powered by Motorsport.com

"Es war ein dummer Kommentar" - Bautista ärgert sich über Redding

Alvaro Bautista reagiert auf Scott Reddings Äußerungen über ein kombiniertes Mindestgewicht in der Superbike-WM und den Topspeed-Vorteil auf den Geraden

(Motorsport-Total.com) - Im Sommer machte sich Ex-Ducati-Pilot Scott Redding Luft, indem er seinen Unmut über das Mindestgewicht in der Superbike-WM äußerte (was der Brite beanstandet). Als einer der größeren Fahrer fühlt sich Redding benachteiligt. Richtig wütend wird Redding, wenn er sich vor Augen führt, welche Vorteile Nachfolger Alvaro Bautista auf Grund seiner Statur auf den Geraden hat. Ein kombiniertes Mindestgewicht von Fahrer und Motorrad wäre laut Redding die Lösung, doch Bautista sieht das komplett anders.

Alvaro Bautista

Alvaro Bautista stuft die Aussagen von Vorgänger Scott Redding als "dumm" ein Zoom

"Es war ein dummer Kommentar", reagiert Bautista im Exklusiv-Interview mit 'Motorsport-Total.com' auf Redding Vorschlag. "Natürlich habe ich auf Grund meines Gewichts einen Vorteil, doch gleichzeitig habe ich auch Nachteile."

Mit seinen Gewicht von 57 Kilogramm ist Bautista mehr als 20 Kilogramm leichter als Redding. Doch das ist nicht ausschließlich ein Vorteil, wie Bautista erklärt: "Unterm Strich kann ich nicht die ganze Leistung des Motorrads nutzen. Ich muss an vielen Stellen die Leistung reduzieren."

Kombiniertes Mindestgewicht bei leistungsstarken Motorrädern überflüssig?

"Es ist dumm, hier und auch in der MotoGP davon auszugehen, dass weniger Gewicht nur Vorteile hat", schießt der Spanier gegen Reddings Kommentare. "Man hat immer Vor- und Nachteile. Unterm Strich geht es um die Balance. Ich denke nicht, dass ein kombiniertes Mindestgewicht in der MotoGP oder in der Superbike-WM sinnvoll wäre."

Scott Redding

Scott Redding fühlt sich seit vielen Jahren auf Grund seiner Größe benachteiligt Zoom

"In den kleinen Klassen ist es anders, da ergibt ein kombiniertes Mindestgewicht mehr Sinn. Doch bei leistungsstarken Motorrädern ist es nicht nötig", stellt Bautista klar und stuft Reddings Aussagen als eine Folge ausbleibender Ergebnisse ein: "Für mich ist es eine Ausrede. Man ist nicht schnell und macht diese Tatsache verantwortlich. Ich denke aber nicht, dass das der Grund ist."

Welche Probleme das niedrige Gewicht kreiert

In Kombination mit der leistungsstarken Ducati Panigale V4R ist Bautista auf den Geraden dominant. Doch in den Kurven hat der nur 1,69 Meter große Spanier zu kämpfen. "Im TV ist es schwieriger, die Probleme oder die Nachteile zu erkennen, die ich auf Grund meines Gewichts habe", bemerkt Bautista.

"Doch die Leute, die ein Verständnis für das Motorrad und dessen Funktionsweise haben, verstehen meine Probleme. Man kann recht einfach behaupten, dass ich nur Vorteile habe, weil ich auf den Geraden so schnell bin. Aber das ist nicht die Wahrheit", so der WM-Führende der Superbike-WM.

Alvaro Bautista

Alvaro Bautista übt bei Nässe weniger Druck auf die Reifen aus als größere Fahrer Zoom

Kratzen die Kommentare am Ego? "Ich habe damit kein Problem, weil ich die Realität kenne. Doch ich habe oft angemerkt, dass man sehr leicht sieht, wenn jemand auf den Geraden überholen kann. Man sieht aber nicht, wie schwierig es mir fällt, das Motorrad zu kontrollieren, die Linie zu halten und Richtungswechsel durchzuführen", erklärt er.

"Bei Richtungswechseln kann ich weniger Druck auf die Front und auf das Heck ausüben, um das Motorrad umzulegen. Bei niedrigen Temperaturen kann ich nicht so viel Druck auf die Reifen ausüben. Deshalb benötige ich viele Runden, um die Reifen auf Temperatur zu bringen", nennt Bautista einige Probleme, die durch seine Größe entstehen.

"Es gibt viele Nachteile. Aber ich möchte versuchen, diese zu kompensieren und meine Vorteile bestmöglich zu nutzen", so der spanische Ducati-Pilot, der nach der Hälfte der Saison 298 Punkte auf seinem Konto hat und somit 31 Punkte vor Jonathan Rea und 38 Punkte vor Toprak Razgatlioglu liegt. Scott Redding ist aktuell WM-Neunter.