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Tech 3

Frankreich

Porträt

(Stand: Ende 2020) Herve Poncharal stieg im Jahr 1995 in den Motorradsport ein. Zunächst leitete der Franzose das Tech-3-Team in der 250er-WM. Für die Saison 1996 ergatterte Poncharal Honda-Werks-Motorräder. Zu den Fahrern zählten der Routinier Jean-Philippe Ruggia und Spätstarter Olivier Jacque, der 1995 aus der Europameisterschaft den Weg zu Poncharal fand und trotz Honda-Kit-Material bald auf sich aufmerksam machen konnte. 1999 folgte der Wechsel des Tech-3-Teams zu Yamaha. Als Geldgeber trat zu dieser Zeit die Zigarettenmarke Chesterfield auf.

Im Jahr 2000 folgte durch Jacque und Shinya Nakano in der 250er-WM ein Glanzjahr mit den Rängen eins und zwei in der Endabrechnung. 2001 wechselte die Truppe mit beiden Fahrern in die Königsklasse, die 500er-WM. Große Erfolge blieben allerdings zunächst aus. Jacque hatte 2002 auf der Kunden-Version der Yamaha YZR-M1 zwar die Chance zum Sieg auf dem Sachsenring, kollidierte aber mit Alex Barros.

Ab 2004 trat das Team mit Hauptsponsor Fortuna auf und verpflichtete den Italiener Marco Melandri in seiner MotoGP-Debütsaison (WM-Rang zwölf) und den Spanier Carlos Checa, der zuvor für das Yamaha-Werksteam gefahren war und auch bei Tech 3 nicht um den WM-Titel kämpfen konnte.

2006 und 2007 arbeitete Tech 3 mit dem Reifenhersteller Dunlop zusammen, der sich Ende 2007 wegen eines neuen Reglements aus der MotoGP zurückzog. Ab 2008 setzte Poncharal auf Colin Edwards, der ebenso wie Checa Jahre zuvor vom Yamaha-Werksteam ins französische Kundenteam wechselte. Gemeinsam mit dem früheren Superbike-Weltmeister James Toseland verzeichnete Tech 3 einen Aufwärtstrend, sodass man 2009 als bestes Kundenteam auf WM-Rang vier landete und dabei sogar die Suzuki-Werksmannschaft hinter sich lassen konnte.

Treibende Kraft hinter dieser Entwicklung war allerdings Edwards. Für den 2009 enttäuschenden Toseland stieß Superbike-Champion Ben Spies zum Team, das damit als inoffizielles "Team Texas" an den Start ging. An der Seite des erfahrenen Edwards lernte Spies in seiner ersten kompletten MotoGP-Saison enorm schnell. Der jüngere Texaner wurde mit einer weiteren schnellen Beförderung belohnt und stieg ins Yamaha-Werksteam auf.

Als Ersatz holte Tech 3 - nach den guten Erfahrungen mit Spies - mit Cal Crutchlow erneut einen Yamaha-Mann aus der Superbike-Szene. Crutchlow erhielt 2012 eine weitere Bewährungschance, während Edwards bei Forward eine neue Herausforderung suchte. Anstatt des Texaners wurde Andrea Dovizioso die neue Speerspitze des Teams. Der Italiener, der seine bisherige Grand-Prix-Karriere für Honda bestritten hatte, wollte sich über gute Leistungen bei Tech 3 für einen Platz im Yamaha-Werksteam empfehlen.

Es war eine erfolgreiche Saison für Tech 3, denn Dovizioso holte sechs dritte Plätze. Crutchlow fuhr zweimal als Dritter auf das Podest. Dovizioso verließ das Team nach einem Jahr wieder und heuerte im Ducati-Werksteam an. Crutchlow fuhr auch 2013 für Poncharal. Sein neuer Teamkollege war Rookie Bradley Smith, der einen Zweijahresvertrag erhielt.

Crutchlow konnte auch 2013 die Werksfahrer ärgern und fuhr viermal auf das Podest. Nach der Saison wechselte der Brite zu Ducati und bildete mit Dovizioso das Werksteam. Tech 3 verwandelte sich immer mehr in das Juniorteam von Yamaha. Neben Smith fuhr 2014 Moto2-Weltmeister Pol Espargaro. Der Spanier besaß allerdings einen Vertrag mit Yamaha direkt. Smith eroberte 2014 seinen ersten Podestplatz in der MotoGP.

Auch 2015 ging Tech 3 mit Pol Espargaro und Smith an den Start, wobei der Brite deutlich bessere Ergebnisse zeigen konnte. Smith kam bei allen Rennen ins Ziel und fuhr beim Chaosrennen in Misano als Zweiter auf das Podest. Er war der beste Kundenfahrer der Saison. Mit unveränderter Fahrerpaarung nahm Tech 3 auch die Saison 2016 in Angriff. Smith hatte Verletzungspech und Espargaro wurde WM-Achter. Der Rückstand auf die Spitze wurde größer, beide Fahrer wechselten für 2017 zu KTM.

Poncharal engagierte die beiden Rookies Johann Zarco und Jonas Folger. Beide konnten sich gleich in der ersten Saison in Szene setzen. Zarco eroberte zwei Polepositions und drei Podestplätze. Damit war der zweimalige Moto2-Weltmeister auch der beste Rookie des Jahres. Folger zeigte eine gute erste Saisonhälfte und stand beim Heimrennen auf dem Sachsenring als Zweiter auf dem Podium. Dann musste Folger die Saison vorzeitig wegen einer Erkrankung beenden.

Als Ersatz für Folger engagierte Poncharal für 2018 Hafizh Syahrin aus Malaysia. Speerspitze blieb Zarco, der sich mit einigen guten Leistungen in Szene setzen konnte. Der erhoffte erste Sieg blieb aber aus. 2018 stellte Poncharal die Weichen für die Zukunft. Er beendete die Zusammenarbeit mit Yamaha und wechselte zu KTM.

Ab 2019 arbeitete Tech 3 als zweites MotoGP-Team der österreichischen Marke. Zarco wechselte allerdings ins KTM-Werksteam. Miguel Oliveira gelangen einige Achtungserfolge, Syahrin hatte eine schwierige Saison und wurde für 2020 gegen Iker Lecuona getauscht. Außerdem wechselte Tech 3 für die Saison 2020 von der Moto2 in die Moto3-Klasse, wo man ebenfalls mit KTM zusammenarbeitet.

2020 erfüllte sich der große Traum von Poncharal. Ausgerechnet in Österreich holte Oliveira den ersten MotoGP-Sieg. Beim Saisonfinale in Portugal dominierte Oliveira das Rennen und feierte einen souveränen Start-Ziel-Sieg.

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