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Hamilton: Viel Druck auf schmalen Schultern

McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton über den Erfolgdruck und die Last auf seinen Schultern: "Man muss es genießen lernen"

(Motorsport-Total.com) - Mit wenig Erfahrung, kaum Druck und der Unbekümmertheit eines Neulings ist Lewis Hamilton in der vergangenen Saison von Erfolg zu Erfolg gefahren. Doch: Je höher die Punktzahl, desto größer der Erfolgsdruck. Das hat der McLaren-Mercedes-Pilot zum Ende der vergangenen Saison deutlich zu spüren bekommen und auch in dieser Saison setzt sich dieser Trend nach seinem Auftakterfolg in Australien fort. Hamilton machte Fehler und brachte sich in der Weltmeisterschaft dadurch nun erneut ins Hintertreffen.

Lewis Hamilton

Lewis Hamilton muss wegen einer Strafe in Magny-Cours zehm Startplätze zurück

"Der Sport macht Spaß, aber man muss es genießen lernen", erklärte der Youngster im Interview mit 'BBC Sport'. Er beschrieb weiter: "Es gibt so viel Druck. Ich kann gar nicht beschreiben, wie dermaßen viel Druck da auf meinen Schultern lastet." Hamilton wird an dieser Last voraussichtlich nicht zerbrechen, aber es schleichen sich seltsame Fehler ein. Jüngstes Beispiel: der Auffahrunfall in der Boxengasse von Montréal.#w1#

"Ich setze mich selbst unter Druck. Wenn man dann keinen Erfolg hat, ist das wirklich kein schönes Gefühl. Aber das sind eben solche Charakter bildenden Tage, die einen aber nur stärker machen. Ich habe das vergangene Rennen zwar nicht gewonnen, aber ich liebe es insgesamt doch sehr", sagte der 23-Jährige, der nach dem Sieg von Robert Kubica in Kanada nun vier Zähler in der Fahrerwertung hinter dem Polen zurückliegt. Ähnlich ehrliche Worte bezüglich des Erfolgsdrucks waren von Hamilton auch schon vor dem Montréal-Rennen zu hören gewesen.

Am kommenden Wochenende muss der McLaren-Mercedes-Pilot mit einem Handicap starten. Aufgrund des Unfalls in Kanada wird er in Magny-Cours um zehn Startplätze nach hinten versetzt. Und trotzdem: "Ich finde es klasse, wieder mit den Jungs zusammenarbeiten zu können, alle voranzutreiben, die gute Atmosphäre zu spüren und immer an Verbesserungen zu arbeiten. Ich würde das gegen nichts in der Welt tauschen wollen. Ich fühle mich wohl", nahm der Brite sofort all jenen den Wind aus den Segeln, die ihm möglicherweise memmenhaftes Verhalten andichten möchten.

Während sich Hamilton gern auf seine zentrale Tätigkeit im Team und im Cockpit konzentriert und sich daher auch bislang nicht in der Fahrergewerkschaft (GPDA) engagiert hat (aus Zeitmangel, wie es hieß), will er sich dennoch mit aller Kraft für den Erhalt des Silverstone-Grand-Prix stark machen. "Man darf diese Strecke nicht verlieren. Sie hat Charakter und Klasse und gehört seit Jahren dazu. Wenn man sie verliert, wird die Formel 1 nicht mehr dieselbe sein." Der britische Superstar fügte hinzu: "Ich werde zwar nicht in die Politik gehen, aber ich werde sonst alles in meiner Macht stehende tun, um das Rennen zu retten."