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Helmut Marko: Mercedes-Siege mit Red Bull noch wertvoller

Warum Mercedes als Motorenhersteller Red Bulls erste Wahl ist und welche Bedenken Toto Wolff gegen eine solche Zusammenarbeit hat

(Motorsport-Total.com) - Eine der heißesten Spekulationen der abgelaufenen Formel-1-Sommerpause 2015 ist, dass Red Bull schon bald mit Mercedes-Motoren an den Start gehen könnte. Derartige Gerüchte waren erstmals Anfang Juli aufgekommen - damals noch mit dem Gedankenspiel, dass der Mercedes-Antrieb im Red-Bull-Heck unter der Marke Aston Martin laufen könnte. Der Daimler-Konzern hält bekanntlich fünf Prozent der Anteile an Aston Martin.

Niki Lauda, Helmut Marko

Red Bulls Helmut Marko im Gespräch mit Mercedes-Boss Niki Lauda Zoom

Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko befeuert die Mercedes-Gerüchte in der 'Bild'-Zeitung, schließlich hält er die Antriebseinheiten aus Brixworth für die besten in der Formel 1. Und er sagt: "Natürlich holen sie sich mit uns einen starken Konkurrenten. Aber es würde erstens immer noch ein Mercedes auch mit Red Bull gewinnen. Zweitens, ihre Siege würden noch wertvoller werden, wenn sie uns schlagen, und drittens, die Formel 1 wäre sofort wieder viel spannender."

Bei Mercedes ist man diesbezüglich offenbar noch gespalten: "In meiner Brust schlagen zwei Herzen", gesteht Sportchef Toto Wolff. "Natürlich wäre es zu überlegen, mit einer so jungen Marke wie Red Bull, die hip ist, eine Kooperation einzugehen. Auf der anderen Seite müssen wir uns aber auch ganz genau überlegen, ob es sinnvoll ist, einen unserer Hauptkonkurrenten so auszustatten, dass er uns richtig gefährlich werden kann."

Dass sich Red Bull nach Vertragsablauf mit Renault Ende 2016 einen neuen Partner suchen muss, gilt als fast sicher. Denn alles deutet darauf hin, dass Renault Lotus übernehmen und werksseitig in die Formel 1 zurückkehren wird, und dann wäre Red Bull plötzlich nicht mehr das wichtigste Pferd im Stall. Und wenn man schon nicht mehr Premiumteam sein kann, dann möchte man zumindest den besten Antrieb haben - und den hat derzeit nun mal nicht Ferrari, sondern Mercedes.

Honda ist wegen der Exklusivpartnerschaft mit McLaren und wegen der dramatischen technischen Probleme derzeit kein Thema, und bis der Volkswagen-Konzern tatsächlich eine seiner Marken in die Formel 1 schickt (Audi?), können noch viele Jahre vergehen. Die bisher letzten Verhandlungen zwischen Volkswagen und Red Bull im vergangenen Winter sind bekanntlich ergebnislos verlaufen - auch wenn sie diesmal konkreter waren als je zuvor.


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Bleibt Mercedes. Wolff ist von der Idee, einen der schärfsten Konkurrenten zu stärken, grundsätzlich nicht begeistert. Und auch zwischen ihm und Dietrich Mateschitz wäre wohl noch eine Altlast aus der Welt zu schaffen - Mateschitz hat seinem Landsmann den berühmten "Brausehersteller"-Kommentar nie verziehen. Aber: "Wir dürfen, wenn man langfristig denkt, dieses Thema nicht vom Tisch wischen und müssen das Pro und Contra diskutieren", sagt Wolff.

Formel-1-Experte Marc Surer würde eine Zusammenarbeit zwischen Red Bull und Mercedes jedenfalls "interessant" finden: "Man sieht derzeit bei Williams, dass Mercedes sehr fair mit den Kundenteams umgeht. Die bekommen gute Motoren geliefert, mit denen sie sogar um den Sieg mitfahren können", erklärt der ehemalige Grand-Prix-Pilot im Interview mit 'Sky.de'. "Wenn Red Bull ebenfalls mit so einen Motor fahren würde, wäre es mindestens ein spannender Zweikampf in der Formel 1."

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