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Williams erst bei 60 Prozent: Lernen bei jedem Rennen dazu

Trotz der Erfolge ist die Reorganisation des Williams-Teams laut Rob Smedley noch lange nicht abgeschlossen - Platz zwei der Konstrukteure weiter das Ziel

(Motorsport-Total.com) - Nicht nur durch den Wechsel von Renault zu Mercedes, sondern auch mit einer Umstrukturierung des Teams fand Williams nach einer desaströsen Saison 2013 in diesem Jahr wieder in die Erfolgsspur der Formel 1 zurück. Bei einigen Rennen war der FW36 erster Verfolger des überlegenen Mercedes, drei Podiumsplatzierungen durch Valtteri Bottas und Platz vier in der Konstrukteurswertung sind bisher der Lohn dieser Maßnahmen.

Valtteri Bottas

Gut, aber noch nicht gut genug: Williams sieht Spielraum für Steigerungen Zoom

Allerdings hat Williams in der ersten Saisonhälfte auch einige WM-Punkte liegen lassen. Für Chefingenieur Rob Smedley ein Indiz dafür, dass die Neuaufstellung des Teams noch lange nicht abgeschlossen ist. Trotz der Erfolge in den vergangenen Rennen sieht der Brite, der Anfang des Jahres zusammen mit seinem Schützling Felipe Massa von Ferrari zu Williams gewechselt war, das Team erst bei 60 Prozent und ist der Meinung, dass sich operativ bei Williams noch einiges ändern muss.

"Das sage ich nicht aufgrund der Resultate, sondern in Anbetracht des Weges, den wir bestreiten", so Smedley. "Bei jedem Rennen lernen wir etwas dazu und werden besser. Wir sind in der Lage zu erkennen, was wir gut gemacht haben und was nicht und verbessern uns dadurch." Konkret hätten sich die bisher getroffenen Maßnahmen unter anderem in einem höheren Entwicklungstempo niedergeschlagen. "Wir entwickeln schneller, bringen die Teile schneller ans Auto und haben unsere Testmethoden verbessert", erklärt Smedley.

Dennoch steckt Williams, wie die meisten anderen Teams auch, mit fortschreitender Dauer der Saison in einem Dilemma. Denn es stellt sich die Frage: Wie viele Ressourcen verwendet man für die Weiterentwicklung des aktuellen Autos und wie viel steckt man in die Planung des Fahrzeugs für 2015?


Fotos: Williams, Großer Preis von Ungarn


Noch gibt es bei Williams darauf eine klare Antwort. "Derzeit entwickeln wir das aktuelle Auto weiter, denn unser Ziel ist immer noch, Zweiter in der Meisterschaft zu werden", so Smedley. Bei aktuell 84 Punkten Rückstand auf Red Bull ein durchaus ambitioniertes, allerdings nicht unrealistisches Ziel.

Denn vor allem bei den beiden Rennen nach der Sommerpause in Belgien und Italien hofft Smedley, dass Williams die Vorzüge des auf der Gerade schnellen Autos gegen Red Bull ausspielen kann. "Es kommen nun mit Spa und Monza zwei Rennen, bei denen wir die Stärken unseres Autos ausnutzen müssen", fordert er.