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Auch Pirelli rätselt: "Keiner hatte ähnliches Problem wie Vettel"

Wie Pirelli auf den erneuten Reifenplatzer von Sebastian Vettel reagiert und wieso auch Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene komplett ratlos ist

(Motorsport-Total.com) - Während Pirelli nach den Anschuldigungen von Ferrari wegen des Reifenplatzers in Spa 2015 rasch in die Gegenoffensive ging, geben sich die Italiener nach der erneuten Explosion bei Sebastian Vettel in Spielberg defensiv. "Es scheint sich um einen isolierten Zwischenfall zu handeln, denn kein anderer Fahrer hatte ähnliche Probleme", erklären die Italiener in einer ersten Stellungnahme. Und Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery ergänzt: "Um den Grund zu finden, werden wir den Zwischenfall bei Sebastians Auto genau untersuchen."

Sebastian Vettel

Auch Pirelli versteht nicht, wie es zum Reifenplatzer bei Vettel kommen konnte Zoom

Damit scheint der Ärger Vettels nach dem Crash nach 26 Runden absolut berechtigt gewesen zu sein. "Ich habe nichts falsch gemacht, und es gab keine Anzeichen", beschwerte sich der sichtlich aufgebrachte viermalige Weltmeister. Und ergänzt später: "Ich denke nicht, dass es sich um eine aggressive Strategie handelte, da viele andere länger gefahren sind als wir."

Tatsächlich war er nicht der einzige Pilot, der eine derartige Distanz auf der Supersoft-Mischung zurückgelegt hatte. Auch vom Reifenhersteller gab es vor dem Rennen keine Warnung, dass man bei 30 Runden mit diesen Pneus mit einem Reifenplatzer rechnen muss.

"27 Runden sind für so eine Mischung nicht viel", versteht auch Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene die Welt nicht mehr. "Kimi fuhr mehr als 20 Runden auf dem Ultrasoft-Reifen, andere Fahrer legten mehr Runden auf dem Supersoft-Reifen zurück als wir. Der Reifen ist völlig aus dem Nichts explodiert. Für mich ist das also ein komplettes Fragezeichen, sehr seltsam."


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Er bestätigt, dass es in der Telemetrie und bei den Sensorendaten keinerlei Anzeichen für ein Problem gegeben hatte. Dass man auf eine Einstoppstrategie setzte und so lange draußen blieb, sei "eine Teamentscheidung" gewesen. "Jetzt müssen wir mit Pirelli sprechen, um das Problem zu verstehen, denn andere Teams hatten keine Probleme."

Doch wo wäre Vettel, der zum Unfallzeitpunkt wegen des noch nicht absolvierten Stopps in Führung lag und nun in der Weltmeisterschaft bereits 57 WM-Punkte hinter Nico Rosberg rangiert, ins Ziel gekommen? "Er wäre auf jeden Fall auf dem Podest gestanden. Wo genau, kann ich nicht sagen, aber weit vorne." Insgesamt war es das zweite Mal innerhalb eines Jahres, dass sich bei Vettels Ferrari eine Reifenexplosion ereignet: Im Vorjahr kam der viermalige Weltmeister in Spa-Francorchamps, als ihm der Hinterreifen kurz nach der Mutkurve Eau Rouge um die Ohren flog, nur mit Glück mit dem Schrecken davon.

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