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  • 29.11.2016 16:44

  • von Sebastian Fränzschky & David Emmett

Kompensation der Winglets: Was hat Ducati vor?

Die Gegner grübeln, was Ducati für die Saison 2017 entwickelt: Arbeiten die Italiener an einer neuen Verkleidung, die einen ähnlichen Effekt wie die Winglets erzielt?

(Motorsport-Total.com) - Obwohl die Flügel in der kommenden MotoGP-Saison verboten sind, kündigte Ducati bereits vor dem Nachsaisontest in Valencia an, Neuzugang Jorge Lorenzo mit Winglets auf die Strecke zu schicken, um dem Spanier damit einen besseren Vergleich zu ermöglichen. Lorenzo begann in Valencia mit der 2016er-Desmosedici und stieg später auf das 2017er-Modell, an dem ebenfalls Winglets montiert waren.

Titel-Bild zur News: Jorge Lorenzo

Wilde Gerüchte: Baut Ducati eine Verkleidung um die Verkleidung? Zoom

Und auch Pramac-Pilot Danilo Petrucci, der 2017 eine aktuelle Werksmaschine erhält, rückte beim Jerez-Test mit Winglets aus. Warum testete der Italiener nicht mit einer Verkleidung, die dem Reglement der kommenden Saison entspricht, um für Ducati Daten zu sammeln? Führt Ducati die Gegner an der Nase herum?

Ex-Ducati-Pilot Cal Crutchlow kann sich gut vorstellen, dass Ducati-Stratege Luigi Dall'Igna eine spektakuläre neue Verkleidung entwickelt, die ähnlich viel Abtrieb generiert wie die Winglets: "Vielleicht haben sie die Winglets aus einem bestimmten Grund nicht abmontiert. Vielleicht verwenden sie die Winglets weiterhin", grübelt der Brite, der Ducati sehr viel zutraut.


Fotos: MotoGP-Test in Jerez


"Vielleicht bauen sie eine Verkleidung, die exakt so breit ist und diese Elemente weiterhin verwendet. Sie meinen, dass sie die Winglets für direkte Vergleiche beibehalten. Ich kenne aber ihre Arbeitsweise. Sie sind gute Freunde von mir und sehr clever", betont Crutchlow, der in der Saison 2013 für das Ducati-Werksteam an den Start ging.

Was sagt das Reglement?

Die Grand-Prix-Kommission einigte sich im Sommer auf das Winglet-Verbot. Doch was schreibt das Reglement exakt vor? "Teile oder Formen, die einen aerodynamischen Effekt haben und von der Verkleidung abstehen sind nicht erlaubt", heißt es. Das heißt, dass die 2016er-Verkleidung mit Winglets dem Reglement entsprechen würde, wenn Ducati die Verkleidung verkleidet und zwischen den beiden Schichten die Flügel beibehält.

Maverick Vinales

Yamaha-Pilot Maverick Vinales war auch ohne Winglets schnell Zoom

Yamaha entwickelte in den beiden vergangenen zahlreiche Versionen der Winglets. Lorenzo erkannte schnell, dass die aerodynamischen Hilfsmittel Vorteile haben. Teamkollege Valentino Rossi entschied sich 2015 oft gegen die Flügel, da er keinen Unterschied erkennen konnte und die ästhetischere Variante bevorzugte. Doch 2016 erkannte auch der spätere Vizeweltmeister, dass die Vorteile überwiegen.

Es sickerte durch, dass auch Yamaha eine spektakuläre Verkleidung für 2017 entwickelt hat. "Durch das Verbot gibt es wilde Spekulationen über verrückte Verkleidungen, die den Technischen Direktor besorgen", bemerkt Tech-3-Yamaha-Teamchef Herve Poncharal gegenüber 'MotoGP.com'. "Yamaha entwickelte eine besondere Verkleidung, die den Effekt der Winglets reproduzieren sollte, ohne Winglets montiert zu haben. Doch diese Verkleidung entsprach nicht den Regeln."

Wurde der Effekt der Winglets unterschätzt?

"Die Hersteller werden hart arbeiten, um eine Lösung zu bringen, die regelkonform ist. Das wäre ein großer Vorteil", betont Poncharal. "Ich unterhielt mich mit den Yamaha-Ingenieuren. Sie waren überrascht, wie groß der Unterschied war. Mit den Winglets kann man viele Dinge machen, die ohne die Flügel nicht möglich sind." Ducati-Pilot Andrea Dovizioso bestätigte in Valencia, dass sich das Motorrad ohne Winglets ganz anders verhält. Der Italiener hatte Probleme, das Vorderrad zwischen den Kurven am Boden zu halten. Er stellt die Sicherheit beim Anbremsen in Frage.

Herve Poncharal

Herve Poncharal ist gespannt, was sich die Hersteller einfallen lassen Zoom

"Die Ingenieure aller Hersteller haben ihre Motorräder mit und ohne Winglets getestet. Die Winglets waren eine Hilfe, um die Front nach unten zu drücken. Sie verbesserten das Gefühl. Das konnte man ziemlich gut in den Datenaufzeichnungen erkennen, nicht nur in den Kommentaren der Fahrer", schildert Poncharal, der seine Fahrer beim Nachsaisontest ohne die aerodynamischen Hilfsmittel auf die Strecke schickte.

Man darf gespannt sein, was sich die Hersteller für die neue Saison einfallen lassen. Unwahrscheinlich ist, dass Ducati, Yamaha und Co. ihre Entwicklungen bereits beim IRTA-Test in Sepang präsentieren. Dann hätten die Gegner noch genug Zeit, um die Verkleidungen zu kopieren. Vermutlich werden die finalen Konfigurationen erst beim finalen Test in Katar präsentiert. Im Laufe der Saison dürfen Honda, Yamaha, Ducati, Suzuki und Aprilia nur noch ein Update bringen. Neuling KTM darf die Verkleidungsform beliebig oft anpassen.

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