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Sauber ohne Ersatz: Ausfall eines Stammfahrers problematisch

Weil Sauber keinen Ersatzpiloten besitzt, wäre der Ausfall von Marcus Ericsson nach seinem Fahrradsturz ein Problem - Geld spielt bei Fahrerwahl keine primäre Rolle

(Motorsport-Total.com) - Beinahe hätte Sauber in Malaysia ein Problem gehabt. Denn hätte sich Stammpilot Marcus Ericsson bei seinem Fahrradsturz über ein Huhn schwerer verletzt und wäre nicht einsatzfähig gewesen, dann hätten die Schweizer keinen Ersatzpiloten parat gehabt. Denn Sauber gehört zu den wenigen Formel-1-Teams, die in dieser Saison keinen Reservefahrer besitzen. "Wir sind im Moment nicht abgesichert", muss Teamchefin Monisha Kaltenborn zugeben.

Marcus Ericsson

Glücklicherweise kann Marcus Ericsson in Sepang an den Start gehen Zoom

Im vergangenen Jahr hätte man theoretisch Ferrari-Junior Raffaele Marciello in den eigenen Reihen gewusst, doch nach dessen Trennung von der Scuderia besitzt man in Hinwil nichts mehr in der Hinterhand. "Hätte er (Ericsson; Anm. d. Red.) sich verletzt, dann hätten wir ein Problem gehabt", weiß Kaltenborn und möchte die Situation für das kommende Jahr lösen.

Wie die Lösung im Falle eines Ausfalls von Ericsson oder Teamkollege Felipe Nasr ausgesehen hätte, kann man nur raten. Eventuell hätte man einen Reservepiloten von Ferrari ausleihen können, wie etwa Jean-Eric Vergne. Bereits 2011 steckte man in einer ähnlichen Situation, als sich Sergio Perez in Monaco verletzte und in Kanada Probleme beim Fahren bekam. Damals holte man einfach seinen Ex-Piloten Pedro de la Rosa zurück, der mittlerweile allerdings knackige 45 Jahre auf dem Buckel hat.

In den vergangenen Jahren hatte man meist genügend Fahrer im Hintergrund, die allerdings wohl eher Geld in die Kassen gebracht haben: Adderly Fong, Sergei Sirotkin oder Giedo van der Garde standen auf der Reserveliste (und das sogar zeitgleich), doch spätestens seit dem neuen Investor Longbow ist Geld nur noch ein untergeordnetes Thema. "Unsere Existenz hängt nicht mehr davon ab, ob ein Fahrer ausreichend Geld mitbringt", betont Kaltenborn. Das gelte vor allem auch für die Stammfahrer.

Es gilt als offenes Geheimnis, dass der Deal über die Seite von Marcus Ericsson kommt und der Schwede dadurch auch in der kommenden Saison gesetzt sein dürfte. Das, und das ist der Teamchefin sehr wichtig, nehme allerdings nichts von irgendeiner Leistung weg: "Die Fahrer, die heute Sponsoren mitbringen, sind keine schlechten Fahrer", unterstreicht sie und findet es unfair, wenn Paydriver immer gleich als schlecht abgestempelt werden.


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Ohnehin würde Sauber keinen Fahrer nur wegen der Kohle verpflichten: "Das Wichtigste ist der Speed. Ob er ins Team passt oder alles andere, ist egal, wenn man einen schnellen Fahrer hat", sagt die Österreicherin. "Wenn es allerdings einen Fahrer gibt, an dem wir interessiert sind, der einen Partner mitbringt, dann werden wir nicht nein sagen", meint sie weiter, denn auch ihr ist bewusst, dass Geld kein ganz unwichtiger Faktor ist.

"Wir kennen die Regeln und wissen, dass mit den Änderungen noch mehr Kosten auf uns zukommen werden. Und je mehr Geld man hat, desto mehr und schneller kann man entwickeln. Und desto schneller können wir unsere Ziele erreichen - zurück ins Mittelfeld zu kommen", so Kaltenborn, die hofft, ihre Fahrer für 2017 noch vor Saisonende bestätigen zu können - unabhängig davon ob man am Ende Elfter oder Zehnter in der WM wird, was noch einmal zusätzliche Millionen bringen würde.

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