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  • 01.12.2011 · 20:50

Fernley: "Force India muss noch härter arbeiten"

Mit Platz sechs hat Force India das selbst gesteckte Ziel erfüllt - Robert Fernley, der stellvertretende Teamchef, fasst 2011 zusammen und blick bereits voraus

(Motorsport-Total.com) - Sahara-Force-India zeigte eine starke zweite Saisonhälfte und hätte in der Konstrukteurs-WM beinahe noch Renault den fünften Platz weggeschnappt. Am Ende reichte es um vier Zähler nicht. Dennoch ist das indisch-britische Team zufrieden, denn man konnte die Leistung deutlich steigern und war regelmäßig in Q3 und in den Punkterängen. Adrian Sutil eroberte beim Saisonfinale Platz sechs und kämpfte dabei den Werks-Mercedes von Nico Rosberg nieder. Paul di Resta beendete seine Rookie-Saison mit insgesamt acht Top-10-Ergebnissen. Robert Fernley, der stellvertretende Teamchef, macht sich seine Gedanken nach langen 19 Rennwochenenden.

Adrian Sutil

Force India will sich im kommenden Jahr um einen Platz verbessern

Frage: "Brasilien war eine tolle Art, um die Saison zu beenden. Wie hat sich das Rennen für Adrian und Paul entwickelt?"
Robert Fernley: "Bei Rennbeginn änderten wie die Strategie für Adrian, weil seine Reifen nicht ganz über die Distanz hielten, wie ursprünglich gedacht. Deshalb änderten wir die Strategie auf drei Stopps ab, damit er vorne dabei bleibt. Bei Paul wollten wir es mit zwei Stopps versuchen, damit wir die Gegner abdecken konnten. Ab Runde 32 hatte er aber ein großes Problem mit dem Getriebe. Er verlor Öl. Zu einem Zeitpunkt war auch das KERS weg, aber wir konnten es wieder zum Laufen bringen. Paul musste mit Zugkraftunterbrechung schalten. Wie er es ins Ziel geschafft hat, weiß ich nicht."

Frage: "Das Team hat das persönliche Ziel mit Platz sechs erreicht, ihr kamt aber knapp an Renault heran. Ärgert es, dass man vielleicht hier und da einen Punkt liegen gelassen hat?"
Fernley: "Nein, ich glaube nicht. Natürlich war es unser Ziel, den sechsten Platz sicher zu haben. Natürlich wäre es ein schöner Bonus gewesen, wenn wir Platz fünf noch erreicht hätten. Die Saison ist wie sie ist. Ich bin mir sicher, dass Renault auch sagen könnte, wenn man dies oder jenes besser gemacht hätte, dann hätte man den Vorsprung behalten."

"Man muss damit klarkommen, was man zur Verfügung hat. Ich glaube, es war von uns eine gute und solide Leistung. Das Team hat den starken sechsten Platz erobert und das Team auf Rang fünf herausgefordert. Außerdem ist Adrian bei den Fahrern Neunter geworden. Das war ein weiteres Ziel. Paul ist der beste Rookie. Ich glaube nicht, dass wir es um soviel besser hätten machen können, wenn man bedenkt, dass wir das Auto erst verspätet zum Arbeiten gebracht haben. Wir müssen jetzt noch stärker sein und 2012 um Platz fünf kämpfen."


Fotos: Force India, Großer Preis von Brasilien


Frage: "Wie beurteilst du die Leistungen der Fahrer?"
Fernley: "Ich finde, sie haben beide einen sagenhaften Job gemacht. Adrians Überholmanöver in Brasilien war exzellent. Das zeigt, wie reif er in diesem Jahr geworden ist. Es war eine Mühe an Nico vorbeizugehen. Zuerst hatte er es knapp nicht geschafft, dann hat er nachgelassen, sich Zeit genommen und es beim zweiten Mal durchgezogen. Vielleicht hätte er das vor einem Jahr nicht gemacht. Das war also gut für ihn."

Frage: "Und Paul?"
Fernley: "Er hat Adrian immer unter Druck gesetzt. Gegen Saisonende mussten wir manchmal unterschiedliche Strategien einsetzen, die Paul manchmal nicht geholfen haben. Das war aber für das Team und nicht wegen ihm."

Frage: "Williams stellt sich neu auf, Lotus-Renault hat große Pläne, und Sauber und Toro Rosso werden auch nicht stillstehen. Was erwartest du von 2012?"
Fernley: "Wir müssen von Beginn an um Platz fünf kämpfen. Wenn wir das nicht schaffen, dann werden wir diesen Platz auch nicht erreichen. Du hast recht, keines dieser Teams wird stillstehen. Alle haben wahrscheinlich bessere Ressourcen als wir. Wir müssen deshalb noch härter arbeiten."