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  • 23.08.2016 · 11:32

  • von Dominik Sharaf

Kai Ebel: Mick Schumacher "nicht zu sehr unter Druck setzen"

Der TV-Reporter sieht in Max Verstappen den kommenden Superstar der Formel 1, traut aber auch Michael Schumachers Sohn eine große Motorsport-Karriere zu

(Motorsport-Total.com) - TV-Reporter Kai Ebel warnt davor, Mick Schumacher zu stark unter Druck zu setzen. Der Sohn des Formel-1-Rekordweltmeisters Michael hätte Fußstapfen zu füllen, die bisher zu groß für jeden Piloten gewesen wären, sagt er im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. Dennoch traut Ebel es dem 17-Jährigen zu, eines Tages erfolgreich zu sein. Denn einen Schumacher wird sich nur ein Topteam angeln können: "Sein Vorteil ist: Wenn er in die Formel 1 kommt, wird er über ein gutes Auto verfügen und die Chance haben, vorne mitzufahren."

Mick Schumacher

Mick Schumacher kam zum ersten Mal ins Paddock und war sofort in aller Munde Zoom

Ebel bezeichnet Schumacher jun. als großes Talent sowie als intelligenten Motorsportler. Dennoch sieht er den Superstar der Zukunft bei Red Bull: "Man darf nicht den Fehler machen, Mick mit Max Verstappen zu vergleichen, der mit 17 Jahren ohne Führerschein in die Formel 1 eingestiegen ist", sagt Ebel. Verstappen sei eine Ausnahmeerscheinung und ein Jahrhunderttalent, auch dank der PlayStation.

Schließlich zockte der kleine Max als Dreikäsehoch oft stundenlang mit Vater Jos - früher ebenfalls Formel-1-Rennfahrer und Teamkollege von Michael Schumacher - an der Spielekonsole. Zog der Filius den Kürzeren, flog der Controller. Aber der Ehrgeiz war geweckt. Ebel meint: "Ohne Simulation ist es heute nicht mehr möglich, in die Formel 1 zu kommen. Dafür ist alles zu technisch."

Lenkräder mit einem Dutzend mehrfach belegten Knöpfen und Schaltern erfordern Grips, wenn sie bei 300 km/h und auf Anweisung der Ingenieure zu bedienen sind. Im Vorteil ist, wer in der virtuellen Welt sämtliche Szenarien durchgespielt hat: "Es geht viel mehr um Kopfarbeit. Die mentale und geistige Vorbereitung ist wichtiger", weiß auch Kai Ebel und fügt an, dass Multitasking längst zum Repertoire eines Formel-1-Stars gehören müsste: "Wie sonst könnte man sich darauf einstellen und Dinge automatisieren, wenn man eine Strecke nicht im entsprechenden Auto gefahren ist?"