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Neues Reglement ab 2017: Wohin führt der Weg der Formel 1?

Die Eckdaten des Formel-1-Reglements ab der Saison 2017 gilt es noch festzulegen, doch Fahrer und Teams grübeln schon jetzt über Vor- und Nachteile

(Motorsport-Total.com) - Ab der übernächsten Saison (2017) sollen die Formel-1-Boliden zum einen in der Optik aufgewertet werden (breitere Reifen und neue Aerodynamik), zum anderen in Sachen Performance deutlich zulegen (weniger Gewicht und weichere Reifenmischungen). Darauf haben sich die Mitglieder der Formel-1-Strategiegruppe (Ferrari, Mercedes, McLaren, Red Bull, Williams und Force India) beim Treffen in der vergangenen Woche grob verständigt. Details könnten bereits anlässlich der Sitzung des FIA-Weltrats am Freitag in Mexiko-Stadt publik gemacht werden.

Konzeptstudie von Ferrari

Ferraris Entwurf für eine revolutionäre Optik wird so schnell nicht umgesetzt werden Zoom

Derzeit lassen konkrete Eckpunkte, in welchen technischen Grenzen die Vorschläge der Strategiegruppe umgesetzt werden sollen, lassen zwar noch auf sich warten, doch in Reihen der Fahrer und Teams begrüßt man den gedanklichen Vorstoß. "Schnellere Autos sind ein guter Ansatz, denn von den Rundenzeiten her befinden wir uns inzwischen zu dicht an den denen der GP2", bemerkt Fernando Alonso.

Neben Veränderungen der technischen Eckdaten wünscht sich Alonso eine Lockerung der Restriktionen hinsichtlich Testfahrten. "Mehr Testfahrten wären der Weiterentwicklung der Autos absolut zuträglich. Heutzutage ist es doch so, dass man die Position, die man bei den Testfahrten im Winter einnimmt, über das gesamte Jahr hinweg behält. Klar, alle machen Fortschritte, aber die Regeln sind eben sehr eng gesteckt. Das macht die Rennen vorhersehbar und damit langweilig für die Zuschauer", kritisiert der spanische McLaren-Pilot.

Jenson Button mit Galgenhumor

"Der Vorschlag, das Gewicht der Autos herabzusetzen, gefällt mir", sagt Alonsos Teamkollege Jenson Button, würde diesen Schritt aber am liebsten schon für die Saison 2016 umgesetzt sehen. Hintergrund: Der McLaren-Vertrag des 35-jährigen Briten läuft bis Ende 2016 aus. Ob der Kontrakt anschließend noch einmal verlängert wird, ist offen. Hinsichtlich einer Erhöhung der Spannung hat Button noch einen ganz eigenen Wunsch auf Lager. "Umgedrehte Startaufstellungen wären doch toll", meint der leidgeprüfte McLaren-Pilot mit einem Grinsen im Gesicht.

"Umgedrehte Startaufstellungen wären doch toll." Jenson Button

Was die Aerodynamik betrifft, wünscht sich Button "Veränderungen am Unterboden und nicht etwa den Flügeln". Ein Einheitsunterboden wird ebenfalls diskutiert. Dieser Idee kann man bei Red Bull allerdings wenig Positives abgewinnen. "Der Vorschlag kam ganz bestimmt nicht von Red Bull", betont Teamchef Christian Horner und erklärt: "Die Regeln bezüglich der Unterböden sind jetzt schon sehr eng formuliert. Wir wollen keinen Einheitsunterboden. Die Kosten für einen Unterboden sind letztlich fast zu vernachlässigen. Ich denke, der Unterboden muss um Getriebe und Antrieb herum immer irgendwie speziell angefertigt und einzigartig sein."

Maximalbudget für Antriebsentwicklung?

Christian Horner

Christian Horner: Gedanke eines Budgetdeckels für den Antrieb "interessant" Zoom

Dem ebenfalls auf den Tisch gekommenen Vorschlag einer etwas freieren Antriebsentwicklung steht Horner hingegen offen gegenüber. Kein Wunder, schließlich weist der von Red Bull (und Toro Rosso) eingesetzte Renault-Antrieb gegenüber Klassenpriums Mercedes einen gehörigen PS-Nachteil auf. Ferrari liegt in Sachen Motorleistung zwischen Mercedes und Renault. Honda agiert im ersten Jahr mit dem V6-Turbo ohnehin nicht auf dem Level der drei Hersteller, die diese Technik bereits seit 2014 einsetzen.

So könnte sich Red Bull auch mit einem Maximalbudget für die Antriebsentwicklung anfreunden. "Einerseits ist es gut, andererseits würde es etwas vom Wettbewerb rauben", sinniert Horner. "Die Token sollen dafür sorgen, dass Hersteller mit Rückstand die Chance bekommen, ihre Antriebe während der Saison weiter nach vorn zu bringen. Es ist schwierig, die Entwicklung in diesem Bereich finanziell zu deckeln, aber trotzdem ist es ein interessanter Ansatz, den mal sich mal genauer anschauen sollte", meint der Red-Bull-Teamchef.

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