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Caterham sucht nach neuer Teambasis

Caterham-Teamchef Manfredi Ravetto erklärt, dass sein Team mittelfristig die bisherige Teambasis in Leafield verlassen möchte - Sotschi-Qualifying ein Highlight

(Motorsport-Total.com) - Caterham sucht mittelfristig nach einer neuen Teambasis, wird aber vorerst weiterhin im britischen Leafield stationiert sein. Das erklärt Teamchef Manfredi Ravetto in einer Pressemitteilung. "Leafield wird Teambasis bleiben, es ist allerdings kein Geheimnis, dass wir nach einer passenderen Alternative suchen." Mit diesem Schritt will sich Caterham endgültig von allen Altlasten aus der Vergangenheit des Teams trennen und auch räumlich einen Neuanfang wagen.

Manfredi Ravetto

Manfredi Ravetto und Kollegen müssen bei Caterham Aufbauarbeit leisten Zoom

Zuletzt hatte die Beschlagnahmung eines Formel-1-Autos und eines Simulators bei der ebenfalls in Leafield ansässigen Firma Caterham Sports Limited für Schlagzeilen gesorgt, welche laut offizieller Darstellung des Formel-1-Teams aber nur ein Zulieferer ist. Dennoch torpedieren solche Meldungen die Bemühungen des neuen Managements rund um Colin Kolles, dem Rennstall neues Leben einzuhauchen.

Auf die seit Anfang Juli vollbrachten Leistungen blickt Ravetto mit Genugtuung zurück. "Unter den vorherigen Besitzern stand das Team kurz davor, vor dem britischen Grad Prix den Rennbetrieb einzustellen. Wir, das neue Management, sind stolz darauf, dass wir nicht nur die Europa-Saison, sondern auch die in Asien absolviert haben", so der Italiener. "Das gibt und vor den letzten drei Rennen in Amerika und dem Mittlern Osten Rückenwind."

Die Fortschritte bei Caterham sind unverkennbar. War das Team im ersten Halbjahr in der Regel deutlich langsamer als die unmittelbare Konkurrenz von Marussia, platzierten sich die Caterham-Piloten zuletzt immer wieder vor den Marussia-Fahrern. Im Qualifying zum Großen Preis von Russland in Sotschi verpasste Marcus Ericsson als 17. den Einzug in Q2 nur um 0,122 Sekunden. "Unsere Performance im Qualifying von Sotschi hat das Team in eine Position gebracht, in der es vorher noch kaum war", freut sich Ravetto.

Dieser sportliche Aufwärtstrend lässt bei Caterham auch das Selbstbewusstsein wachsen. Auf Kritik an seinem Team reagiert Ravetto gelassen. "Selbst wenn es ein paar negative Kommentare oder bei einigen Leuten, die uns gerne scheitern sehen würden, Skepsis gibt, können wir damit leben", sagt er. Caterham wolle mit Fakten antworten. "Wir starten neue technische Entwicklungen und stabilisieren das Team in finanzieller Hinsicht", betont der Teamchef. So wurde zur Entwicklung des Autos von 2015 der Windkanal von Toyota in Köln angemietet.

Ravetto erinnert die Kritiker zudem daran, dass die nun bei Caterham verantwortlichen Personen nicht die Totengräber, sondern die Lebensretter des Rennstalls seien. "Wir sind die Mutigen, die die Brandherde bekämpfen und nicht diejenigen, welche das Team in eine kritische Lage gebracht haben."