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Fernando Alonso: Nur dank guter Strategie noch P7 in Silverstone geholt

Die Strategie "rettet" das Wochenende von Fernando Alonso in Silverstone - Warum die zuletzt eher schwächeren Leistungen ihm keine schlaflosen Nächte bereiten

(Motorsport-Total.com) - "Insgesamt denke ich, dass wir ein sehr schwieriges Wochenende noch gerettet haben", resümiert Fernando Alonso nach Platz sieben beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone. Denn von der reinen Pace her wäre P7 im Aston Martin vermutlich nicht möglich gewesen.

Titel-Bild zur News: Fernando Alonso vor Pierre Gasly beim Formel-1-Rennen in Silverstone 2023

Fernando Alonso holte mit P7 laut eigener Aussage das Maximum heraus Zoom

"Wir waren in keiner Session des Wochenendes schnell genug, und das war auch im Rennen nicht anders", stellt Alonso klar. Aston Martin habe Probleme mit der Pace gehabt, und letztendlich habe nur die gute Strategie dieses Ergebnis noch ermöglicht.

"Wir haben am Anfang versucht, den Stint auf Medium zu verlängern, und dann gab es ein Safety-Car", erklärt Alonso, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht an der Box gewesen war und so einen "freien" Stopp bekam, der ihn einige Positionen nach vorne brachte.

Denn bevor Charles Leclerc als erster Fahrer aus den Top 10 an die Box kam, lag Alonso nur auf Position acht. Nach der Safety-Car-Phase war er Sechster und musste in der Schlussphase lediglich noch eine Position an Sergio Perez im Red Bull abgeben.

"Wir haben uns [beim Boxenstopp] für den Soft entschieden, weil es nur noch wenige Runden bis zum Ende waren. Ich denke, es war eine gute Strategie", sagt Alonso und lobt: "Dank all dieser Entscheidungen haben wir den siebten Platz geholt, der vielleicht ein bisschen über der Pace liegt, die wir hatten."

Nach Spielberg vor einer Woche sei Silverstone erneut "eines der schlechtesten Wochenenden" der Saison für Aston Martin gewesen, so Alonso, der aber trotzdem betont, dass er "entspannt" sei und deswegen nun nicht in Panik verfallen werde.

Warum Alonso die Situation "pragmatisch" sieht

"Wenn jemand anderes schneller ist als wir, können wir nichts tun", zuckt er die Schultern und erklärt, man müsse es dann eben verstehen und daraus lernen. Zudem erinnert er: "Vor zwei Rennen in Kanada haben wir um den Sieg gekämpft."

"Es ist also nicht so, dass wir in den ersten Rennen auf dem Podium standen und dann zurückfielen", stellt er klar und betont: "Um ehrlich zu sein mache ich mir keinen Stress wegen der Weiterentwicklung. Das Auto ist besser als erwartet in diesem Jahr."

"Wir kämpfen um Dinge, von denen wir zu Beginn des Jahres wahrscheinlich nicht einmal träumen konnten. Wenn wir jetzt also in den Top 10 bleiben und mit den Spitzenleuten kämpfen können, ist das großartig", so Alonso, der erklärt: "Wir müssen sehr pragmatisch und sehr entspannt mit unserer Performance umgehen."

Klar ist aber auch, dass der Trend aktuell gegen Alonso spricht, der in den ersten sechs Saisonrennen fünfmal auf dem Podium stand. Bei den folgenden vier Rennen gelang ihm das zuletzt nur noch ein einziges Mal. Trotzdem betont er, man müsse "das langfristige Bild" im Auge behalten.


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Mehrere andere Teams hätten zuletzt "einige signifikante Upgrades" gebracht, und zudem seien die Ergebnisse zum Teil auch streckenspezifisch gewesen. "Hoffentlich sind wir in Ungarn wieder konkurrenzfähig", so Alonso, der in der Fahrer-Weltmeisterschaft weiter auf Rang drei liegt.

McLaren jetzt ein echter Gegner für Aston Martin?

Bei den Konstrukteuren ist Aston Martin ebenfalls weiterhin Dritter, und obwohl McLaren ein starkes Wochenende in Silverstone hatte, betont Alonso: "Sie sind sehr schnell. Aber sie liegen [in der WM] viele Punkte zurück, also sollten wir genug Pace haben, um sie auf Abstand zu halten."

Tatsächlich liegt Aston Martin noch immer 122 Punkte vor McLaren, und Alonso glaubt nicht, dass sein Ex-Team ab jetzt "immer auf dem Podium" stehen wird. Denn hinter Red Bull sei es so eng, dass die Verfolgerteams die Punkte immer untereinander aufteilen müssen.

Es sei daher "schwierig", eine "große Serie" zu starten, so Alonso. "Aber natürlich müssen wir sie im Auge behalten. Und mit Mercedes und Ferrari wird es bis zum Ende eng sein", weiß der Spanier, der sich in Silverstone trotzdem dagegen entschied, gegen Lewis Hamilton zu kämpfen.


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Der Rekordweltmeister lag in der Startphase zunächst hinter Alonso, kam allerdings recht schnell vorbei. Alonso erklärt: "Sie waren das ganze Wochenende über schneller. Als er hinter mir lag, wusste ich, dass es sich nicht lohnt, mich zu lange zu verteidigen. Er hatte mehr Pace."

In Ungarn soll sich das Blatt nun wieder wenden, wenn es nach Alonso geht. Gelingt das nicht, wäre das für ihn aber auch nicht das Ende der Welt.

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