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WSBK-Zukunft: Fahrer/Motorrad-Mindestgewicht ab 2023 oder ab 2024?

Zukunft der WSBK: Es ist sehr wahrscheinlich, dass es zeitnah neue Regeln für die Superbike-WM geben wird, was das Gewicht der Fahrer/Motorräder angeht

(Motorsport-Total.com) - Die Erfolge von Alvaro Bautista haben die Diskussion um ein kombiniertes Mindestgewicht in der Superbike-WM neu befeuert. Allen voran BMW-Pilot Scott Redding, einer der größten Fahrer im Feld, wünsch sich neue Regeln beim Gewicht, denn Bautista hat durch seine Statur Vorteile, die große Fahrer nicht kompensieren können, so Redding.

Alvaro Bautista, Jonathan Rea, Toprak Razgatlioglu, Scott Redding

Wird die Balance in der Superbike-WM bereits für 2023 angepasst? Zoom

In den kleineren Kategorien haben sich kombinierte Mindestgewichte bereits etabliert. In der MotoGP und in der Superbike-WM wird nur ein Mindestgewicht für das Motorrad vorgeschrieben. Dass ein kleiner und leichter Fahrer erhebliche Vorteile bei der Aerodynamik, der Beschleunigung und beim Reifenmanagement hat, liegt auf der Hand.

Andererseits haben größere Fahrer auch einige Vorteile. Bautista hat bei niedrigen Temperaturen und Nässe stärker zu kämpfen, seine Reifen auf Temperatur zu bringen, weil er weniger Druck ausübt. Zudem fällt es dem nur etwa 60 Kilogramm leichten Spanier schwerer, das Motorrad zu Richtungswechseln zu zwingen.

Es bahnt sich eine Kompromisslösung beim Gewicht an

Am wahrscheinlichsten ist ein Kompromiss. Sprich, es ist nicht zu erwarten, dass Bautista in Zukunft so viel Gewicht zuladen muss, bis er so schwer ist wie Redding. Es wird vermutet, dass ein Mittelwert gefunden wird.

Alvaro Bautista; Scott Redding

Scott Redding (links) schleppt etwa 25 Kilogramm mehr Gewicht mit als Alvaro Bautista Zoom

Bautista könnte sein eigenes Gewicht mit zusätzlichem Krafttraining und mehr Muskeln nach oben bringen und hätte dadurch mehr Kraft, um das dann voraussichtlich etwas schwerere Motorrad zu kontrollieren.

Schwerere Fahrer hätten bei einem kombinierten Mindestgewicht bessere Chancen. Die neue Regel ist für 2024 angedacht. Eine Einführung im kommenden Jahr gilt als eher unwahrscheinlich, ist aber noch nicht vom Tisch.

Leichte Fahrer müssen nicht die komplette Differenz zuladen

WSBK-Sportdirektor Gregorio Lavilla erklärt: "Zusammen mit den Herstellern gab es bereits vor drei oder vier Jahren Gespräche. Wir führten es in der Supersport-300-WM und später auch in der Supersport-WM ein. Man kann damit die unterschiedlichen Gegebenheiten ein bisschen ausgleichen. Es ist nie vollkommen präzise, weil es immer Extreme gibt."

Alvaro Bautista; Scott Redding

Alvaro Bautista wird nicht die komplette Differenz zu Scott Redding zuladen müssen Zoom

Sprich, extrem große Fahrer wie Scott Redding oder BMW-Markenkollege Loris Baz werden auch bei einem kombinierten Mindestgewicht ein bisschen schwerer sein als extrem kleine Fahrer. "Das kann man schwer ausbalancieren", bemerkt WSBK-Sportdirektor Gregorio Lavilla.


Fotos: Superbike-WM 2022: Phillip Island (Australien)


"Doch ein Mittelwert, der dabei helfen kann, es ausgeglichener zu machen, wurde in der Superbike-Kommission für 2024 bestätigt", erklärt der Ex-Racer. "Manche wünschen sich eine schnellere Umsetzung. Wenn alle Beteiligten zustimmen, dann können wir es auch eher einführen. Warum nicht? Doch vorerst besteht die Idee erst für 2024."

Das zwölfte WSBK-Event der Saison 2023 wird noch bekanntgegeben

In drei Monaten startet die Superbike-WM bereits in die Saison 2023. Viel Zeit für Anpassungen gibt es nicht, bevor es auf Phillip Island losgeht. Im neuen Jahr kehrt die WSBK zum klassischen Kalender zurück mit Auftakt in Australien, einem Überseerennen und dem Europaauftakt.

Elf Events stehen bereits fest, ein zwölftes wird noch bekanntgegeben. "Es ist noch ein Rennen offen. Das Saisonfinale wird aber in Argentinien stattfinden, denn das offene Rennen wird im Laufe der Saison untergebracht", schildert WSBK-Sportdirektor Gregorio Lavilla.

Gregorio Lavilla

WSBK-Sportdirektor Gregorio Lavilla hofft weiterhin auf spannende Rennen Zoom

"Die Verhandlungen (mit dem Promoter des ausstehenden Events) haben länger gedauert als erwartet. Es war aber wichtig, den Beteiligten mitzuteilen, wo es losgeht, wann es losgeht und welche Klassen fahren. Deshalb haben wir den Kalender veröffentlicht, auch wenn ein Event noch nicht fix ist", begründet der Spanier.

Die Verantwortlichen hoffen auf eine weitere Saison wie die in diesem Jahr. "Die diesjährige Saison war fantastisch, die vergangene aber auch. Wir erlebten in den beiden zurückliegenden Jahren sehr aufregenden Rennsport. Wir konnten die Rennen genießen", freut sich WSBK-Sportdirektor Gregorio Lavilla über die positive Situation in der Serie.