powered by Motorsport.com

Ex-Feinde Webber und Vettel: Ab und zu wird telefoniert

Mark Webber spricht offen über seine Beziehung zu Ex-Teamkollegen Sebastian Vettel und rät Nico Rosberg im WM-Duell: "Kämpfe wie ein Straßenköter!"

(Motorsport-Total.com) - Fünf Jahre hielt die Partnerschaft zwischen Sebastian Vettel und Mark Webber. Red Bull hatte den jungen Deutschen 2009 an die Seite des erfahrenen Australiers gesetzt. Dieser fand keine Antwort auf Vettels Erfolge, obwohl er 2010 den WM-Titel nur knapp verpasste. Im Team bauten sich daher Spannungen auf, die sich unter anderem in der "Multi-21"-Affäre äußerten. Mit drei Jahren Abstand sieht Webber das Duell gegen Vettel etwas entspannter, schon zu Saisonbeginn bestätigte er eine lockerere Beziehung zum Ferrari-Piloten.

Mark Webber, Sebastian Vettel

Mark Webber und Sebastian Vettel waren nicht immer ziemlich beste Freunde... Zoom

Im Interview mit 'Auto Bild motorsport' verrät der Langstrecken-Pilot nun: "Als wir zusammen im Boxring waren, war der Kampf sehr intensiv. Aber das musste so sein, wir wollten beide das Beste aus uns herausholen. Jetzt haben wir mehr Abstand dazu und ein normales Verhältnis, wir telefonieren sogar ab und an." Die beiden ehemaligen Rivalen würden sich respektieren, so der Australier.

Die derzeitige Situation bei Ferrari sei nicht einfach für Vettel, macht Webber deutlich. Für ihn sei die Scuderia in diesem Jahr "eine große Enttäuschung", denn die Fahrer würden tun, was sie können und das Team vor den Medien schützen, doch innerlich sei ihnen bewusst, dass "das Team auf einem höheren Niveau fahren könnte", so der Porsche-Fahrer.


Fotostrecke: Mark Webbers bewegte Karriere

"Jede Woche ist irgendetwas, was sie nicht das Maximum herausholen lässt, ob das jetzt Getriebestrafen oder Strategiefehler sind. Das ist für Fahrer frustrierend." Vettel liegt in der WM-Tabelle sogar noch hinter Teamkollegen Kimi Räikkönen auf Platz fünf - ihm fehlen bereits 97 Punkte auf WM-Leader Lewis Hamilton.

Webber kennt die Stärken eines Sebastian Vettel aus eigener Erfahrung und glaubt daher auch, dass er das Ruder herumreißen kann. Jedoch sei der mediale Druck aus Italien nicht hilfreich, außerdem sei er sich nicht sicher, ob die richtigen Leute im Team gemeinsam arbeiten: "Man kann bei Sebastian sehen, dass das frustrierend sein kann. Aber seine Erfahrung wird ihm helfen, sich da rauszuboxen." Bereits Webbers Ex-Teamchef Christian Horner merkte an, dass Vettel bei Ferrari nicht immer glücklich wirke.


Fotos: Sebastian Vettel, Großer Preis von Deutschland


Kämpfen muss laut Webber auch WM-Zweiter Nico Rosberg. Nachdem der Deutsche seine überlegene WM-Führung nicht ausbauen konnte, und nun Lewis Hamilton die Trendwende eingeleitet hat, muss Rosberg kontern. Ihm fehlen derzeit 19 Zähler auf den Briten. Webber kennt Rosbergs Situation nur allzu gut. Im gleich überlegenen Auto den Teamkollegen zu schlagen, gelang bisher beiden nicht. Webber rät: "Er muss kämpfen wie ein Straßenköter!"

Doch laut dem Australier wird es extrem schwierig, vor allem wenn Hamilton sein wahres Talent auspackt. "Er muss sich seine Energie einteilen und zuschlagen, wenn Lewis Hamilton gerade wieder einen kniffligen Moment hat."