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Caterham Sports Limited: Gerichtsvollzieher klopft an

Bei Caterham Sports Limited in Leafield wurde ein Formel-1-Auto beschlagnahmt, die Teameigentümer bezeichnen die Firma jedoch nur als Zulieferer

(Motorsport-Total.com) - In den vergangenen Tagen stand in Leafield zumindest zweimal der Gerichtsvollzieher vor der Tür. Doch was zunächst zu wilden Spekulationen führte, bis hin zu einem angeblichen Nichtantreten beim Grand Prix von Japan in Suzuka, wird nun von den derzeitigen Teameigentümern relativiert: "Es kursieren nicht fundierte Gerüchte ohne jede Substanz über Maßnahmen gegen 1MRT (1Malaysia Racing Team; Anm. d. Red.), den Teilnehmer und Eigentümer von CaterhamF1."

Colin Kolles

Berater Colin Kolles kämpft mit Caterham einen sehr schwierigen Überlebenskampf Zoom

"Gestern (am Dienstag; Anm. d. Red.) wurde eine Maßnahme gegen eine Zulieferfirma von 1MRT angedroht. Diese Firma gehört nicht zum Eigentum von 1MRT und hat keinen Einfluss auf die Teilnahme von CaterhamF1 oder dessen Eigentümer", heißt es in einer offiziellen Presseaussendung. Und weiter: "Entgegen unkontrollierter Gerüchte gehen auch alle Aktivitäten in Leafield weiter und das Rennteam bereitet sich auf seinen Einsatz in Japan vor."

Tatsache ist: Seit Mittwoch werden auf der Website des zuständigen Gerichtsvollziehers unter anderem ein Formel-1-Testfahrzeug aus dem Jahr 2013, aktuelle Teile für das Rennfahrzeug 2014, Lenkräder, Wagenheber, Anlasser, Memorabilia sowie TV- und Computerbildschirme aus der in dieser Woche beschlagnahmten Masse angeboten. Die beiden Autos für den Grand Prix von Japan befinden sich jedoch bereits in Suzuka.

Denn laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' stand nicht 1MRT im Fokus des Gerichtsvollziehers, sondern die ebenfalls in Leafield ansässige Firma Caterham Sports Limited (bis 2. Dezember 2013 beim Handelsregister als 1Malaysia Racing Team eingetragen). Diese ist schon seit Wochen Gegenstand von Meinungsverschiedenheiten zwischen den alten Caterham-Eigentümern rund um Tony Fernandes und den neuen Eigentümern hinter Berater Colin Kolles.

Angeblich hat Fernandes Caterham Sports Limited missbraucht, um im Zuge des Verkaufs des Formel-1-Teams dessen wahren Zustand zu verschleiern. Demnach hätte das Team ohne die Übernahme bereits im Sommer den Rennbetrieb einstellen müssen. Die neuen Eigentümer wiederum sehen sich fast täglich neuen Überraschungen ausgesetzt. Teamchef Manfredi Ravetto sprach unlängst davon, täglich bis zu "zehn Wunder" vollbringen zu müssen.

Als Direktoren von Caterham Sports Limited sind beim britischen Handelsregister Romulus Kolles und der Münchner Anwalt Michael Willmer eingetragen. Ravetto wurde zwar am 2. Juli ursprünglich zum Direktor bestellt, am 10. Juli jedoch schon wieder aus dieser Funktion abberufen. Die Bilanz der Firma für das Jahr 2013 war zum 30. September fällig und sollte folgerichtig in den nächsten Tagen vom Handelsregister öffentlich kundgemacht werden.


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Der Renneinsatz in Suzuka mit Lokalmatador Kamui Kobayashi, Marcus Ericsson und dem künftigen Stammfahrer Roberto Merhi, der vorerst nur am Freitag fahren wird, ist indes gesichert. Auch die Rückstände bei Pirelli (wo laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' drei weitere Teams verschuldet sind) werden mittels eines Zahlungsplans abgestottert, sodass entgegen anderslautenden Gerüchten weiterhin Reifen geliefert werden.