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Ecclestone-Nachfolge? Brown würde nicht nein sagen

Marketingexperte Zak Brown wird in Großbritannien als Nachfolger von Bernie Ecclestone gehandelt - Der US-Amerikaner selbst könnte sich das durchaus vorstellen

(Motorsport-Total.com) - Seit Bernie Ecclestones 80. Geburtstag Ende Oktober wird wieder häufiger darüber spekuliert, wer wohl eines Tages seine Nachfolge antritt und in der Formel 1 das Ruder übernimmt. Ein Name, der zu diesem Thema vor allem in Großbritannien immer wieder kursiert, ist Zak Brown. Der US-amerikanische Marketingexperte gehört zu den "Big Playern" in der Königsklasse, denn mit seiner Firma Just Marketing International (JMI) betreut er Großsponsoren wie LG, UPS, Johnnie Walker und Lenovo.

Zak Brown

Zak Brown wird als Nachfolger von Bernie Ecclestone gehandelt Zoom

Und Brown selbst erteilt der Vorstellung, irgendwann der neue Ecclestone zu werden, in einem Interview mit dem britischen 'Guardian' keine direkte Absage. Er wird auch deshalb als Nachfolger gehandelt, weil seine Biografie der des Formel-1-Zampanos sehr ähnelt. Beide haben sich erfolglos als Rennfahrer versucht, haben ihre eigenen Teams aufgebaut und sich als Geschäftsleute richtig durchgestartet.

Der heute 39-jährige Brown hatte immer davon geträumt, ein Formel-1-Pilot zu werden. Er ging nach England und brachte viele Opfer, um sich diesen Traum zu erfüllen. Doch ihm wurde bald klar, dass er als Fahrer keine große Zukunft vor sich haben wurde und begann, im Motorsport Geschäfte zu machen, obwohl er dazu keinerlei Ausbildung hatte.

"Das Business entstand, weil ich zum Leben Geld verdienen musste." Zak Brown

"Ich bin nicht auf's College gegangen. Ich bin nicht einmal sicher, ob ich das Wort buchstabieren könnte", sagt Brown. "Das Business entstand, weil ich zum Leben Geld verdienen musste. Denn als Fahrer habe ich nicht genug Geld verdient. Man sagte mir, dass ich aufhören soll zu fahren - und das schmerzt dem Ego - und mich auf Sponsoring konzentrieren. 1998 wurde mir klar, dass ich kein Problem damit hatte, Sponsoren zu finden, sondern Sponsoren für Zak Brown zu finden. Denn Zal Brown würde Firmen wie LG oder UPS nicht dahin bringen, wo sie hin müssen. Sie brauchten einen Superstar als Fahrer."

Also stieg er in die Sponsorenvermittlung ein und entschied im Jahr 2000, seine eigenen Rannambitionen ganz aufzugeben und sich zu 110 Prozent seiner neuen Aufgabe zu widmen. Das tat er mit Erfolg und baute mit JMI ein erfolgreiches Unternehmen auf. Dazu war jedoch auch harte Arbeit nötig. Brown bleibt immer am Ball, Emails werden sofort beantwortet, auch nächtliche SMS werden im Bett sofort gelesen. "Das macht meine Frau wahnsinnig, wenn ich zu Hause bin. Was auch nicht oft der Fall ist", bekennt Brown.

Leidenschaft als Antrieb

Und wenn ihm doch ein bisschen Zeit bleibt, dann steigt er doch noch selbst ins Renncockpit - natürlich für sein eigenes Team, United Autosports. An diesem Wochenende teilt er sich bei den 24 Stunden von Daytona mit Martin Brundle, Mark Blundell und Mark Patterson einen Riley-Ford. Browns Einstellung ist, dass man echte Leidenschaft für den Rennsport spüren muss, um darin auch geschäftlich Erfolg zu haben. Und da sieht er Parallelen zwischen sich und Ecclestone.

"Die Leute, die im Motorsport wirklich erfolgreich sind, kommen von innen", erklärt Brown. "Man muss einen gewissen Racerinstinkt in sich haben, um zu überleben. Normalerweise sind das Leute mit einer Leidenschaft für den Sport, die als Fahrer oder Mechaniker ganz unten angefangen haben und sich nach oben gearbeitet haben." Und das gilt für beide - für Ecclestone und Brown.

"Man muss einen gewissen Racerinstinkt in sich haben, um zu überleben." Zak Brown

Als weiteres Indiz dafür, dass Brown den "alten Mann der Formel 1" beerben könnte, wird in Großbritannien das enge Verhältnis zwischen den beiden gewertet. So ließ es sich Ecclestone nicht nehmen, im vergangenen Jahr bei der Präsentation von Brown Team United Autosports dabei zu sein. Angeblich sollen die beiden auch kürzlich wieder einmal gemeinsam zu Abend gegessen haben, als Brown zu einem 24-Stunden-Businesstrip nach London geflogen war. Und Ecclestone ist voll des Lobes für den 39-Jährigen: "Ich kenne die Entschlossenheit und den Antrieb, die Zak Brown in die kommerzielle Seite der Formel 1 bringt, aus erster Hand."

Auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, seinen Freund zu beerben und selbst der einflussreichste Mann der Formel 1 zu werden, antwortet Brown lachend: "Das ist schmeichelnd. Das ist ganz sicher mein Leben. Ich habe das Gefühl, dass ich einen gut abgerundeten Hintergrund habe, ich bin gefahren, hatte ein Team, war im Sponsoring tätig und habe mit all den wichtigen Leuten in diesem Sport Geschäfte gemacht."

Er würde gern "für immer" in der Formel 1 bleiben. Es gäbe zwar einige Dinge, die er noch nicht könne, zum Beispiel Fernsehverträge aushandeln oder ähnliches, "aber so etwas kann man lernen. Oder es gibt andere Leute, die das nötige Fachwissen haben. Ich frage oft nach Rat." Es sei eine seiner Stärken, anzuerkennen, was er nicht kann und zu versuchen, sich mit Leuten zu umgeben, die es können. "Ich möchte für immer in diesem Sport bleiben. Sollte ich also jemals den Ruf bekommen, in irgendeiner Form an der Zukunft der Formel 1 mitzuwirken, dann würde ich das machen."

Allerdings sei es unmöglich, Ecclestone zu ersetzen, weiß Brown. Dieser habe als Chef eine solch einmalige Arbeitsweise, dass man "nicht einfach kommen und über Nacht Bernie sein kann." Das sei ein Problem für die Formel 1, denn Ecclestone werde seine Job nicht ewig machen. Doch noch bleibe Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, so Brown: "Ich denke nicht, dass er in Rente geht. Er wird weitermachen, bis die Lichter ausgehen, also könnte er noch weiter zehn Jahre vor sich haben."

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