. Kann gut sein, dass er sein Auto mehr auf das Trockene ausgelegt hatte."

Für Klien selbst war es ein hartes Wochenende. Der Vorarlberger kam bei seinem Aston-Martin-Team in Le Mans nicht zum Fahren, weil sein Auto gleich nach dem Start mit Defekt ausschied. Doppelt bitter ist, dass er sich davor gegen ein Peugeot-Engagement in Le Mans und für die Formel 1 entschieden hatte, wo er allerdings nicht berücksichtigt wurde.

Warum es in der Formel 1 für Klien nicht klappt

Inzwischen ist er auch bezüglich anderer Rennserien offener: "Die Formel 1 ist die Königsklasse im Motorsport, klar das man dort am liebsten fahren möchte. Es ist sehr schwierig geworden dort in den letzten Jahren, wenn es eine Möglichkeit gibt, sehr gerne. Ansonsten machen die Sportwagen auch richtig viel Spaß."

"Ansonsten machen die Sportwagen auch richtig viel Spaß." Christian Klien

Sein Scheitern, in der Formel 1 ein Cockpit zu bekommen, führt er auf den Abschied einiger Hersteller zurück: "Die meisten Teams sind heute Privatteams, wo natürlich das ganze Budget über Sponsoren finanziert werden muss. Da sind mehr oder weniger auch die Fahrer gefragt, einen Beitrag an Sponsoren mitzubringen, dann tut mach sich leichter ein Cockpit zu bekommen."