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Streitthema Mindestgewicht: Ducati und Alvaro Bautista liefern Gegenvorschlag

Leichte Fahrer sollen in der Superbike-WM zukünftig Gewicht zuladen: Ducati hat Bedenken bezüglich der Sicherheit und zeigt eine Alternative auf

(Motorsport-Total.com) - Durch den Titelgewinn von Alvaro Bautistas Titelgewinn in der Superbike-WM 2023 wurde die Diskussion über ein kombiniertes Mindestgewicht in der Serie angeschoben. Aktuell müssen die Motorräder mindestens 168 Kilogramm wiegen. Das Gewicht der Fahrer spielt im Reglement keine Rolle. Demzufolge haben leichte Fahrer Vorteile bei der Beschleunigung, dem Topspeed und dem Reifenverschleiß. Doch es gibt auch Nachteile (Bautista erklärt, was ihm schwer fällt).

Ducati Panigale V4R

Wird die Ducati Panigale V4R von Alvaro Bautista bereits 2023 schwerer gemacht? Zoom

Durch Bautistas teilweise dominante Siege wurden die Rufe nach einem kombinierten Mindestgewicht immer lauter. Allen voran Vorgänger Scott Redding äußerte sich regelmäßig kritisch zum aktuellen Format und fühlt sich benachteiligt (was Redding gesagt hat). Hinter den Kulissen wird an einer Lösung für 2024 gearbeitet. Doch unter Umständen könnte sich bereits 2023 etwas ändern (mehr Details).

Bautista äußert den Wunsch, dass die Verantwortlichen mit Sachverstand an die Sache herantreten. "Ich weiß nicht, was entschieden wird, doch ich wünsche mir, dass die Regeln von einem Fahrer gemacht werden, der versteht, was auf einem Motorrad passiert. Das würde zu einer logischen Änderung führen", wird der Superbike-Weltmeister von 'GPOne' zitiert.

Höheres Mindestgewicht gefährdet laut Ducati die Sicherheit

Die Idee, die Ducati Panigale V4R schwerer zu machen, gefällt dem Spanier nicht: "Anstatt die Motorräder der leichten Fahrer zu beschweren, könnte man die Motorräder der schweren Fahrer leichter machen."

Alvaro Bautista

Größere Kräfte: Bei einem Sturz fliegt ein schweres Motorrad weiter als ein leichtes Zoom

Ducati-Manager Serafino Foti appelliert ebenfalls an die Beteiligten, die Motorräder nicht noch schwerer zu machen: "Das Mindestgewicht in der Superbike-WM ist bereits sehr hoch. Wir sprechen von 168 Kilogramm. Es ist das höchste Mindestgewicht aller Motorrad-Rennserien."

"Mehr Gewicht würde sich im Fall eines Sturzes negativ auf die Sicherheit auswirken", warnt der Italiener. "Es wird behauptet, dass das kombinierte Mindestgewicht in der Moto3 und in anderen Kategorien funktioniert. Doch dort reden wir von viel leichteren Motorrädern."

Serafino Foti

Serafino Foti ärgert sich, dass so viel über das Gewicht diskutiert wird Zoom

"Da das Gewicht der Motorräder bereits sehr hoch ist, schlagen wir vor, die anderen Motorräder leichter zu machen und nicht unseres noch schwerer. Dieser Kompromiss könnte funktionieren", grübelt der Ducati-Manager.

Würdigen die Gegner die Ducati-Erfolge nicht?

Die Diskussion über das Mindestgewicht ärgert Serafino Foti. "Wir haben die Erfolge der anderen immer anerkannt. Wir haben vor Rea unseren Hut gezogen, als er erfolgreich war. Wir haben ihn respektiert. In diesen Jahren beschwerten wir uns nicht oder zeigten mit dem Finger auf ihn", blickt er gegenüber 'GPOne' zurück.

"Nein, wir arbeiteten daran, uns selbst zu verbessern. Und in diesem Jahr haben wir mit Alvaro unser Limit erreicht, denn sein Fahrstil harmoniert perfekt mit unserem Motorrad", stellt Serafino Foti fest.

Alvaro Bautista

Alvaro Bautista bescherte Ducati den ersten Titel seit elf Jahren Zoom

"Diejenigen, die gewinnen, sollten auch wertgeschätzt werden. Und in diesem Jahr waren wir das. Ich bin ein bisschen genervt von bestimmten Äußerungen. Wir gewannen, weil wir tolle Arbeit leisteten und einen super Fahrer haben", ärgert sich der Ducati-Verantwortliche und verweist auf die MotoGP: "Dani Pedrosa ist ein kleiner Fahrer, doch sein Gewicht hat ihm nie einen Vorteil beschert."

Warum adaptieren die Gegner nicht die Ducati-Strategie?

Erstmals seit der WSBK-Saison 2012 wird Ducati als Titelverteidiger in eine neue Saison starten. Mit der 2023er-Version der Panigale V4R hat Ducati technisch nachgelegt. "Ducati denkt immer weiter", bemerkt Foti. "Andere Hersteller könnten diese Philosophie ebenfalls anwenden. Es ist nicht Ducatis Schuld, dass die anderen Hersteller High-Performance-Bikes bauen müssen."

Dass die neue V4-Ducati in der Serie mehr als 40.000 Euro kostet, stößt einigen Gegnern böse auf. Die Superbikes der japanischen Hersteller sind deutlich günstiger. "Seit der 851 waren die Ducati-Superbikes schon immer teurer als die japanischen Motorräder", verteidigt Serafino Foti die Ducati-Strategie.