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Formel-1-Countdown 2008: Nico Rosberg

Der Musterschüler: Nico Rosberg geht in sein drittes Jahr in der Formel 1 und gilt für viele als heißester Außenseiter außerhalb der Topteams

(Motorsport-Total.com) - Am 16. März beginnt mit dem Grand Prix von Australien in Melbourne die neue Formel-1-Saison. 'Motorsport-Total.com' veröffentlicht aus diesem Anlass jeden Tag einen Artikel aus der Countdown-Reihe - zu den fünf deutschen Stammfahrern und den elf Teams. Heute: Nico Rosberg.

Nico Rosberg

Hat sich seit 2006 stark weiterentwickelt: Mädchenschwarm Nico Rosberg Zoom

Diese Woche in Barcelona kam es zu einem Zusammentreffen zwischen der deutschen Vergangenheit in der Königsklasse des Motorsports, Michael Schumacher, und der Zukunft, Rosberg. Und der siebenfache Weltmeister sprach seinem potenziellen Nachfolger als deutscher Superstar das schönste Lob aus, indem er sich "zutiefst beeindruckt" zeigte vom fahrerischen Talent des Williams-Piloten und diesem das Potenzial für einige Überraschungen attestierte.#w1#

Guter Testwinter für Williams

Nico Rosberg

So fing alles an: Nico Rosberg 2002 im Formel BMW mit VIVA-Sponsoring Zoom

Rosberg und sein Williams-Team haben - von den lästigen Frontflügelproblemen einmal abgesehen, die aber längst Schnee von gestern sind - einen hervorragenden Winter hinter sich und konnten sich von den Testzeiten her locker in der ersten Verfolgergruppe hinter Ferrari und McLaren-Mercedes etablieren. Ob dies dann auch umgesetzt werden kann, ist eine andere Frage, aber - und da sind sich alle Experten einig - am Fahrer wird es nicht scheitern.

Der in Wiesbaden geborene Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg - sein Vater ist übrigens nicht mehr sein Manager, sondern hat die Geschäfte an Jukka Mildh übertragen - wurde schon früh mit dem Formel-1-Virus infiziert, als er in seinem Kinderzimmer in Monaco an den Rennwochenenden immer von den damaligen V10- und V12-Motoren geweckt wurde. Spätestens 2001 wurde es dann richtig ernst, als er dem großen Michael Schumacher bei der Kart-WM in Kerpen ordentlich einheizte.

Rosberg stürmte 2002 mit Sponsoring des Musiksenders VIVA, bei dem er regelmäßig Auftritte hatte, wodurch ihm die Mädchen schon immer auf den Fersen waren, zum Titel in der Formel BMW, verbrachte zwei Jahre im Team seines Vaters in der Formel-3-Euroserie und wechselte dann 2005 in die GP2. Dort hatte er mit Heikki Kovalainen zwar einen ebenbürtigen Gegner, aber schlussendlich setzte er sich mit einigen unwiderstehlichen und sehr kämpferischen Vorstellungen doch klar durch.

Traumhafter Einstand in die Formel 1

Michael Schumacher, Ralf Schumacher, Nico Rosberg und Nick Heidfeld

Im Club der Großen: Nico Rosberg vor seinem ersten Grand Prix in Bahrain Zoom

Sein Einstand in die Formel 1 war dann fast schon kitschig: Beim Grand Prix von Bahrain rollte er das Feld nach einer Kollision mit Nick Heidfeld von hinten auf, fuhr er auf dem Weg zu seinen ersten beiden WM-Punkten sensationell die schnellste Rennrunde, 0,126 Sekunden vor Sieger Fernando Alonso. Die Fachwelt zeigte sich tief beeindruckt - und besonders ein gewisser Ron Dennis wurde sofort hellhörig.

Im Saisonverlauf schwankten seine Leistungen dann aber etwas zu stark und Mark Webber war in Summe der komplettere Williams-Pilot. Doch Rosberg schaltete im Winter 2006/07 in den Ehrgeizmodus, entwickelte sich unglaublich weiter und demolierte in der vergangenen Saison einen soliden Routinier wie Alexander Wurz mit 15:1 im Qualifyingduell. Kein Wunder, dass Dennis wieder anklopfte, als es darum ging, einen Nachfolger für Fernando Alonso zu suchen.

Dennis wollte Rosberg unbedingt haben

Lewis Hamilton und Nico Rosberg

Wären 2008 fast Teamkollegen geworden: Lewis Hamilton und Nico Rosberg Zoom

Rosberg hätte den Silberpfeil-Vertrag liebend gerne unterschrieben, aber Frank Williams legte sein Veto ein, pochte auf seinen Deal mit dem Supertalent, verlängerte dessen Williams-Vertrag bis Ende 2009 und holte dafür ein paar Millionen Euro mehr aus der Tasche, als ursprünglich vorgesehen gewesen wären. So sind alle happy - und Rosberg kann und muss mit gerade mal 22 Jahren beweisen, dass er dazu in der Lage ist, eines der traditionsreichsten Teams der Formel 1 zu führen.

