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Austin: Ultimatum bis Dezember

Der Staat Texas schuldet Bernie Ecclestone 25 Millionen US-Dollar und eine Unterschrift, weshalb das 2012er-Rennen noch dieses Jahr abgesagt werden könnte

(Motorsport-Total.com) - Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone sagt, dass der nächstjährige Grand Prix der USA noch diesen Dezember abgesagt wird, wenn die Eigentümer der Strecke außerhalb von Austin, der Hauptstadt von Texas, bis dahin keinen Vertrag mit ihm unterschreiben.

David Coulthard in Austin

Ob 2012 wirklich in Austin gefahren wird, scheint derzeit nicht gesichert

Ecclestone und die Promotion-Agentur Full Throttle Productions haben sich vergangenen Mai auf einen Deal für das Rennen geeinigt. Full Throttle Productions gehört Tavo Hellmund, einem langjährigen Bekannten von Ecclestone. Hellmund und der texanische Milliardär Red McCombs besitzen auch Minderheitsanteile an der Rennstrecke, dem Circuit of the Americas (COTA), während der texanische Geschäftsmann Bobby Epstein mit seiner Private-Equity-Firma Prophet Capital angeblich die Mehrheit kontrolliert.

Ultimatum bis Dezember

"Ihnen wurde ein Vertrag geschickt, aber sie haben die Deadline verstreichen lassen", sagt Ecclestone und ergänzt: "Wir haben ihnen vor einem Monat gesagt, dass sie unterschreiben müssen, sonst sagen wir ab. Wenn sie nicht unterschreiben, müssen wir irgendwann im Laufe des Dezembers absagen." Hintergrund: Im Dezember tagt der Motorsport-Weltrat der FIA. Das ist die letzte Gelegenheit, den Kalender problemlos zu ratifizieren.

"Wir haben ihnen gesagt, dass wir auf sie warten würden." Bernie Ecclestone

Anfang des Monats wurde das Rennen für den 2012er-Kalender von der Formel-1-Kommission bestätigt, aber Ecclestone behauptet, er habe die Streckeneigentümer bereits darüber informiert, dass sie sich für das erste Rennen erst 2013 bereit machen sollen: "Der Vertrag, den wir ihnen vorgeschlagen haben, läuft ab 2013 über zehn Jahre. Wir haben ihnen gesagt, dass wir auf sie warten würden."

Austins Weg in die Formel 1 ist bisher nicht ohne Turbulenzen verlaufen. Die Bauarbeiten an der Strecke wurden über den Sommer immer wieder verlangsamt, auch wenn sie in den vergangenen Wochen wieder verstärkt vorangegangen sind und Architekt Hermann Tilke sagt, dass "alles im Zeitplan" ist.

COTA-Präsident Steve Sexton behauptet: "Unsere Finanzierung ist gesichert und der Bau befindet sich im Plan." Und er unterstreicht: "Wenn Herr Ecclestone will, dann wird bei uns 2012 sicher ein US-Grand-Prix stattfinden." Dabei hängt die Zukunft des Rennens an den Streckeneigentümern selbst, weil an Ecclestone die Grand-Prix-Gebühr von 25 Millionen US-Dollar für das 2012er-Rennen noch nicht überwiesen wurde, obwohl sie längst fällig wäre.

Zahlungsversprechen nicht eingehalten

Und das, obwohl die texanische Rechnungsprüferin Susan Combs Ecclestone bereits am 31. Mai 2010 geschrieben hat, dass die komplette Gebühr für 2012 "spätestens am 31. Juli 2011" überweisen wird.


Fotos: Großer Preis von Abu Dhabi, Sonntag


"Herr Ecclestone war unglaublich geduldig mit den Herausforderungen hier in Austin", sagt Hellmund. "Wir haben rastlos daran gearbeitet, die Formel 1 nach Austin zu bringen. Nun ist es am Circuit of the Americas, das Projekt umzusetzen, bevor die Geduld von Herrn Ecclestone ausgeht." Was in vier bis fünf Wochen passieren könnte.

Die Geschichte des US-Grand-Prix war schon immer problembelastet. Zum letzten Mal wurde er 2007 in Indianapolis ausgetragen, zwei Jahre nachdem sich die Formel 1 den Zorn des amerikanischen Publikums zugezogen hatte, weil aufgrund eines Reifen-Sicherheitsproblems nur sechs Fahrzeuge am 2005er-Rennen teilnehmen konnten.

Das schadete dem amerikanischen Interesse am Sport jedoch nicht, und im vergangenen Monat unterzeichnete auch New Jersey einen Vertrag, ab 2013 ein Rennen vor der Skyline von Manhattan auszutragen. Unabhängig davon, was in Austin geschieht, sollte es also in naher Zukunft wieder einen Grand Prix in den USA geben.