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Susie Wolff & Felipe Nasr: Keiner will am Unfall Schuld sein

Update: Susie Wolff und Felipe Nasr schieben sich nach ihrem Unfall beim Formel-1-Test in Barcelona gegenseitig die Schuld in die Schuhe

(Motorsport-Total.com) - Kollisionen zweier Fahrzeuge sind bei Testtagen der Formel 1 äußerst selten, daher war der Zusammenstoß zwischen Susie Wolff (Williams) und Felipe Nasr (Sauber) am Donnerstag der (negative) Höhepunkt des Tests in Barcelona. In Kurve 5 waren die beiden letztjährigen Teamkollegen aneinander geraten. "Das war sehr unglücklich. Bei den Tests will man auf keinen Fall Zeit verlieren, und nun haben wir unnötigerweise fast den ganzen Nachmittag verloren", ärgert sich Wolff.

Susie Wolff

Susie Wolffs Williams landete nach dem Unfall auf dem Abschleppwagen Zoom

Was war passiert? Auf Fotos waren lediglich der mit abgeknicktem linken Vorderrad im Kiesbett gestrandete Williams und weiter hinten der Sauber mit abgerissenem rechten Hinterrad sowie fehlendem Heckflügel zu sehen. "Ich war auf meiner Aufwärmrunde, er wahrscheinlich schon auf seiner fliegenden. Ich bremste Kurve 5 an, blieb auf meiner Linie und dann kam er und traf mit seinem Heck meine Front", berichtet Wolff. "Es war eine völlig unnötige Kollision."

Das sah auch Nasr so, doch in der Schuldfrage war er gänzlich anderer Meinung. "Ich schloss in Kurve 4 zu ihr auf und sah, dass sie nach rechts fuhr. Daher dachte ich, sie wüsste dass ich komme. Ich habe dann Kurve 5 auf der Innenseite angebremst und spürte plötzlich einen heftigen Schlag im Heck", sieht auch der Brasilianer keine Schuld bei sich. "Ich habe sie gefragt, ob sie mich gesehen hat und sie sagte: 'Nein, ich habe dich nicht kommen sehen.'"

Der Unfall und ein Öldruckproblem beendete nach 86 Runden Wolffs Testtag vorzeitig. Mit einem Rückstand von 3,895 Sekunden auf die Tagesbestzeit von Pastor Maldonado (Lotus) reihte sie sich auf Platz zehn der Zeitenliste ein. Und doch war das Fazit positiv. "Wir haben heute eine Menge gelernt und am Vormittag eine komplette Renndistanz absolviert", sagt Wolf, die zuletzt im Juli 2014 beim Freien Training zum Grand Prix von Deutschland im Auto gesessen hatte.

"Es war gut, einige Longruns zu fahren um ein besseres Gefühl für das Reifenmanagement zu bekommen. es scheint im Vergleich zum FW36 ein ordentlicher Fortschritt zu sein", schildert Wolff ihre Eindrücke. "Es war nur schade, dass ich keine Möglichkeit mehr hatte, auf schnelleren Reifen zu fahren."

"Es war ein recht erfolgreicher Tag, an dem wir weitere Kilometer mit dem FW37 fahren konnten", bilanziert Chef-Testingenieur Rod Nelson. "Am Vormittag lag unser Fokus auf einer Renndistanz und weiterer Abstimmungsarbeit. Am Nachmittag wollten wir weitere Systemchecks durchführen, haben aber unglücklicherweise eine Menge Zeit verloren. Die können wir aber im Laufe der Woche wieder aufholen."