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"Es ist die Zukunft": Sauber erwägt Formel-E-Einstieg

Nach Mercedes will Sauber in die Elektrorennserie, doch es drohen Kostenexplosion und Herstellerdominanz - 2014 stand ein Einstieg bereits kurz bevor

(Motorsport-Total.com) - Die Sauber-Mannschaft hat ersthaftes Interesse, in die Elektrorennserie Formel E einzusteigen. Wie die Teamchefin Monisha Kaltenborn am Rande des Japan-Grand-Prix erklärt, könnten die Schweizer ohne viel Vorlaufzeit ein entsprechendes Programm auf die Beine stellen und prüften derzeit die Möglichkeiten, das Projekt zusätzlich zu einem Formel-1-Engagement umzusetzen: "Da müssen wir definitiv ein Auge drauf werfen. Es bedeutet die Zukunft", bekennt die Österreicherin.

Monisha Kaltenborn

Monisha Kaltenborn könnte bald noch durch ein anderes Paddock schlendern Zoom

Entscheidend ist für Sauber, ob es die Formel-E-Regularien erlauben, am Chassis zu arbeiten, oder ob weiter mit Einheitsteilen operiert wird. "Das würden wir schnell hinbekommen, das haben wir schon bewiesen", so Kaltenborn und nennt einen Schritt in die Elektroszene "logisch". Offenbar bringt der neue Investor Longbow so viel Geld nach Hinwil, dass sich diese Möglichkeiten auftun.

Allerdings würde Sauber ein ähnliches Problem wie in der Königsklasse begegnen, wenn sich die Mannschaft als Privatier wieder mit Herstellern messen muss. Audi mischt mit Einsatzteam Abt schon kräftig mit, Renault und Citroen fahren ein ähnliches Modell, Jaguar ist frisch in die Formel E eingestiegen und BMW intensiviert seine Partnerschaften. 2018 kommt wohl auch Mercedes.

Dass mit Liberty Media jetzt der gleiche Eigner wie in der Formel 1 das Sagen hat, könnte helfen. Trotzdem zeigt sich Kaltenborn auch kritisch: "Die Kosten steigen, sogar wenn es bei dem Versuch bleibt, ein Einheitsauto beizubehalten. Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass die Regeln Jahr für Jahr gelockert werden", blickt sie voraus und befürchtet: "Das heißt grundsätzlich, dass es teuerer wird."

Was bislang nicht bekannt war: Sauber stand schon vor der Saison 2014/2015 kurz davor, in der Formel E zu debütieren. Damals hielten die Verantwortlichen einen Platz frei, ehe sich das Team gegen das Projekt entschied, um sich voll und ganz der Beletage zu widmen, wo der Schuh schon genug drückte. "Es war uns sehr, sehr ernst", betont Kaltenborn. "Wir waren lange drauf und dran, aber es war nicht der richtige Zeitpunkt. Über das Knie brechen sollte man es nicht."

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