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Bernie Ecclestone gegen Cockpitschutz in der Formel 1

Halo & Co.: Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hält nichts davon, die Optik der Autos im Interesse der Sicherheit der Fahrer weiter zu verschandeln

(Motorsport-Total.com) - Bernie Ecclestone stellt sich grundsätzlich gegen die Einführung eines Cockpitschutzes in der Formel 1. Genau wie der amtierende Weltmeister Lewis Hamilton findet auch der Formel-1-Boss, dass offene Cockpits zur DNA des Grand-Prix-Sports gehören, und lehnt Ansätze wie das von Ferrari getestete Halo-System oder die Red-Bull-Windschutzscheibe prinzipiell ab.

"Wir werden viel mehr Boxenstopps bekommen, wenn sie anhalten müssen, um die Scheibe zu reinigen", befürchtet der 85-Jährige. Gleichzeitig stellt er klar, dass ihm keiner der beiden Vorschläge optisch gefällt, und betont, dass die Formel 1 im Hinblick auf den Schutz der Köpfe der Fahrer "nichts" unternehmen sollte. Das steht in komplettem Kontrast zur FIA, die einen Cockpitschutz unbedingt ab 2017 einführen möchte.

Die Red-Bull-Tests am stationären Objekt (Videos davon wurden diese Woche veröffentlicht) hält Ecclestone für fragwürdig: "Wenn in einem Rennen ein Rad herumfliegt, bewegen sich normalerweise beide Autos. Ich frage mich, wie man das an einem stationären Objekt testen will. Andererseits entgegnet er auf Hamilton, der erklärt hatte, die Gefahr sei als Teil der Faszination der Formel 1 wichtig, flapsig: "Wir können sie ja gefährlicher machen, wenn er will."


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Ecclestones Meinung deckt sich übrigens nicht mit jener von Williams-Chefingenieur Robert Smedley. Der hatte gestern gesagt: "Dass der Kopf frei ist, ist der eine verbliebene Faktor, durch den heute noch Rennfahrer sterben. Dass die Fans vielleicht den Helm der Fahrer sehen wollen, ist für mich kein ausreichend starkes Argument dagegen." Eine Entscheidung über die Einführung des Cockpitschutzes für die Saison 2017 soll bis 1. Juli fallen.