"Nico", analysiert unser Formel-1-Experte Marc Surer, "ist bei Williams der King, denn er durfte ja nicht weggehen. Das Team hat sicher richtig gehandelt, dass sie ihn behalten haben. Die wissen ganz genau, dass sie ohne Nico verloren wären. Er ist ihre große Hoffnung - und zwar auf jedem Gebiet. Er holt nicht nur auf der Strecke das Maximum aus dem Auto raus, sondern er kann es inzwischen auch weiterentwickeln."

Genau das ist der Unterschied zwischen dem Rosberg von 2006 und dem Rosberg von 2008: Waren es damals nur sein schierer Speed und seine vereinzelt auftretenden genialen Momente beim Überholen, die ihn ausgezeichnet haben, so zählt er inzwischen zu den komplettesten Fahrern im Feld. Kaum jemand hat sich laut Teamaussagen innerhalb nur eines Jahres so sehr gesteigert wie der Williams-Pilot, der in seiner dritten Formel-1-Saison noch einmal stärker sein müsste als 2007.

Was fehlt noch zu den Topstars?

Nico Rosberg

Der Williams-Toyota FW30 gilt als Geheimtipp für die kommende Saison Zoom

Da liegt die Frage nahe: Ist Rosberg schon so gut wie die Fernando Alonsos und Kimi Räikkönens dieser Welt? "Er hat noch kein Rennen und keine Weltmeisterschaft gewonnen, das ist der einzige Unterschied. Aber grundsätzlich muss man ganz klar sagen: Nico ist reif für mehr", ist sich Surer sicher - und prophezeit schon für 2008 eine große Saison: "Ich traue es ihm absolut zu, Rennen zu gewinnen - vorausgesetzt natürlich, der Williams ist dazu in der Lage."

Teamintern genießt der Deutsche klarerweise ein ausgezeichnetes Standing, schließlich war er es, der weg wollte, während Williams auf ihn angewiesen war. Sprich: Man wird sein Ego kraulen müssen, um ihn bei Laune zu halten. Aber wenn die Mannen aus Grove das hinbekommen, dann wird Rosberg zeigen, "was mit dem Williams-Toyota geht. Zumindest bei den ersten Rennen traue ich ihm zu, dass er der beste Deutsche sein könnte", so Surer.

Rosberg steht für Nico, nicht mehr für Keke

Nico Rosberg

Knuffig: Klein-Nico war sich seiner Profession schon sehr früh bewusst... Zoom

Auch für 'Motorsport-Total.com'-Experte Sven Heidfeld steht außer Frage: "Nico ist schon ein kompletter Rennfahrer - mir fällt nichts auf, was da noch fehlt. Man muss halt sehen, wie er damit klarkommt, wenn er mal mit einem richtig guten Auto ganz vorne mitfahren kann, aber sogar das kann der bestimmt. Den berühmten Namen Rosberg braucht er jedenfalls nicht mehr, um weiterzukommen", gibt der Bruder von Nick Heidfeld zu Protokoll.

Und weiter: "Nico ist echt der Musterschüler der Formel 1. Der steht für die neue Generation, ich würde sagen so eine Art Formel BMW Generation. Das sind Jungs, die haben schon ganz früh richtig professionell Kartsport betrieben. Nico war zum Beispiel gemeinsam mit Lewis Hamilton in einem Team", so Heidfeld. Hamilton, Rosberg und Robert Kubica kennen sich aus jenen frühen Jahren noch gut - und gelten heute als die Zukunft der Formel 1.

Dass Rosberg, der obendrein übrigens auch noch hohe Sympathiewerte bei Fans und Journalisten genießt, weil er im Gegensatz zu manchen seiner Kollegen nicht nur inhaltslose Sprechblasen von sich gibt, das nötige Talent hat, um zur deutschen Nummer eins zu werden, steht außer Frage. Die große Frage ist nur: Wie gut ist der Williams-Toyota FW30 wirklich? Nach dem Winter erscheint Rosbergs Ziel vom ersten Podestplatz jedenfalls mehr als realistisch...

Fahrerwertung: 9. (20 Punkte)
Durchschnittlicher Startplatz: 9,882
Bestes Ergebnis Qualifying: 4.
Bestes Ergebnis Rennen: 4.
Ausfallsrate: 17,647 Prozent (10.)
Bisherige Testkilometer 2008: 5.414 (9.)

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