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  • 25.02.2008 · 12:38

  • von Nimmervoll/Wittemeier

Formel-1-Countdown 2008: Adrian Sutil

Adrian Sutil steht vor seinem zweiten Jahr als Rennfahrer in der Formel 1 - und möglicherweise vor einem ganz wichtigen für seine Karriere...

(Motorsport-Total.com) - Am 16. März beginnt mit dem Grand Prix von Australien in Melbourne die neue Formel-1-Saison. 'Motorsport-Total.com' veröffentlicht aus diesem Anlass jeden Tag einen Artikel aus der Countdown-Reihe - zu den fünf deutschen Stammfahrern und den elf Teams. Heute: Adrian Sutil.

Adrian Sutil

Adrian Sutil: Das zweite Jahr ist für jede Karriere in der Formel 1 besonders wichtig

Der Deutsche sorgte Ende 2007 für Schlagzeilen, als er von den Medien teilweise sogar als Nachfolger von Fernando Alonso bei McLaren-Mercedes gehandelt wurde, aber letztendlich musste er doch bei Spyker beziehungsweise Force India bleiben, um dort seinen Vertrag zu erfüllen. Somit wird Sutil anstatt um Podestplätze und Grand-Prix-Siege bestenfalls um die "goldene Ananas" fahren, denn trotz des Engagements von Neu-Teameigentümer Vijay Mallya und des 80-Millionen-Euro-Budgets darf man vom VJM01 keine Wunderdinge erwarten.#w1#

Teamkollege von Hamilton in der Formel 3

Sutil gilt nicht zu Unrecht als eines der größeren Talente im deutschen Motorsport. Erstmals auf internationaler Bühne in Erscheinung getreten ist er 2005, als er für den ASM-Rennstall als Teamkollege eines gewissen Lewis Hamilton Vizemeister in der Formel-3-Euroserie wurde. Hamilton konnte er allerdings nicht das Wasser reichen, das Duell um Platz eins ging 94:172 aus. Dafür gewann Sutil zwei Rennen und er landete bei jeder Zielankunft - abgesehen von einem vierten Rang - auf dem Podium.

Für die Saison 2006 fädelte sein Manager Manfred Zimmermann einen Wechsel zum Toyota-Werksteams TOM'S in die Japanische Formel 3 ein. Dieser mutige Schachzug sollte sich bezahlt machen: Der Deutsche gewann die Meisterschaft überlegen, absolvierte parallel dazu ein paar Freitagstests für das MF1-Team von Colin Kolles und empfahl sich so mit Nachdruck für ein Stammfahrerengagement ab 2007.

Im Vorjahr - seiner ersten Saison in der Formel 1 - zerstörte er mit seinem Speed gleich einmal die Grand-Prix-Karriere von Teamkollege Christijan Albers, der im direkten Duell nicht den Funken einer Chance hatte und daher rausgeschmissen wurde. Markus Winkelhock und danach Sakon Yamamoto waren ebenfalls keine ernsthaften Konkurrenten. Aufgrund des unterlegenen Materials spielte er aber trotzdem meistens nur eine Statistenrolle.

Sensation im Training in Monaco

Adrian Sutil

Im Regen von Monaco hatte Adrian Sutil im Vorjahr seine erste Sternstunde Zoom

Zweimal konnte der 25-Jährige richtig für Aufsehen sorgen: Am 26. Mai sorgte er im dritten Freien Training zum Grand Prix von Monaco für eine Riesensensation, als er auf nasser Strecke vor Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton Bestzeit fuhr, und beim Grand Prix von Japan am 30. September gelang ihm erstmals der Sprung in die WM-Punkte - ebenfalls im Regen. Spätestens seit jenem Zeitpunkt ist klar, dass dem Münchner nasse Bedingungen, bei denen sich das Materialmanko besser kompensieren lässt, liegen.

Nun steht er vor einer entscheidenden Saison in seiner Karriere, denn Force India möchte 2008 den Anschluss ans Mittelfeld finden und vor allem hat er mit Giancarlo Fisichella erstmals einen Teamkollegen, den man als echten Maßstab bezeichnen kann. Fisichella hat schon drei Grands Prix gewonnen, ist sehr erfahren und kommt vom Topteam Renault, sodass er Sutil auch in puncto Lernen weiterhelfen müsste.

Experten sind geteilter Meinung

Man könnte meinen, Sutil kann nur gewinnen, denn wenn er gegen Fisichella verliert, kann man das auf die Erfahrung zurückführen, aber wenn er gewinnt, dann hat er sein Talent endgültig unter Beweis gestellt. "Adrian", analysiert 'Motorsport-Total.com'-Experte Sven Heidfeld, "hatte keinen so einfachen Einstieg in die Formel 1, aber jetzt hat er eine großartige Chance, denn wenn er Fisichella bügelt, dann kann er sich wunderbar für Topteams empfehlen. Eigentlich kann er in dieser Saison nur gewinnen."

Unser Formel-1-Experte Marc Surer sieht das nicht ganz so: "Er muss Fisichella schlagen. Kovalainen hat das in seinem ersten Jahr auch geschafft. Es ist nicht so, dass er sagen kann: Endlich habe ich einen guten Teamkollegen! Er muss aufpassen und Fisichella unbedingt knacken, ansonsten wird es für ihn eng. Sollte er das nicht schaffen, würde das nämlich heißen, dass er eindeutig schlechter ist als Kovalainen - und dann wackelt seine Karriere", so der ehemalige Grand-Prix-Pilot, der heute für 'Premiere' kommentiert.

Doch der Schweizer ist davon überzeugt, dass Sutil die nötigen Anlagen hat, um Fisichella in die Frührente zu schicken: "Ich traue ihm das zu - vom Speed her kann er das", erklärt er. Und noch etwas ist natürlich positiv: "Endlich hat er jemanden, von dem er wirklich etwas lernen kann, was die Arbeitsweise angeht zum Beispiel. Wenn er es auch besser umsetzt auf der Strecke, dann hat er gewonnen!"

Konstanz muss besser werden

Adrian Sutil

Leider hat Adrian Sutil in seinem ersten Jahr noch etwas zu viel Schrott produziert Zoom

Wenn Sutil 2007 noch Schwächen gezeigt hat, dann war es seine Unbeständigkeit, denn oftmals stand er neben der Strecke. Gleichzeitig muss man ihn jedoch in Schutz nehmen, schließlich war der Spyker-Ferrari F8-VII nicht gerade das einfachste Auto der Generation 2007 und zweitens war er ja auch stets deutlich mehr am Limit unterwegs als seine langsameren Teamkollegen. Trotzdem würde er sich einen Gefallen damit tun, 2008 weniger oft die Botanik aufzusuchen.

Die große Frage ist also: Zerschellt nach Albers mit Fisichella der nächste Routinier am jungen Deutschen oder wird sein Speed doch überschätzt, weil er 2007 mit keinem wirklich starken Teamkollegen verglichen werden konnte? Es liegt an Sutil selbst, alle Skeptiker Lügen zu strafen und mit überragenden Leistungen vom ersten Rennen an das Stallduell klar zu dominieren. Denn dann, das ist klar, könnte ihm für 2009 ein Vertrag bei einem wesentlich stärkeren Team winken...

Saisonstatistik 2007:

Fahrerwertung: 19. (1 Punkt)
Durchschnittlicher Startplatz: 20,294
Bestes Ergebnis Qualifying: 19.
Bestes Ergebnis Rennen: 8.
Ausfallsrate: 41,176 Prozent (20.)
Bisherige Testkilometer 2008: 1.494 (21.)

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