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  • 26.05.2013 · 21:46

  • von Stefan Ziegler

FIA: Pirelli hätte alle Teams zum Reifentest einladen müssen

Der "Geheimtest" von Pirelli in Barcelona und seine Folgen: Die FIA erklärt, dass Pirelli bei einem solchen Reifentest Chancengleichheit hätte wahren sollen

(Motorsport-Total.com) - Ist ein solcher Reifentest mit einem aktuellen Auto wirklich zulässig? Und wussten sämtliche Teams vorab darüber Bescheid? Das sind die Fragen, mit denen sich die Formel 1 an diesem Sonntag aus Monaco verabschiedet. Am Morgen war nämlich bekannt geworden, dass Pirelli und Mercedes just vor dem Glamour-Grand-Prix in Monte Carlo einen "Geheimtest" in Barcelona durchgeführt hatten.

Nico Rosberg

Für Mercedes und Pirelli hat der Reifentest von Barcelona vielleicht noch ein Nachspiel Zoom

Und weil dieser mit dem aktuellen W04-Fahrzeug von Mercedes bestritten wurde, sahen Ferrari und Red Bull darin einen Widerspruch zum Sportlichen Regelwerk der Formel 1. Beide Teams legten noch vor dem Rennen offiziell Protest gegen die Probefahrten ein, die - das haben die Verantwortlichen bei Mercedes mehrfach betont - vom Automobil-Weltverband (FIA) vorab genehmigt worden sein sollen.

Wenige Stunden nach dem Rennen meldet sich der Weltverband jedoch zu Wort und stellt klar: Man habe lediglich genehmigt, dass beim Reifentest ein Formel-1-Fahrzeug der aktuellen Generation zum Einsatz kommen dürfe. Und auch nur, sofern es direkt von Pirelli betreut würde. Außerdem habe es noch die Voraussetzung gegeben, dass sämtliche Teams vom Test in Kenntnis zu setzen seien.

Wurden alle FIA-Vorgaben zum Test erfüllt?

Mehr noch: Pirelli hätte allen Rennställen die Gelegenheit bieten müssen, sich an den Testfahrten zu beteiligen. Doch diese Gelegenheit gab es offenbar nicht. "Wir wurden nicht über den Mercedes-Test informiert", sagt zum Beispiel Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn bei 'auto motor und sport'. Und auch andere Teams fühlen sich angesichts des dreitägigen Reifentests vor den Kopf gestoßen.

Was erlaubt ist, erklärt die FIA am Sonntagabend in einem Statement: "Pirelli ist es im Rahmen des Vertrags mit der FIA als alleiniger Reifenhersteller gestattet, bis zu 1.000 Kilometer an Testfahrten mit jedem Team durchzuführen - solange jedem Team die Möglichkeit geboten wird, daran teilzunehmen." Wenn Sauber nichts davon wusste, wurde die zuletzt genannte Vorgabe offenbar nicht erfüllt.


Fotos: Mercedes, Großer Preis von Monaco


Das FIA-Statement weiter: "Pirelli und Mercedes wurden von der FIA darauf hingewiesen, dass ein solcher Test möglich wäre, wenn dieser von Pirelli und nicht vom Team, das Auto und Fahrer stellt, durchgeführt wird. Außerdem hängt die Möglichkeit eines solchen Tests davon ab, dass jedes Team die gleiche Gelegenheit zum Testen bekommen muss, um sportliche Ausgeglichenheit zu wahren."

Der Automobil-Weltverband tappte da übrigens ebenfalls etwas im Dunkeln, wie unsere Kollegen von 'Autosport' berichten. Im Anschluss an die anfängliche Kommunikation mit Mercedes und Pirelli habe die FIA keinerlei weiteren Informationen über den Test erhalten. Und auch keine Bestätigung, dass allen anderen Teams die Gelegenheit geboten wurde, ebenfalls an den Probefahrten teilzunehmen.

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