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1984: Ein Österreich-Grand-Prix für die Ewigkeit

Erstmals siegt ein Österreicher in Österreich: Niki Lauda gewinnt 1984 sein Heimrennen, bei dem zum ersten Mal auch der junge Gerhard Berger am Start ist

(Motorsport-Total.com) - Rund 100.000 Zuschauer sind gekommen, um die Formel 1 zu sehen. Und die Legende, ihren Niki Lauda. Er ist als WM-Zweiter hinter seinem McLaren-Teamkollegen Alain Prost an den Österreichring gereist. Mit einem guten Ergebnis bei seinem Heimrennen könnte es Lauda gelingen, den ersten Platz in der Gesamtwertung zu übernehmen. Das 15. Formel-1-WM-Rennen in Österreich, es kann ein großes werden!

Niki Lauda, Österreich 1984

Niki Lauda im McLaren-Porsche auf dem Weg zum Heimsieg in Spielberg 1984 Zoom

Doch die Ambitionen und Chancen von Lauda sind nicht das Einzige, was diesen Grand Prix so besonders machen. Das Rennen auf dem 5,942 Kilometer langen Österreichring ist das 400. in der Geschichte der Formel 1 seit 1950. Und neben dem damals 35-jährigen Lauda sind noch der 30-jährige Jo Gartner (Osella-Alfa-Romeo) sowie erstmals der 24-jährige Gerhard Berger (ATS-BMW) am Start.

Drei Österreicher in Österreich, doch ihnen hat Nelson Piquet (Brabham-BMW) in der Qualifikation die Show gestohlen: Er umrundete den schnellen Österreichring im Schnitt mit über 248 km/h und stellte seinen Rennwagen in 1:26.173 Minuten auf die Pole-Position. Prost, um 0,020 Sekunden geschlagen, belegte Rang zwei vor Elio de Angelis (Lotus-Renault) und Lokalmatador Lauda im zweiten McLaren-Porsche.

Lauda fällt zurück, holt aber rasch auf

De Angelis ist es auch, der einen Neustart des Rennens erforderlich macht: Er würgt beim ersten Start den Motor ab und stiftet damit reichlich Verwirrung. Doch beim zweiten Startversuch geht alles glatt und Piquet stürmt von Rang eins kommend sofort an die Spitze. Lauda muss indes einen Rückschlag hinnehmen: Ihn überholen gleich zu Beginn des Grand Prix' die Renaults von Patrick Tambay und Derek Warwick.

Niki Lauda, 1984

Der Österreicher Niki Lauda legt mit dem Sieg den Grundstein zum Titelgewinn Zoom

Doch dann tut Lauda das, wofür ihn die österreichischen Fans auf den Rängen und auf den Hügeln rund um den Österreichring bejubeln: Er überholt die Renault-Fahrzeuge schon nach wenigen Runden, schnappt sich auch de Angelis und liegt auf Platz drei, als sich sein WM-Rivale Prost in Runde 29 ins Aus verabschiedet. Der "Professor" hat einen Ölfleck erwischt und sich weggedreht.

"Prost, mein größter Konkurrent, ist rausgeflogen. Das war wichtig für die WM", wird Lauda später über diese Szene sagen. In der Tat: Lauda erbt durch den Ausfall seines Teamkollegen den zweiten Platz hinter Piquet, dem er schließlich in Runde 39 im Getriebe sitzt. Der Österreicher nutzt den Überrundungsverkehr zu seinen Gunsten, zieht an Piquet vorbei und übernimmt die Spitzenposition.

Lauda muss zittern: Das Getriebe spielt nicht mit

Ab diesem Moment gibt es kein Halten mehr für Lauda. Darauf deutet zumindest das Endergebnis hin, denn es weist Lauda nach 51 Runden als Sieger aus. Doch der McLaren-Pilot bekommt technische Probleme: Der dritte Gang hat sich verabschiedet. Er habe daraufhin im Getriebe "herumgestochert", um weiterfahren zu können. "Normalerweise zerbröselt es dann ganz", meint Lauda. Aber das Getriebe hielt.

Gerhard Berger, Österreich 1984

Der junge Gerhard Berger fährt in seinem ersten Formel-1-Rennen als 12. ins Ziel Zoom

Lauda, der zwischenzeitlich viel Tempo herausnehmen muss ("Das Auto war praktisch hinüber"), fährt nach 51 Runden als Sieger über die Ziellinie. Er gewinnt damit als erster und bisher einziger Österreicher den Großen Preis von Österreich der Formel 1. Und das, sagt er später, war ein "unglaubliches Gefühl". Gerade aufgrund der Technikprobleme sei es ein besonderer Sieg gewesen.

Ein Sieg, der Lauda auch die WM-Führung einbringt. "Und das war einer der wichtigsten Punkte meiner Weltmeisterschaft", hält er rückblickend fest. Mit 48 Punkten führt Lauda nun vor Prost (44,5), wird das Duell um den Titel schließlich mit einem Vorsprung von 0,5 Punkten für sich entscheiden. Der Sieg in Österreich, im ersten Rennen, bei dem ausschließlich Turboautos am Start waren, hat geholfen.

Berger beim ersten Formel-1-Rennen im Ziel

Neben Prost muss auch der WM-Drittplatzierte de Angelis einen Ausfall hinnehmen. Bei ihm streikte der Motor, genau wie beim jungen Ayrton Senna (Toleman-Hart), der ebenfalls auf Punktekurs lag. Auch Gartner kommt nicht über die Runden: Er stellt sein Auto schon in Runde sechs ab - mit Motorschaden. Berger wird als Zwölfter zwar dreimal überrundet, beendet aber sein erstes Formel-1-Rennen.

Auf den weiteren Punkterängen hinter Lauda, Piquet und Michele Alboreto (Ferrari) landen Teo Fabi (Brabham-BMW), Thierry Boutsen (Arrows-BMW) und Marc Surer (Arrows-BMW). Zwölf der 26 für das fünftletzte Formel-1-Saisonrennen qualifizierten Fahrzeuge sehen die Zielflagge. Die schnellste Runde dreht Lauda in 1:32.882 Minuten. Viel wichtiger ist ihm aber wohl der Sieg. Denn dieser bringt ihn 1984 endgültig auf Titelkurs...

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