"Spüre weiterhin Schmerzen" - Alvaro Bautista bis zum WSBK-Saisonstart fit?

Superbike-Weltmeister Alvaro Bautista ist beim wichtigen Test in Jerez deutlich langsamer als seine direkten Rivalen: Die Sorgen bei Ducati werden größer

(Motorsport-Total.com) - Ducati jubelte beim großen WSBK-Vorsaison-Test in Jerez über zwei Tages-Bestzeiten von Nicolo Bulega. Der 24-jährige Italiener fuhr an beiden Tagen in einer eigenen Liga (zur Reaktion des Rookies). Ein komplett anderes Bild offenbarte sich in der gegenüberliegenden Seite der Box bei Weltmeister Alvaro Bautista, der als 16. mehr als 1,7 Sekunden auf seinen neuen Teamkollegen verlor.

Titel-Bild zur News: Alvaro Bautista

Alvaro Bautista kämpfte beim Jerez-Test mit Schmerzen im Nacken und Rücken Zoom

Die Nachwirkungen des Teststurzes Anfang November bereiteten Bautista bereits beim MotoGP-Gaststart in Sepang einige Schwierigkeiten und sind nach wie vor spürbar. Der Spanier kann sich auf Grund der Schmerzen im Nacken- und Rückenbereich nicht voll und ganz auf das Fahren konzentrieren.

Bautista versucht nach dem zweiten Testtag in Jerez das Positive zu sehen: "Wichtig war, dass es mir körperlich nicht schlechter ging nach dem ersten Tag. Ich fühlte mich tatsächlich besser als am Mittwoch."

"Es war aber nicht perfekt", bemerkt der zweimalige Superbike-Weltmeister. "Beim Fahren spüre ich weiterhin Schmerzen, vor allem in den Linkskurven. Ich fühle mich nicht richtig wohl. Aber immerhin war es nicht schlimmer als am ersten Tag."

Wie sinnvoll ist die Testarbeit, wenn Alvaro Bautista nicht am Limit fährt?

Trotz der Schmerzen versuchte Bautista, die Entwicklung der Ducati Panigale V4R voranzutreiben. Er fuhr am Donnerstag mehr als 80 Runden.

"Wir wollten verschiedene Abstimmungen an dem Motorrad probieren, das wir gestern ausgewählt haben. Das Ziel bestand darin, zu überprüfen, ob die Änderungen positive und negative Folgen haben. Das ist die Aufgabe, die man in der Saisonvorbereitung bewältigen muss, um die bestmögliche Basis für die neue Saison zu finden", bemerkt er.

Alvaro Bautista

Vor allem in Linkskurven hat Alvaro Bautista große Schmerzen Zoom

"Es war ein positiver Tag, denn ich konnte trotz der Schmerzen viele Runden fahren. Gut war, dass sich die Schmerzen nicht verschlimmerten", erklärt Bautista. Doch wie wertvoll waren die gesammelten Erfahrungen, wenn Bautista so schwer fiel, das Limit auszuloten?


Fotos: WSBK 2024: Vorsaison-Test in Jerez


"Es ist schwierig, das Motorrad richtig zu verstehen, wenn ich nicht so fahren kann, wie ich es gewohnt bin und wie ich es mir wünsche", gesteht Bautista. "Mit Sicherheit ist es schwieriger als im Vorjahr, weil das Motorrad zu schwer ist und ich fühle, wie träge es ist. Ich fühle mich auf dem Motorrad nicht so richtig wohl."

Ducati präzisiert, wie viel Ballast im Motorrad untergebracht werden muss

Das neu eingeführte kombinierte Mindestgewicht verärgert Bautista nach wie vor. Sein Motorrad ist laut Ducati sechs Kilogramm schwerer als im Vorjahr. Auf Grund seiner Statur ist Bautista der einzige Spitzenfahrer, der Gewicht zuladen muss, um die neuen Regeln zu erfüllen.

Ducati Panigale V4R

Alvaro Bautistas Ducati Panigale V4R ist das schwerste Motorrad im Feld Zoom

Ducati versucht mit allen Mitteln, Lösungen zu finden, um das Fahrverhalten der Panigale V4R mit den Zusatzgewichten so wenig wie möglich zu verschlechtern. Gegenüber WorldSBK.com erklärt Ducati-Technikkoordinator Marco Zambenedetti: "Wir haben mehr oder weniger sechs Kilogramm zugeladen. Alvaro hat sein Training angepasst und versucht, etwas mehr Masse aufzubauen."

Marco Zambenedetti

Ducati-Technikkoordinator Marco Zambenedetti steht vor einigen Herausforderungen Zoom

"Die Unterbringung ist ein bisschen komplex", bemerkt der Ducati-Ingenieur. "Wir möchten Alvaro das bestmögliche Gefühl vermitteln. Das Motorrad ist aber nicht das aus dem Vorjahr. Diesen Gedanken müssen wir streichen. Wir müssen versuchen, den Ballast so unterzubringen, dass er Alvaro beim Fahren nicht stört. Daran arbeiten wir. Im Moment haben wir es noch nicht final entschieden."

Die Unterbringung der Zusatzgewichte ist nicht die einzige Baustelle bei Ducati. "Wir arbeiten parallel auch an den Motorkonfigurationen, um uns auf den Benzinverbrauch und den Biosprit einzustellen. Das ist ein weiterer wichtiger Bereich", bemerkt Marco Zambenedetti. Ab der WSBK-Saison 2024 dürfen die Tanks maximal 21 Liter Kraftstoff aufnehmen. Der verwendete Sprit muss wie in der MotoGP zu 40 Prozent aus nicht fossilen Bestandteilen bestehen.

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