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Ground-Effect: Löst Einheitsunterboden das Überholproblem?

2017 könnte ein Einheitsunterboden mit Ground-Effect eingeführt werden: Was man damit bewirken will und welche Vorschläge auf dem Tisch liegen

(Motorsport-Total.com) - In der Formel 1 untersucht man gerade, wie man die Autos in Zukunft um mehrere Sekunden pro Runde schneller machen kann. Die FIA hat nach dem Meeting der Strategiegruppe in Biggin Hill die Teams eingeladen, ihre eigenen Vorschläge einzubringen. Eine der Ideen ist es, den Abtrieb zu erhöhen, aber den Verlust der aerodynamischen Wirkung beim Folgen eines anderen Autos zu verringern.

Rene Arnoux, Alain Prost

In den 1980er-Jahren generierte der Unterboden enorm viel Abtrieb Zoom

Unter dem aktuellen Reglement erzeugen Formel-1-Boliden mit einem kleinen Heckdiffusor, dem Heckflügel und einem komplexen Frontflügel Abtrieb. Die Frontflügel wurden in den vergangenen Jahren so komplex, weil sie für den Luftstrom, der unter das Auto führt, entscheidend sind. Dadurch ist es noch schwieriger geworden, einem anderen Auto zu folgen.

Red Bull hat vorgeschlagen, das Verhältnis des Abtriebs, der durch Flügel und Unterboden erzeugt wird, zu verändern. Ein längerer Unterboden-Kanal, der an die Formel 1 der späten 1970er- und 1980er-Jahre erinnert und derzeit in der GP2 zum Einsatz kommt, ist Teil des Vorschlags. Dadurch würde der Abtrieb ansteigen, außerdem wäre dieser von vorne bis hinten gleichmäßiger verteilt.

Man geht davon aus, dass die Autos dadurch beim Folgen eines anderen Autos weniger empfindlich reagieren würden, wodurch das Überholen ohne DRS-Hilfe erleichtert werden würde. Um zu verhindern, dass die Geschwindigkeit der Autos durch den Ground-Effect wie in den frühen 1980er-Jahren außer Kontrolle gerät, wurde von einem der Privatteams ein Einheitsunterboden vorgeschlagen, obwohl noch kein endgültiges Design feststeht. Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' wäre die Deadline dafür der März 2016, sollten die Teams ihre 2017er-Autos um einen Einheitsunterboden designen müssen.

Im aktuellen Vorschlag würde das Design des Frontflügels übrigens komplex bleiben. Einzige Änderung wäre eine Verbreiterung wegen der breiteren Reifen, mit deren Einführung 2017 gerechnet wird. Wenn beim Frontflügel nicht restriktiv eingegriffen wird, würde die Gefahr bestehen, dass er einen zu großen Einfluss auf die Aerodynamik des restlichen Autos hat und das Nachfolgen somit erschwert wird. Ein Gegenvorschlag zur Red-Bull-Idee sieht eine Beschränkung des Entwicklungsspielraums beim Frontflügel vor, um den Schwerpunkt auf das Ground-Effect-Design zu legen.

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