powered by Motorsport.com

Bianchi: "Für Ferrari zu fahren ist mein ultimativer Traum"

Marussia-Pilot und Ferrari-Hoffnung Jules Bianchi erklärt, was für ihn die Formel 1 ausmacht und wieso er an seinen Traum, für Ferrari zu fahren, glaubt

(Motorsport-Total.com) - "Jules ist sehr schnell - er könnte einen ähnlichen Weg machen wie ich" - das sagt niemand Geringerer als Ungarn-Sieger Daniel Ricciardo über Nachwuchshoffnung Jules Bianchi. Der Franzose könnte es dem Mann der Stunde in der Formel 1 tatsächlich nachmachen: Wie Ricciardo 2011 bei HRT begann auch er seine Karriere im Vorjahr bei Marussia in den Niederrungen der Königsklasse des Motorsports und beweist sich dort seitdem für höhere Dienste. Ein völlig anderer Karriereweg als bei Kevin Magnussen, Daniil Kwjat & Co., die bei besseren Teams in die Formel 1 eingestiegen sind.

Jules Bianchi

Bianchi beim Test in Silverstone: Sieht so der kommende Ferrari-Star aus? Zoom

Doch das muss kein Nachteil sein, denn Bianchi hat die Gelegenheit, in einem geschützten Bereich heranzureifen, steht nicht unter dem Druck, gleich alles können zu müssen. Zudem erachtet er es keineswegs als selbstverständlich, ein konkurrenzfähiges Auto zu haben - eine gesunde Entwicklung.

Und wie Ricciardo mit Red Bull hat auch er einen starken Förderer: Ferrari und Manager Nicolas Todt ziehen in der Karriere des 24-Jährigen die Fäden. Dementsprechend gut aufgehoben fühlt sich der Marussia-Pilot, der dieses Jahr in Silverstone statt dem verletzten Kimi Räikkönen den Ferrari testen durfte, bei der Scuderia.

Erfüllt sich Bianchi den nächsten Traum?

"Für mich ist Ferrari wie eine zweite Familie", schwärmt der Mann aus Nizza gegenüber Formel-1-Reporter James Allen. "Vollzeit für das Springende Pferd zu fahren bleibt mein Ziel, mein ultimativer Traum." Angesichts der mäßigen Leistungen Räikkönens in dieser Saison möglicherweise ein Traum, der bald Realität werden könnte.

"Ich habe mein erstes Ziel, Formel 1 zu fahren, erreicht - warum also nicht nach größeren Zielen streben?" Jules Bianchi

Doch Bianchi drückt auf die Bremse: "Werde ich diesen Traum jemals erreichen? Ich weiß es nicht. Andererseits habe ich mein erstes Ziel, Formel 1 zu fahren, erreicht - warum also nicht nach größeren Zielen streben?"

Dass er es jemals in die Formel 1 schaffen würde, hätte er selbst nicht gedacht. "Ich habe davon seit Kindheitstagen geträumt, aber erst zu Beginn meiner Formel-Karriere wurde mir bewusst, dass meine Hoffnungen Realität werden könnten. Hätte man mir mit 13 gesagt, dass es passieren würde, hätte ich das nie geglaubt."

Bianchis Formel 1: Spannung, Professionalität und Ermüdung

Was die Formel 1 für den Youngster ausmacht? Er nennt drei Charakteristika: Spannung, Professionalität und Ermüdung. "Die Formel 1 löst bei mir sehr viel Spannung aus - das ist das erste, was mir einfällt", erklärt er seine Auswahl. Professionalität? "Wenn man herausragen will, dann muss man bis in jedes kleinste Detail professionell sein - das gilt für uns Fahrer wie für alle anderen in der Formel 1", sagt er. "Das habe ich sofort erkannt."

Und was hat es mit der Ermüdung auf sich? "Damit meine ich nicht nur die physische Ermüdung, sondern viel mehr die mentale Ermüdung", erklärt er. "Es handelt sich um einen sehr harten Sport, und wenn man nicht immer 100 Prozent gibt, wie auch immer die Umstände sind, riskiert man zurückzufallen." Bislang hat Bianchi bewiesen, dass er gegen diese Versuchung resistent ist. Man wird sehen, ob er die Konsequenz und auch das Talent besitzt, auch bei einem Top-Team zu bestehen. Die Chancen, dass er dazu einmal die Gelegenheit bekommen wird, stehen jedenfalls gut.