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Architekt Tilke: "Fangen nie mit weißem Blatt Papier an"

Rennstrecken-Architekt Hermann Tilke erklärt, wie er beim Bau eines Formel-1-Kurses vorgeht und worauf es ihm beim Bau oder bei der Renovierung ankommt

(Motorsport-Total.com) - Wenn am 1. November nach 23 Jahren Abstinenz wieder die Formel-1-Motoren in Mexiko aufheulen werden, dann hatte wie immer ein Mann seine Finger im Spiel: der Aachener Stararchitekt Hermann Tilke, der den Großteil der neuen Formel-1-Kurse designt oder renoviert hat. Beim Autodromo Hermanos Rodriguez erhielt er den Auftrag, den alten Kurs zu überarbeiten, damit die nötige Sicherheit gewährleistet ist - im Vorjahr, als die Formel 1 erstmals in Sotschi fuhr, ließ er hingegen einen brandneuen Kurs aus dem Boden stampfen.

Hermann Tilke

Rennstrecken-Architekt Hermann Tilke prägte das Design der modernen Kurse Zoom

Doch wie geht Tilke vor, wenn er den Auftrag erhält, einen neuen Formel-1-Kurs zu bauen? "Zuerst sehen wir uns das Land an", sagt der 60-Jährige gegenüber 'Sports Business Global'. "Jedes Grundstück hat seine Grenzen. Wir sehen uns die Umgebung an. Wir versuchen, ein Gefühl für die Gegend zu bekommen. All das beeinflusst das Design."

Dabei ist neben der Qualität des Erdreichs und der Infrastruktur auch die Topographie von großer Bedeutung, denn sie bestimmt, ob es sich wie in Sotschi um einen ebenen oder wie in Austin um einen hügeligen Kurs handeln wird. Der Hobby-Rennfahrer stellt aber klar, "dass wir nie mit einem weißen Blatt Papier anfangen, obwohl das einige Leute glauben, denn es gibt immer Restriktionen, was die Umgebung und das Budget angeht".


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Und auch die Sicherheitsbestimmungen schränken Tilkes Arbeit ein: "Wir müssen das Reglement der FIA oder der FIM oder von beiden in Betracht ziehen", spielt er darauf an, dass er auch auf den Zweirad-Sport eingehen muss. "Dann beginnt der Prozess des Designs und dessen Überarbeitung, bis wir das Endergebnis haben."

Anders die Aufgabenstellung, wenn Tilke eine in die Jahre gekommene Rennstrecke überarbeiten muss: Dann spielt vor allem die Historie eine große Rolle. "Wir versuchen, den Charakter nicht so stark zu verändern, was manchmal möglich ist und manchmal nicht", erklärt er. "Bei einer neuen Strecke wollen wir das Layout in die Topographie einbetten. Außerdem versuchen wir, die Region und das Land ins Schaufenster zu stellen. Die Strecke sollte in die Landschaft passen."