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  • 11.04.2002 · 11:19

  • von Marcus Kollmann

Brawn: F2002 ermöglicht bessere Strategien

Der Technische Direktor über die Besonderheiten des Heimrennens in Imola, die Strecke, die Verbesserungen am F2002 und die Reifen

(Motorsport-Total.com) - Nachdem der F2002 in Brasilien seine Bewährungsprobe glänzend bestand und sich die Entscheidung zu Gunsten des 2002er-Autos als richtig erwies, freut sich Ferraris Technischer Direktor, Ross Brawn, über das erste Heimspiel der Roten am kommenden Wochenende. Der auf den Schultern jedes einzelnen Ferrari-Mechanikers am Freitag, Samstag und Sonntag lastende Druck wird dabei noch größer sein als während des letzten Rennwochenendes, denn die Tifosi sind weltweit für ihren Enthusiasmus im Falle eines Ferrari-Erfolges aber auch gleichzeitig für ihre Kritik im Falle eines aus ihrer Sicht unakzeptablen Ergebnisses bekannt.

Ross Brawn (Technischer Direktor)

Brawn rechnet 2002 nicht mit Problemen mit der Bremsanlage wie im Vorjahr

"Es ist immer sehr aufregend, in Italien vor den Augen der Tifosi zu fahren. In der Vergangenheit, als es nicht so gut lief, haben sie es uns ziemlich schwer gemacht, doch in den letzten Jahren lief es besser und wir hatten eine unglaubliche Unterstützung durch sie", erklärt Ross Brawn, dass es Fluch und Segen zugleich sein kann, wenn ein Team so viele mitfiebernde Fans hat.

Ferrari durch nahe gelegene Fabrik und Tests in Imola im Vorteil

Konnte in Interlagos nur Michael Schumacher auf den F2002 zurückgreifen, wird ab Imola nun auch Rubens Barrichello endlich im neuen Auto antreten können. Im Vorteil gegenüber der Konkurrenz kann sich die Scuderia von Freitag bis Sonntag aus zwei Gründen wägen. Zum einen konnte man mit dem F2002 schon vor einigen Wochen in Imola testen und kann deshalb im Gegensatz auf die Konkurrenz auf aktuelle Daten zurückgreifen, zum anderen ist die Ferrari-Fabrik nicht weit entfernt, sodass man auch kurzfristig auf alle Eventualitäten reagieren kann.

"Es ist gut zu wissen, dass unsere Fabrik nicht weit entfernt ist", bestätigt Brawn und erklärt weiter: "Wir konnten mit dem neuen Auto vor ein paar Wochen in Imola schon einmal testen, weshalb wir eine gute Grundlage für das Rennwochenende haben sollten. Diese Strecke ist neben Kanada am härtesten für die Bremsen. Deshalb werden wir hier auch das stärkste von insgesamt drei verschiedenen, während der Saison dem Team zur Verfügung stehenden, Bremssystemen benutzen. In der Qualifikation werden die Autos jedoch mit einer leichteren Bremsabstimmung unterwegs sein", verrät der Engländer, der auch den Grund von Michael Schumachers Ausfall im letzt Jahr noch einmal genauer beleuchtet: "Wir hatten ein Problem mit der Telemetrie und konnten deshalb die Temperaturen der Bremsen nicht überwachen. Nachdem sie einmal zu heiß waren, setzte sich eine Ereigniskette in Gang, die schließlich den endgültigen Ausfallgrund hervorrief. Dieses Jahr sollte das jedoch kein Problem mehr sein, denn wir haben eine neue Lösung als Backup gefunden."

F2002 beansprucht Hinterreifen weniger als der F2001

Was die grundsätzliche Abstimmung für die 4,933 Kilometer lange Strecke anbelangt, weiß Ferraris Technischer Direktor zu berichten, dass die Traktion beim Herausbeschleunigen aus den Kurven sehr wichtig ist. Zwar kann man durch die Optimierung der Traktionskontrolle hier eine Menge erreichen, doch schlussendlich bestimmen die Fahrer, wie weich das Heck abgestimmt wird, sodass das Auto nicht zu sehr untersteuert und sich genau den eigenen Vorstellungen nach verhält.

Neben den Bremsen wird auch den Reifen in Imola eine große Bedeutung zukommen. "Wir hatten in Brasilien einen neuen Reifen, welchen wir in Imola getestet hatten, und wir werden für das Rennen hier einen neuen Reifen zur Verfügung haben, welchen wir bei unseren letzten Testfahrten in Italien prüften. In Brasilien machten wir uns noch über den Verschleiß der Reifen Sorgen, doch das neue Auto scheint die Hinterreifen wesentlich weniger zu beanspruchen als das alte, was für die bevorstehenden Rennen nur gut sein kann", erklärt Brawn, dass der F2002 die Bridgestone-Pneus besser nutzt ohne diese überzustrapazieren und durch die konstantere Performance im Rennen auch die Planung der Rennstrategie einfacher sei.

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