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Remy Gardner von KTM fallen gelassen: "Sie haben mir das Herz gebrochen"

Bis zuletzt glaubte Tech-3-KTM-Pilot Remy Gardner an eine Vertragsverlängerung, doch es kam anders - In seiner Enttäuschung findet der MotoGP-Rookie klare Worte

(Motorsport-Total.com) - Als KTM in Spielberg ankündigte, Tech 3 ab 2023 als neues GasGas-Werksteam zu etablieren und neben Pol Espargaro auch Miguel Oliveira dafür gewinnen zu wollen, blieb ein Name auf der Strecke: Remy Gardner. Denn bis dahin waren viele, auch er selbst, davon ausgegangen, dass er bei Tech 3 bleibt.

Remy Gardner

Remy Gardner wird die MotoGP nach nur einem Jahr wieder verlassen Zoom

Doch mittlerweile steht fest: Für Gardner ist kein Platz mehr. Auch die Tatsache, dass Oliveira bei RNF-Aprilia unterschrieben hat, ändert daran nichts. Dort trifft er übrigens auf seinen aktuellen Markenkollegen Raul Fernandez, der KTM ebenfalls verlässt.

Während Fernandez daran schon seit geraumer Zeit arbeitete, hatte Gardner keinen Plan B. Der MotoGP-Rookie ging bis Spielberg noch davon aus, mit Tech 3 und KTM zu verlängern.

Erst am Samstagnachmittag des Grands Prix von Österreich sei er informiert worden. "Ich hatte nicht damit gerechnet, um ehrlich zu sein. Ich habe immer 100 Prozent gegeben, aber leider war es offensichtlich nicht genug", sagt er am Donnerstag in Misano.

"Nicht professionell": Gardner rätselt über Gründe

An den Ergebnissen habe es aber nicht gelegen: "Nein, sie sagten, ich sei nicht professionell genug." Eine genaue Erklärung oder Beispiele hätte KTM ihm nicht geliefert. Stattdessen habe man bis zuletzt das Gefühl gegeben, zusammen weitermachen zu wollen. Die Zeichen laut Gardner standen auf Verlängerung.

"Noch in Silverstone hieß es , dass wir weitermachen und das in Österreich besiegeln. Ich bin also genauso verwirrt wie ihr", sagt der Australier in Richtung der Journalisten.

Die Entscheidung kann er sich bis heute nicht erklären: "Wie gesagt, ich habe immer 100 Prozent für sie gegeben. Meine Intention war es, hier zu bleiben und mein Bestes zu geben. Aber sie haben mir das Herz gebrochen. Es macht den Eindruck, als ob der WM-Titel, den ich ihnen gebracht habe, auch nicht mehr zählt."

Gardner: Rookie-Performance nicht so schlecht

Schließlich war Gardner Ende 2021 als frisch gebackener Moto2-Champion aufgestiegen. Den Titel hatte er im KTM-Ajo-Team gegen Raul Fernandez errungen. Für beide ist diese Saison die erste in der Königsklasse - und für Gardner wird es auch die letzte.

"Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht denke, dass es bis hierhin ein Desaster war", kommentiert er seine Performance, die ihm neun WM-Punkte einbrachte. "Schaut man sich die Zeiten an und wie nah ich normalerweise an den Werksjungs dran bin ... Es ist immer noch mein erstes Jahr hier. Miguel fährt sein viertes Jahr."

"Ich denke wirklich, es war nicht schlecht, und auch die Vibes, die ich von ihnen bekam, waren positiv. In Österreich hieß es dann, du bist draußen. Leider kam das für mich sehr spät, was es schwierig macht, hier einen Platz für nächstes Jahr zu finden."

Remy Gardner

Gardner fuhr in seiner MotoGP-Rookie-Saison bisher viermal in die Punkte Zoom

Wie und wo es für ihn weitergeht, steht noch nicht fest: Im Moment ist nichts klar. Es gibt ein paar Optionen, aber noch ist nichts konkret. Ich bin mir momentan unsicher und habe noch keine Entscheidung getroffen. Aber ich werde nicht mehr in der MotoGP sein."

"Ich möchte natürlich einen guten Platz für mich finden. Ich werde sicher weiter Rennen fahren. Es gibt ein paar Angebote, um hier in diesem Paddock zu bleiben. Mal schauen."

MotoGP-Rookie fühlt sich "ein bisschen betrogen"

Den Rest dieser Saison mit KTM - noch sieben Rennen - will Gardner trotz der Trennung bestmöglich über die Bühne bringen. "Ich werde weiter alles geben, aber für niemanden außer mich selbst und die Leute, die mit mir arbeiten", sagt der Australier.

"Natürlich tut es weh. Aber es liegen noch ein paar Rennen vor uns, also kann ich nur da rausgehen, mein Bestes geben und versuchen, den Rest meiner MotoGP-Karriere zu genießen. Es ist eine harte Pille, nachdem ich so viele Jahre gekämpft habe, auch mit Verletzungen und mit dem nicht immer besten Material."

"Trotzdem habe ich mein Ziel erreicht, einen Weltmeistertitel einzufahren. Dass es dann nur für ein Jahr in der MotoGP reicht, bricht mir das Herz. Ich fühle mich im Moment einfach ein bisschen betrogen von dieser Motorsportwelt. Deshalb weiß ich gerade auch noch nicht, wo mich mein Weg im nächsten Jahr hinführt."

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