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  • 12.03.2004 · 17:02

BMW-Williams: Vorschau auf Malaysia

Nach dem enttäuschenden Saisonauftakt blickt man bei BMW-Williams optimistischer in Richtung Kuala Lumpur

(Motorsport-Total.com) - Nach einem schwierigen Saisonauftakt in Melbourne bereitet sich das BMW-Williams-Team auf den nächsten Grand Prix vor, der am 21. März 2004 in Malaysia stattfindet. Die moderne Rennstrecke von Sepang, südlich der Hauptstadt Kuala Lumpur gelegen, verspricht Spannung. Ein vergleichsweise geringes Grip-Niveau auf einem relativ glatten Belag erfordert bei der Fahrzeugabstimmung viel Anpressdruck.

Ralf Schumacher

Ralf Schumacher fühlt sich für die Hitze gut gerüstet

Der Kurs ist eine Herausforderung für Mensch und Maschine: Auf den Geraden erreichen die Fahrzeuge rund 320 km/h, in engen Kurven sinkt das Tempo auf 80 km/h. Die Strecke bietet gute Überholmöglichkeiten, hier können sich Fahrer profilieren und Fans das Zuschauen genießen.#w1#

Ohne Zweifel wird das Klima ein entscheidender Faktor beim Großen Preis von Malaysia werden. Rasch wechselnde Witterung und eine belastend hohe Luftfeuchtigkeit beinhalten nicht selten wolkenbruchartige Regenfälle. Hohe Temperaturen indes sollten dem BMW-Williams-Team und Reifenpartner Michelin entgegen kommen.

Montoya schreckt die Hitze nicht ab

Juan-Pablo Montoya: "Nach dem für uns enttäuschenden Rennen in Melbourne haben wir sofort damit begonnen, den FW26 weiter zu verbessern, um beim nächsten Grand Prix konkurrenzfähig zu sein und zu Ferrari aufschließen zu können. Die hohen Temperaturen in Malaysia und Bahrain sollten uns liegen, von daher hoffen wir auf bessere Ergebnisse. Unser BMW-Motor war während der Wintertests sehr zuverlässig. Wir gehen davon aus, dass er auch die extreme Hitze wegstecken kann. Die Michelin-Reifen dürften in der Wärme ebenfalls sehr gut sein."

Der Kolumbianer weiter: "Die hohe Luftfeuchtigkeit und die Hitze in Malaysia machen mir keine allzu großen Sorgen. Für meine Fitness habe ich während des Winters trainiert, ich war im Studio, habe Tennis gespielt und bin Fahrrad gefahren. Ich hoffe nur, dass meine Trinkflasche in diesem Jahr nicht wieder ihre Dienste einstellt wie 2003. Außerdem sollten wir uns daran erinnern, dass uns in Sepang 2002 der erste Doppelsieg des BMW-Williams-Teams gelungen ist."

Schumacher: "Sollten in Malaysia etwas besser aussehen"

Ralf Schumacher: "Das Eröffnungsrennen in Melbourne hat uns brutal gezeigt, dass noch sehr viel Arbeit auf uns wartet, wenn wir in diesem Jahr um die Weltmeisterschaft fahren wollen. Wir werden zwar den Vorsprung von Ferrari so kurzfristig nicht ganz aufholen können, aber wir sollten in Malaysia doch etwas besser aussehen."

"Die Strecke und das heiße Klima passen besser zu unserem Auto und zu unseren Reifen, darauf allein sollten wir uns aber auch nicht verlassen", erläutert der 28-Jährige. "Körperlich bin ich für die Hitzeschlacht in Sepang bestens gerüstet, auch wenn ich mit Schaudern an meine letztjährige Aufholjagd von Platz 17 auf Platz 4 denke: An meinem Helm war jenes Teil abgebrochen, dass die Luft in den Helm leitet. Ich konnte kaum atmen, die Temperatur unter dem Helm war mörderisch."

Michael: "Strecke ist fahrerisch anspruchsvoll"

Sam Michael, Chefingenieur des Williams-Teams: "In Malaysia wird es viel heißer sein als in Australien, aber in dieser Gegend besteht auch täglich das Risiko eines tropischen Gewitters. Die Strecke bei Kuala Lumpur ist fahrerisch anspruchsvoll. Es wird mit viel Abtrieb gefahren, es gibt einige Richtungswechsel in mittelschnellen und schnellen Kurven. Außerdem gilt es, drei langsame Kurven zu berücksichtigen. Zudem gibt es vier Geraden, auf denen Motorleistung gefragt ist. Sepang bietet drei vernünftige Überholmöglichkeiten pro Runde."

Der Brite weiter: "Seit dem Auftakt in Melbourne haben wir Weiterentwicklung am Fahrzeug betrieben und hoffen, in Malaysia eine bessere Leistung zeigen zu können. Wir haben uns bereits eine Rennstrategie überlegt und werden auf dieser Basis entscheiden, welche der beiden Michelin-Mischungen wir einsetzen werden. Die neuen Regeln haben das Thema Rennstrategie gegenüber 2003 tatsächlich verändert. Es geht um eine sensible Kosten-Nutzen-Rechnung, wenn man entscheidet, wann die Fahrer ihre ersten Stopps machen sollen. Wir liegen derzeit mit neun Punkten auf dem zweiten Platz der Konstrukteurs-WM. Darauf wollen wir in Malaysia aufbauen."

Theissen: "Malaysia gibt Aufschluss über Wettbewerbssituation"

Dr. Mario Theissen, BMW-Motorsportdirektor: "In Malaysia rechne ich mit dem ersten Hitzerennen der Saison, und das wird uns weiteren Aufschluss über die Wettbewerbssituation geben. Die in Malaysia durchaus übliche Wärme ist uns willkommen, auf die ebenso üblichen Wolkenbrüche können wir verzichten."

"Zu den Konsequenzen der neuen Regeln gehört, dass die Motoren stärker als bisher situationsbezogen genutzt werden. Das heißt: Im Qualifying und in bestimmten Rennsituationen setzt man das volle Potenzial des Motors um. Im Freien Training und in anderen Phasen des Rennens versucht man, den Motor zu schonen."

Auch in Malaysia kein "Kilometer-Limit" im Training

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu tun. Eine ist die Beschneidung der Laufleistung im Training. Diesen Weg gehen wir nicht. Die Fahrer und Ingenieure sollen die Freien Trainingssitzungen uneingeschränkt für die Reifenauswahl und Fahrzeugabstimmung nutzen können. Eine andere Möglichkeit der Motorenschonung ist das Herabsetzen der Schaltdrehzahl. Das macht in verschiedenen Situationen Sinn. Bei der Reifenauswahl am Freitag spielt es beispielsweise keine Rolle, ob man 500 Umdrehungen früher oder später schaltet."

"Um den hohen Temperaturen in Malaysia entgegen zu wirken, werden wir voraussichtlich wieder zusätzliche bzw. größere Kühlluft- und Abluft-Öffnungen sehen. Das betrifft die Kühllufteinlässe an den Seitenkästen und die beiden Austrittsöffnungen der Abgaskrümmer."