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Head spielt Williams-Bonus herunter: "Wenig gegen Topteams"

Williams profitiert als einer von fünf Rennställen von Bonuszahlungen der Formel 1, trotzdem ist man nur im Mittelfeld - Patrick Head weiß: Keine Chance gegen Topteams

(Motorsport-Total.com) - Einst war Williams die Top-Adresse in der Formel 1. Der Rennstall war in den 90er-Jahren Rekordweltmeister in der Königsklasse, doch im neuen Jahrtausend ging es stetig bergab. Nachdem man sich sogar am Ende des Feldes herumbalgen musste, stieg die sportliche Perspektive mit dem Einstieg von Sponsor Martini wieder drastisch an. Seitdem pendelt Williams zwischen dem Anschluss an die Spitze und dem Mittelfeld hin und her.

Felipe Massa, Kimi Räikkönen

Finanziell auf Augenhöhe ist Williams mit Ferrari auf keinen Fall Zoom

Nach ganz vorne reicht es aber bei weitem nicht mehr. Der letzte Sieg mag zwar erst fünf Jahre her sein, doch der Erfolg von Pastor Maldonado in Spanien ist wohl nicht so schnell zu wiederholen. Die letzten Erfolge davor reichen bereits bis ins Jahr 2004 zurück. Warum Williams nicht mehr mit den Spitzenteams mithalten kann, liegt eigentlich auf der Hand: Geld. Denn Leidenschaft und Knowhow gibt es in Grove sicher zuhauf.

Als Privatteam ist Williams jedoch nicht so gut aufgestellt wie beispielsweise Mercedes. Die Silberpfeile haben als Hersteller ein ganz anderes Budget, von Ferrari ganz zu schweigen. Zwar profitiert Williams als eines von fünf Teams von Bonuszahlungen der FOM, doch die zehn Millionen US-Dollar sind im Vergleich Red Bull und Mercedes, die je 74 Millionen Dollar Bonuszahlungen bekommen, gering.

Ferrari bekommt sogar ohne etwas zu tun 103 Millionen US-Dollar auf die Hand - da kann Williams nicht mithalten. Insgesamt wird der Rennstall aus Grove 2017 mit 79 Millionen Dollar entlohnt, Ferrari mit 180, Mercedes mit 171. "Wenn man es mit den Zahlungen an die großen Teams vergleicht, ist das schon wenig", meint Teamgründer Patrick Head.


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"Man muss sich das in Zukunft ansehen", fordert er, weiß aber auch, dass das schwierig werden könnte. Bis 2020 ist das Concorde-Agreement noch aktiv, danach muss neu verhandelt werden. Liberty Media würde das Geld gerne gerechter aufteilen und große Bonuszahlungen streichen, doch inwiefern die großen Teams das akzeptieren ist die andere Frage.

"Ich denke nicht, dass die Christian Horners (Red-Bull-Teamchef) und Toto Wolffs (Mercedes-Sportchef; Anm. d. Red.) dieser Welt freiwillig etwas hergeben. Es ist eine Herausforderung für Liberty Media, wie sie das Geld verteilen", so Head, der den Rennstall 2012 verließ. "Die Teams in einer starken Position werden sagen, dass sie glücklich sind, solange sie das gleiche oder mehr verdienen." Da stellt Williams aus eigener Sicht sicher keine Ausnahme dar.

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