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  • 06.05.2004 · 15:34

  • von Fabian Hust

De la Rosa: Vom Heli-Fliegen in seiner Heimat

Pedro de la Rosa ist Spanier und lebt in Barcelona - kein Wunder also, dass er zum Barcelona-GP eine besondere Beziehung hat

(Motorsport-Total.com) - Fünftes Rennen der Saison für das McLaren-Mercedes-Team in Barcelona und damit Zeit für den Testfahrer des Teams, Pedro de la Rosa, ein paar Einblicke in sein Leben in der spanischen Metropole zu geben: "Ich lebe in Barcelona und versuche hier so viel Zeit wie möglich zu verbringen, wenn ich nicht für das McLaren-Mercedes-Team teste", erklärt der 33-Jährige. "Auch wenn ich die Stadt mag, so fahre ich wirklich gern aus der Stadt heraus, um meine Eltern zu besuchen."

Pedro de la Rosa

Echt abgehoben: Pedro de la Rosa fliegt einen RC-Helikopter

Die Eltern wohnen in einer ruhigen Waldlandschaft in den Bergen. Dort schaltet der Formel-1-Pilot sein Mobiltelefon aus und kann so bestens entspannen: "Zum Mountainbike-Fahren ist dies die perfekte Umgebung und ich entdecke ständig neue Pfade und Strecken. Man muss hart trainieren, um vorne bei der Musik zu sein und fit zu bleiben. Dahinter steckt kein großes Geheimnis, man muss einfach seinem Programm folgen, auch wenn man dies um die Flüge und Arbeitszeiten herum einpassen muss. Das Haus meiner Eltern ist ein perfekter Platz zum Trainieren. Und auch für den Geist ist es gut, da es so ruhig ist - genau das Gegenteil von der Grand-Prix-Arbeitsumgebung."#w1#

Dort kann de la Rosa auch seinem Hobby, dem Modell-Hubschrauber-Fliegen, frönen: "Ich hatte im Verlauf meines Lebens viele Hobbies, der RC-Sport ist vielleicht das beste." Sein Vater war dagegen, dass Pedro Rennen fährt und schlug ihm dies als Ersatzhobby vor, baute sogar eine kleine Rennstrecke. Der Sohnemann nahm es so ernst, dass er sich sogar dem Wettbewerb stellte. "So begann ich zu lernen und zu testen. Aber ich dachte nie, dass ferngesteuerte Autos für mich eine Trainingsinsel für die Formel 1 werden würden, da diese so weit weg und unerreichbar erschien. Aber warum auch immer war ich gut darin und gewann die Spanische und Europäische Meisterschaft und wurde zudem Vize-Weltmeister. Heute fühle ich mich ziemlich alt, wenn mein Vater mich daran erinnert, dass dies schon 18 Jahre her ist!"

Eines Tages schaffte er es sogar, seinen Vater davon zu überzeugen, ein Kart zu bekommen: "Es war schwierig, ihn zu überzeugen", lacht Pedro de la Rosa. "Ich sagte ihm, dass ich nur testen und keine Rennen fahren würde. Ich war sofort sehr schnell und sagte ihm 'Schau her, wir können das Rennen gewinnen!'. Das war zwar eine Lüge, aber der einzige Weg, um meinen Vater dafür zu begeistern. Für mich war es schon eine Leistung gewesen, nur Kart-Fahren zu können, denn ich musste meinen Vater dafür so sehr bearbeiten. Ich habe schon Go-Kart-fahrende Väter gesehen, die ihrem Sohn einen Helm aufschnallen und sagen, dass sie fahren müssen und das Kind heulte, weil es Angst hat. In meinem Fall war es mein Vater der heulte und ich versuchte, den Helm aufzuziehen!"

Ferngesteuerte Fahrzeuge spielen im Leben des Rennfahrers immer noch eine Rolle, versucht er doch im Moment, seine Fähigkeiten am RC-Helikopter zu verbessern: "In gewisser Weise gibt es Parallelen zum Fahren eines Formel-1-Autos, weil es um die Koordination von Hand und Augen geht. Man muss mit seinen Bewegungen sehr akkurat sein, da der Helikopter sehr sensibel auf jede kleine Bewegung deiner Finger reagiert. Es befriedigt mich sehr, wenn ich zum Beispiel eine gute Landung hinbekomme oder wenn ich eine Kurve fliege und man das Geräusch des Rotors gegen den Wind hören kann. Das lässt meine Hände ganz feucht werden! In einem Formel-1-Auto kann man vielleicht ein paar Sekunden durchschnaufen, wenn man auf einer langen Geraden fährt, nicht aber, wenn man diesen Helikopter fliegt!"

Die Fähigkeiten von Pedro de la Rosa scheinen genetisch bedingt zu sein, denn auch sein Vater hat den Helikopter im Griff, was seinen Sohn verblüfft: "Mein Vater hat ein sehr schlechtes Augenlicht und kann kaum Fernsehschauen, aber er fliegt ohne Brille und ich frage mich wirklich, wie er das macht!"

Für einen Rennfahrer wie de la Rosa, der so viel herumreist, stellt ein "Heimrennen" in Barcelona natürlich einen Vorteil dar: "Ich bin in meiner Karriere eine Menge herumgekommen und habe in England und Japan gelebt, aber ich würde Barcelona nie als meine Heimatstadt hergeben. Sie hat eine so schöne Architektur, es gibt wunderschöne Boote im Hafen zu beobachten, es gibt ein reges Nachtleben, weswegen man mit seinen Freunden Spaß haben kann. Ich denke, dass es wichtig ist, dass man im Leben auswählen kann und das bekomme ich von Barcelona und aus diesem Grund mag ich es so sehr."

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