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  • 19.02.2015 · 15:48

  • von Dieter Rencken & Dominik Sharaf

Heimlich im Windkanal? Wieso McLaren Manor helfen könnte

Ermutigende Kunde von Manor: Gerüchten zufolge steht ein 2015er Auto vor dem Crashtest - Will McLaren helfen und sich mehr Zeit im Windkanal verschaffen?

(Motorsport-Total.com) - Zahlreiche Experten hatten den Marussia-Nachfolger Manor nach der roten Karte der Formel-1-Strategiegruppe abgeschrieben. Rund einen Monat vor Beginn der Saison 2015 gibt es für das Team jedoch wieder Hoffnung. Am Donnerstag soll die Truppe aus der Insolvenz entlassen werden und mit seinem Comeback-Plan B, ein komplett nach dem aktuellen Reglement gebautes Auto an den Start zu bringen, Fortschritte verzeichnen. Eine Rolle in dieser Angelegenheit könnte McLaren spielen.

Kevin Magnussen, Jules Bianchi

Klemmt sich der Marussia-Nachfolger bei McLaren in den "Windschatten"? Zoom

Wie 'auto motor und sport' berichtet, soll Manor bei der FIA bereits ein entsprechendes Modell für den obligatorischen Crashtest angemeldet haben. Ist die Insolvenz tatsächlich wie angekündigt vom Tisch, könnte es am Freitag grünes Licht für die Rückkehr in Australien geben - zumindest in der Theorie, schließlich hat der Rennstall noch eine Menge weiterer Probleme zu bewältigen. Es ist von Schwierigkeiten bei der Belieferung mit Antriebssträngen und dem Bau von Aufhängungen die Rede. Manor-Vertreter waren am Donnerstag für 'Motorsport-Total.com' nicht erreichbar.

Unterstützung von McLaren ist nicht nur denkbar, sondern möglicherweise vorteilhaft für die kriselnde Topmannschaft. Ron Dennis und Co. könnten daran interessiert sein, mit der Hilfe Manors eine Grauzone im Formel-1-Reglement zu nutzen. Es geht um die Beschränkung von Windkanal-Teststunden: Die Teams sind laut Anhang 8, Absatz 1.5 und 3.6 des Sportlichen Reglements dazu verpflichtet, maximal eine Anlage zu benennen und dort höchstens 25 Stunden pro Woche zu arbeiten.


Fotostrecke: Legendäre Formel-1-Teams a. D.

Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' könnte es die Möglichkeit geben, dass ein Team mit eigenem Windkanal und einem "Gast" so de facto über ein Kontingent von 50 Stunden pro Woche verfügt - und dieses beliebig aufteilt. Für den Fall einer Manor-Rückkehr und der Nominierung des McLaren-Windkanals in Woking, wo sich schon Vorgänger Marussia einmietete, würde das einem Kuhhandel Tür und Tor öffnen. Schließlich bedeutet jeder Verzicht des Hinterbänklers wertvolle Arbeitszeit, nach der McLaren in diesen Tagen lechzt.

Dazu passt: Offenbar war es McLaren-Patron Dennis, der in der Strategiegruppe mit dem Plan aufschlug, Manor und Caterham per Sondergenehmigung den Start mit einem modifizierten 2014er Auto zu ermöglichen. Weitere Gründe könnten sein, dass Honda für die Entwicklung der neuen Antriebsstränge einen Kunden benötigt und McLaren die 9,6 Millionen Euro will, die Manor ihnen laut Insolvenzverwalter schuldet. Denkbar ist auch, dass Dennis Konkurrent Ferrari ein Schnippchen schlagen will, weil die Scuderia (zumindest in der Theorie) mit seinem neuen Kunden Haas in Maranello über die gleiche Möglichkeit verfügt.

Klar ist nur: Die FIA kann einigermaßen kontrollieren, wie lange in den Windkanälen gearbeitet wird. Aber zu überprüfen, was dort genau passiert, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

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