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  • 22.03.2011 · 11:51

Ferrari brennt in Melbourne auf Revanche

Ferrari will beim Saisonauftakt in Melbourne die Titelschmach 2010 vergessen machen und stellt klar, dass nur der Titel zählt - Zuverlässigkeit als Trumpf

(Motorsport-Total.com) - Ferrari brennt auf Revanche: Das geht aus den Aussagen der letzten Tage ganz klar heraus. Mit Fernando Alonso als Identifikationsfigur wollen die Roten aus Maranello die Titelniederlage 2010 gegen Red Bull und Sebastian Vettel vergessen machen und die WM-Krone nach 2007 wieder nach Italien zurückholen.

Fernando Alonso

Alonso hat sich bereits für die Titel in den kommenden Jahren angemeldet

In der 'Welt am Sonntag' stellt Alonso klar: "2011 will ich die Revanche für letztes Jahr. Der WM-Pokal gehört am Ende dieses Jahres mir und so wird es 2012, 2013 und all die anderen Jahre sein. Ein anderes Ziel habe ich nicht. Wenn du für Ferrari fährst, rückst du automatisch in eine Position, in der es nichts anderes gibt als den Titel. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz."

Alonso setzt auf Zuverlässigkeit

Auch wenn Red Bull vielleicht einen Tick schneller ist, setzt Alonso vor allem auf die hervorragende Zuverlässigkeit des Ferrari F150th Italia: "Ich bin mit den Wintertests sehr zufrieden. Wir sind jeden Tag ungefähr 100 Runden gefahren. Das zeigt die gute Zuverlässigkeit, die bei einem neuen Auto hohe Priorität hat. Wir reisen zu 100 Prozent vorbereitet nach Melbourne."¿pbvin|512|3509|ferrari|0|1pb¿

Mit genauen Prognosen hält er sich aber noch zurück: "Ob es für den Sieg ausreicht, werden wir erst sehen. Sollten wir gewinnen, dann wäre das fantastisch. Wenn nicht, dann werden wir es im nächsten Jahr wieder versuchen." Der Doppelweltmeister weiß, dass das Team bei der Performance nachlegen muss: "Wir müssen definitiv die Entwicklung vorantreiben. Hoffentlich werden wir im Albert Park die nächsten Updates haben, speziell beim Frontflügel, wo wir noch etwas Performance finden können."

Massa: Mehr Runden als geplant

Auch Teamkollege Felipe Massa kann es nach der mäßigen Comeback-Saison nach seinem schweren Unfall in Ungarn 2009 gar nicht mehr erwarten, endlich wieder Rennen zu fahren. Für den Brasilianer wird es ein entscheidendes Jahr, will er auch in Zukunft für das italienische Traditionsteam an den Start gehen und um den WM-Titel langfristig ein Wörtchen mitreden.

"Ich bin bereit, Rennen zu fahren, und ich glaube das gilt für das gesamte Team, nachdem wir bei den Wintertests an allen Tagen so viele Runden absolviert haben - es waren sogar mehr als geplant", sagt Massa. "Das Auto scheint sehr zuverlässig zu sein, doch das reicht nicht aus, da das Auto auch schnell sein muss. Wir können uns aber auch über die Performance nicht beklagen, werden aber erst ein klares Bild haben, wenn alle Autos in Melbourne auf der Strecke sind."

Bahrain wäre Massa lieber gewesen

Vor allem der Brasilianer trauert dem abgesagten Saisonstart in Bahrain nach, schließlich zeigte er auf dem Bahrain International Circuit meist starke Rennen. "Ich bin dort immer gerne hingefahren, da mir und dem Team die Strecke zu liegen scheint. Wenn du aber ein Formel-1-Auto baust, dann achtest du darauf, dass es auf allen Strecken schnell ist. Ganz egal, wo die Weltmeisterschaft beginnt - man muss dorthin fahren und über den Sieg nachdenken. Ich werde mich darauf konzentrieren, in Melbourne mein Bestes zu geben, auch wenn der Kurs im Albert Park bisher kein besonders erfolgreicher oder glücklicher Ort für mich war, da ich dort schon ein paar Unfälle hatte."

Auf dem Rennen im Vorjahr will er aber nun aufbauen: "Das letzte Jahr war etwas besser, weil ich als Dritter aufs Podest kam und somit dort mein bisher bestes Resultat einfuhr. Ich hoffe, dass wir in Australien einen großartigen Saisonstart erleben werden und ich bin wegen der guten Zuverlässigkeit optimistisch, was unsere Chancen angeht. Jetzt kann ich es gar nicht mehr erwarten, mich mit den anderen Teams zu messen und zu sehen, wo wir stehen."

