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Althea 2018: Rückkehr zu Ducati? BMW-Aus in der WSBK?

Die Gerüchte verdichten sich: Althea-Chef Genesio Bevilacqua flirtet mit Ducati und setzt BMW damit unter Druck - Verschwindet die S1000RR aus der Superbike-WM?

(Motorsport-Total.com) - Althea und BMW befinden sich gerade in der zweiten gemeinsamen Saison. Ende des Jahres läuft der Vertrag zwischen dem Weltmeister-Team der Saison 2011 und dem in der Superbike-WM bisher titellosen Hersteller aus Deutschland aus. Die BMW S1000RR zählt zu den ältesten Maschinen im Feld. Von Siegen oder Podestplätzen ist Althea trotz guter Leistungen von Ex-Grand-Prix-Pilot Jordi Torres weit entfernt. Im Fahrerlager kursiert das Gerücht, Althea könnte zu Ducati zurückkehren.

Jordi Torres

Althea-Pilot Jordi Torres hält in der laufenden Saison die BMW-Fahne hoch Zoom

Althea-Chef Genesio Bevilacqua hat gute Erinnerungen an die Zusammenarbeit mit Ducati. In der Saison 2011 gewann das Team mit Carlos Checa die Meisterschaft. Es war der bisher letzte WM-Titel für Ducati in der Serie. Im Rahmen des Rennwochenendes in Assen sprachen wir Althea-Pilot Jordi Torres auf die Gerüchte an. Der Spanier wollte sich zu Beginn nicht äußern. "Ich weiß es nicht", begann der Spanier und meinte, dass er am liebsten mit der BMW S1000RR weitermachen möchte.

"Ich kenne die BMW gut und wir arbeiten gut zusammen. Als Fahrer muss ich mich aber auf das jeweilige Motorrad einstellen. Wenn Althea möchte, dass ich weiterhin für das Team fahre, dann würde ich mich natürlich auf das Motorrad einstellen, das eingesetzt wird", lässt Torres im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' durchblicken.

Troy Corser

Troy Corser mühte sich von 2009 bis 2011 mit der BMW S1000RR ab Zoom

Torres saß in seiner Debütsaison auf einer Aprilia RSV4 und wechselte Ende 2015 zu Althea. Mit der Ducati Panigale konnte der Moto2-Laufsieger noch keine Erfahrungen sammeln. "Es sind komplett andere Charakteristiken", vergleicht er die BMW mit dem V2-Superbike aus Bologna. "Raffaelle (de Rosa), mein Teamkollege, arbeitete in der Vergangenheit mit Ducati. Er bestätigte, dass beide Maschinen sehr unterschiedlich sind. Schlussendlich gewann er die Superstock-Meisterschaft mit BMW."

"Es ist nicht so, dass die BMW schlechter ist als die Ducati", betont Torres. "Es hängt alles davon ab, wie gut man das Motorrad entwickelt. Die BMW ist ein sehr gutes Straßenmotorrad. Ich fuhr es und war begeistert. Der Unterschied zum WM-Superbike ist nicht so groß. Bei anderen Herstellern ist der Unterschied größer zwischen den Serienmaschinen und der Rennmaschine. Es ist BMWs Philosophie, denke ich."

Jordi Torres

Jordi Torres ist mit der Unterstützung der BMW-Ingenieure zufrieden Zoom

"Mein Fahrstil scheint nicht der Stil zu sein, den die Ducati verlangt. Aber das müsste man herausfinden", grübelt Torres, der sich bei Althea wohlfühlt. "Ich habe noch keine konkreten Pläne für 2018. Es gibt nicht viele freie Plätze. Meine Priorität ist es, bei Althea und BMW zu bleiben. Das ist der Plan. Es ist immer schwierig, sich an ein anderes Motorrad zu gewöhnen oder mit neuen Leuten zusammenzuarbeiten", weiß der erfahrene Spanier.

Sollte Althea die Zusammenarbeit mit BMW beenden, dann besteht die Gefahr, dass BMW aus der Superbike-WM verschwindet. In der Saison 2009 schickte der deutsche Motorradhersteller ein Werksteam an den Start und verpflichtete mit Troy Corser einen ehemaligen Weltmeister. Trotz starker Bemühungen konnte die S1000RR keinen Titel einfahren. Deshalb zog sich BMW später werksseitig zurück und unterstützt Althea seit 2016 mit Motoren und kümmert sich um die Elektronik.