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Kann Aprilia ohne Luigi Dall'Igna erfolgreich sein?

Seit dem Weggang des cleveren Strategen tut sich Aprilia bei der Entwicklung schwer - Die Konzepte hinter der RS-GP und der RSV4 verwundern die Konkurrenz

(Motorsport-Total.com) - Jahrelang leitete Luigi Dall'Igna die Geschicke der Aprilia-Rennabteilung und feierte vor allem in den Zweitaktklassen und in der Superbike-WM große Erfolge. Die RSV4 zählte seit dem Debüt in der Saison 2009 zu den besten Maschinen im Feld und ermöglichte Max Biaggi in der Saison 2010 und zwei Jahre später den Gewinn der Meisterschaft. Sylvain Guintoli bescherte Aprilia in der Saison 2014 einen weiteren WM-Titel. Zudem holte Aprilia 2010, 2012, 2013 und 2014 den WM-Titel in der Herstellerwertung.

Luigi Dall'Igna

Schock für Aprilias Rennabteilung: Luigi Dall'Igna wechselte Ende 2013 zu Ducati Zoom

Doch als Dall'Igna Ende 2013 zu Ducati wechselte, kam Aprilia ins strudeln. 2014 konnte Guintoli zwar die Meisterschaft gewinnen, doch danach lief es nicht mehr rund. Aprilia stieg 2015 mit einem Superbike-MotoGP-Hybrid-Motorrad in die MotoGP ein und fuhr hinterher. Dafür opferten die Italiener das Werksteam in der Superbike-WM und machten die Bühne frei für Kawasaki und Ducati.

Aktuell kann sich Aprilia weder in der MotoGP noch in der Superbike-WM richtig in Szene setzen. Sind die Italiener seit Dall'Ignas Weggang auf dem falschen Weg? War der Erfolg in der Vergangenheit nur Dall'Ignas Verdienst? "Sie waren auch in der Vergangenheit stark, als Gigi noch nicht für sie arbeitete. Damals hatten sie mit Jan Witteveen sehr viel Erfolg in der 125er-WM und in der 250er-WM", kommentiert Ronald ten Kate, der in der Superbike-WM seit vielen Jahren ein erfolgreiches Team aufstellt.


Fotos: MotoGP in Austin, Girls


"Ich denke nicht, dass Aprilia nur mit Gigi erfolgreich sein kann", betont ten Kate im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com', möchte den "Dall'Igna-Effekt" aber auch nicht kleinreden: "Er war ein wichtiger Baustein für sie. Er ist mit dem erfolgreich, was er macht. Er hatte mit Aprilia Erfolg und bescherte Ducati einige Erfolgserlebnisse. Im Moment fällt es Ducati aber nicht leicht, in der MotoGP Rennen zu gewinnen. Honda und Yamaha sind stärker", analysiert der Holländer kritisch.

Luigi Dall'Igna

Luigi Dall'Igna hat in den vergangenen Jahren bei Ducati einiges bewegt Zoom

Als Aprilia die RSV4 präsentierte, bekam die Konkurrenz große Augen. Als das Reglement in der Superbike-WM noch etwas freizügiger war, konnte Dall'Igna die Trümpfe des V4-Motors voll ausspielen und brachte Grand-Prix-Technik in die Superbike-WM. "Die Aprilia war in meinen Augen immer eine Art Hybrid. Es war mir nie richtig klar, was ich da gerade sehe", bemerkt ten Kate kritisch. "Ist die Aprilia ein Prototyp, der in der Superbike-WM gegen Serienmaschinen antritt? Oder ist es eine Serienmaschine, die in der MotoGP gegen Prototypen antritt? Es war immer eine Zwischenlösung", schildert er.

Da Aprilia mit den vorhandenen Ressourcen an die Grenzen stößt, wäre es vielleicht cleverer, sich auf eine Meisterschaft zu konzentrieren. "Es macht für Aprilia mehr Sinn, in der MotoGP zu fahren, wenn sie sich für eine Meisterschaft entscheiden müssen. Sie produzieren nicht besonders große Mengen an Maschinen. Kawasaki hingegen baut mehr Sportmaschinen und sollte deswegen hier vertreten sein. Aber ich bin weder Aprilia noch Kawasaki. Jeder muss seine eigenen Entscheidungen treffen", so ten Kate.

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