Domenicali bleibt vorsichtig


Fotos: Testfahrten in Barcelona


Das gilt auch für Teamchef Stefano Domenicali, der die Niederlage im Titelkampf 2010 längst verdaut hat: "Die Atmosphäre im Team ist gut und jeder freut sich, in Melbourne wieder an die Arbeit zu gehen, um endlich zu sehen, wo wir im Vergleich zu den anderen Teams stehen. Wir hatten bereits vier Tests in Spanien im Februar und im frühen März, doch jetzt werden wir sehen, wo wir wirklich hingehören. Insgesamt waren es 15 Winter-Testtage. Ich bin von Natur aus bei der Bewertung unserer Leistung in diesen Tagen sehr vorsichtig, denn ich muss in Betracht ziehen, wie wir gearbeitet haben und was die anderen Teams getan haben - das wissen wir ja nicht so genau." Mit welchem Ziel er nach Melbourne fahre? "Das Ziel ist so klar, dass ich es nicht wiederholen muss", lässt er keinen Zweifel daran, dass Ferrari dieses Jahr unbedingt Weltmeister werden will.

Das wird unter anderem davon abhängen, wie der neue Ferrari mit den brandneuen Pirelli-Reifen zurecht kommt. "Die Ankunft Pirellis als alleiniger Reifenausrüster ist sehr wichtig und es wird von fundamentaler Bedeutung sein, weiterhin ein gutes Verständnis zu bekommen, wie der Reifen arbeitet, um ihn bestmöglich einzusetzen. Bei den Wintertests haben wir gesehen, dass diese Reifen ganz anders sind als in der Vergangenheit. Daher müssen wir anders an die Sache herangehen und die Anzahl der Boxenstopps, die für eine Renndistanz benötigt wird, ist nach bisherigen Erkenntnissen höher als zuvor."

Dadurch muss sich Ferrari als gesamtes Team steigern: "Mehr Boxenstopps bedeuten, dass die Rolle der Teammitglieder noch viel wichtiger wird, was den Ausgang der Rennen angeht. Gleichzeitig wird dadurch der Ausgang des Qualifyings und die Startposition weniger wichtig als 2010. Es wird wahrscheinlicher, dass ein Auto das Rennen gewinnen kann, das nicht die schnellste Zeit gefahren ist und auf Pole steht. Die richtige Strategie im Rennen ist von äußerster Bedeutung, will man gewinnen."

Japan-Katastrophe wichtiger als die Formel 1

Viel Lob gibt es schon im Vorhinein für die Fahrer: "Sie sind aus unterschiedlichen Gründen sehr motiviert. Fernando hat einen fantastischen Winter hinter sich, was die Vorbereitung und das Testen angeht, und er freut sich auf Melbourne, denn er möchte die Geschehnisse beim letzten Rennen in Abu Dhabi nach einer unglaublichen zweiten Saisonhälfte im Vorjahr ausradieren. Felipe ist jetzt mental sehr stark und er freut sich auf eine Saison, die sehr wichtig für ihn sein wird."¿pbvin|512|3468|ferrari|0|1pb¿

Auch der Teamchef freut sich auf den Saisonstart in Melbourne: "Hier erlebt man die Formel 1 auf eine spezielle Weise, da während des Events die gesamte Stadt auf den Albert Park blickt. Für uns ist es großartig, die Saison hier zu beginnen, denn es gibt eine große italienische Gemeinde und die Fans haben viel Wissen und unterstützen uns, weshalb wir uns in Melbourne sehr willkommen fühlen. Die Unterstützung, die wir von ihnen bekommen, ist einzigartig und deshalb haben wir ihnen gegenüber auch eine einzigartige Verantwortung. Die Saison wird sehr lange und gemeinsam werden wir gute Momente erleben und sicher auch schwierige. Ferrari ist aber Ferrari und wir sind das gewohnt."

Obwohl sich die Formel 1 dieser Tage voll auf Australien konzentriert, vergisst Domenicali auch die tragische Tsunami-Katastrophe in Japan nicht. "Während wir uns auf das erste Rennen vorbereiten, möchte ich eine Gruppe unserer Fans herausstreichen, die uns derzeit ganz besonders am Herzen liegen und das sind unsere Fans und eigentlich alle Menschen in Japan. Was dort passiert ist, ist viel wichtiger als alles in unserem Sport. Es ruft uns allen in Erinnerung, welche Prioritäten es im Leben gibt."

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