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Fake-Boxenstopps: FIA reagiert mit schärferer Kontrolle

Die FIA stellt nach dem Rennen von Silverstone klar, dass Fake-Boxenstopps verboten sind, und nimmt die Teams in Beweispflicht, wenn sie keine Strafe wollen

(Motorsport-Total.com) - Der Fake-Boxenstopp von Mercedes, mit dem die Silberpfeile Konkurrent Williams am Wochenende beim Großen Preis von Großbritannien austricksen wollten, wird noch ein Nachspiel haben, denn laut Informationen von 'motorsport.com' wird die FIA nun ein Auge auf die Angelegenheit werfen und angetäuschte Boxenstopps im Zweifel bestrafen.

Lewis Hamilton

Wenn die Boxencrew herauskommt, muss ein Auto reinkommen Zoom

"Sich ohne triftigen Grund so in die Boxengasse zu stellen, ist nicht erlaubt", wird ein Sprecher der FIA zitiert und verweist damit auf Artikel 23.11 des Sportlichen Reglements: "Das Teampersonal darf sich in der Boxengasse nur unmittelbar vor der Arbeit am Auto aufhalten und muss sofort nach Beendigung der Arbeit wieder zurückgezogen werden", heißt es in jenem Abschnitt. Mit seinem Fake-Stopp hat Mercedes aber gegen diese Regel verstoßen.

Zu diesem Zeitpunkt sei das Verhalten der Silberpfeile allerdings nicht bestrafungswürdig gewesen, so der Sprecher weiter, denn ein Herausholen der Boxencrew ist per se nicht verboten: "Zu diesem Zeitpunkt war es okay, was Mercedes gemacht hat, denn niemand wusste, dass sie nicht wirklich stoppen wollten", sagt er. Erst die Kommentare von Motorsportchef Toto Wolff nach dem Rennen brachten den Beweis, dass Mercedes mit Absicht gehandelt hat - da war es aber für die FIA schon zu spät, um noch einzugreifen.


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In Zukunft soll ein solcher Fake-Stopp aber nicht mehr möglich sein, da so etwas ab Ungarn als klarer Regelbruch zählen wird. Die Teams werden vor dem Grand Prix in Ungarn von der FIA gebrieft werden, dass sie im Notfall beweisen müssen, dass es sich um keinen Fake-Stopp sondern um eine kurzfristige Planänderung handelt: "Wir werden sie warnen, dass wir Beweise sehen und hören wollen, dass sie wirklich stoppen wollten", so der Sprecher. So werde beispielsweise der Funk abgehört werden, ob der Pilot wirklich der Auffassung war, er solle an die Box kommen.

Fake-Stopps waren vor einigen Jahren ein beliebtes Mittel, um die Konkurrenz zu täuschen und zu einem früheren Boxenstopp zu zwingen, wurden allerdings mittels Passus 23.11 des Sportlichen Reglements quasi verboten. Seit einem Unfall von Mark Webber am Nürburgring 2013, bei dem ein umherfliegendes Rad einen Kameramann verletzte, hat die FIA die Sicherheitsauflagen für Arbeiten in der Boxengasse zudem noch einmal verschärft.

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