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  • 13.08.2001 · 10:05

Frentzen und Prost: Chance oder Risiko?

War es für Frentzen klug, bei Prost für fünf Rennen zu unterschreiben und was passiert in der kommenden Saison?

(Motorsport-Total.com/sid) - Nach den aufregendsten zwei Wochen seiner Karriere sieht Heinz-Harald Frentzen seinem Formel-1-Comeback optimistisch entgegen. Nach dem Blitztransfer zum Prost-Team will der 34 Jahre alte Mönchengladbacher die restlichen fünf Saisonrennen vor allem als Schaulaufen nutzen, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. "Alain Prost hat mir die Möglichkeit gegeben, in Übung zu bleiben. Dafür bin ich ihm sehr dankbar", sagte Frentzen vor seiner ersten Bewährungsprobe am Sonntag in Ungarn.

Heinz-Harald Frentzen

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Frentzen gab zu, dass sein neues Engagement "nicht ohne Risiko" ist: "Ich könnte ja noch schlechter abschneiden als im Jordan." Das sieht der dreimalige Weltmeister und Jaguar-Sportdirektor Nika Lauda ähnlich. Der Österreicher fürchtet einen weiteren Imageschaden für den Deutschen. "Die Gefahr ist relativ groß. Die fahren hinterher, was will er da Großes bringen?", lästert Lauda. Rückkehrer Frentzen kontert: "Hätte Jaguar mir ein Angebot gemacht, hätte ich dahin gehen können und würde mir meinen Namen nicht kaputtmachen."

Trotz aller Dementis halten sich weiterhin hartnäckig Gerüchte, dass Frentzen 2002 für Einsteiger Toyota fahren soll. Der 34-Jährige betont, dass mit dem viermaligen Weltmeister Prost nur die letzten fünf Rennen vereinbart wurden. "Für nächstes Jahr ist alles offen", sagt Frentzen, der versichert, noch nicht mit Toyota verhandelt zu haben.

Wegen des Testverbots in der "Sommerpause" durfte Frentzen laut FIA-Reglement nur eine Probefahrt über 50 Kilometer absolvieren. Die nutzte er am vergangenen Freitag auf dem GP-Kurs von Magny-Cours bis zum letzten Meter. "Ich kann nur sagen, dass ich mit dem Prost AP04 sehr zufrieden war, schon deshalb, weil es keinerlei Probleme gab", schrieb Frentzen auf seiner Homepage: "Jetzt freue ich mich auf Budapest. Das Rennen wird eine gewaltige Herausforderung für das Team und mich."

Der Hungaroring, wegen der vielen engen Kurven von den Fahrern abfällig Micky-Maus-Kurs genannt, war für Frentzen bisher kein gutes Pflaster. Bei sieben Starts fiel er dreimal aus, ein vierter Platz 1999 ist das beste Resultat. "Diese Strecke ist ein bisschen wie Monaco, nur schneller. Weil man viel beschleunigen und bremsen muss, macht dieser Kurs, auf dem mit maximalem Abtrieb gefahren wird, durchaus Spaß", erzählt der Mönchengladbacher.

An seinem neuen Arbeitsplatz musste sich Frentzen zunächst an einige Umstellungen gewöhnen: "Die Funktionalität und Bedienung des Prost sind anders, die Knöpfe haben unterschiedliche Positionen, und der Sitz musste auf mich angepasst werden." Der erste Eindruck vom Team sei durchweg positiv gewesen, er wurde fast schon euphorisch aufgenommen, sagt Frentzen: "Alle sind happy, jeder war neugierig auf meine Infos."

Dass es schneller als erwartet zu einem Wiedersehen mit seinem ehemaligen Teamchef Eddie Jordan kommt, der ihn vier Tage vor dem Großen Preis von Deutschland in Hockenheim entlassen hatte, lässt Frentzen scheinbar kalt: "Ich glaube nicht, dass wir uns noch viel zu sagen haben. Wir werden uns in Ungarn wohl nicht treffen, denn unsere Teams haben die Box nicht direkt nebeneinander."

Noch immer hat Jordan keine genauen Gründe für die fristlose Kündigung seines Fahrers genannt. Jetzt haben die Anwälte das Wort, angeblich geht es um 37 Millionen Mark, die Frentzen einklagen will. "HHF" dementierte in 'Auto Bild motorsport', dass er in dieser Saison weiter von Jordan bezahlt werde. Er habe einen "speziellen Vertrag" mit Prost abgeschlossen. Frentzen: "Meine volle Konzentration gilt jetzt dem Prost-Team, mit dem ich ein gutes Ergebnis in Budapest erzielen will."

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