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Die wichtigsten Aspekte beim MotoGP-Test in Australien

Vorschau auf den zweiten MotoGP-Wintertest auf Phillip Island - Die wichtigsten Punkte, die an den kommenden drei Tagen im Fokus stehen werden

(Motorsport-Total.com) - Von Mittwoch bis Freitag dröhnen die MotoGP-Motoren auf Phillip Island (Australien). Der zweite Wintertest steht in den Startlöchern und für alle Teams geht es darum, die technische Entwicklung zu bestätigen und das Setup zu verfeinern. Wichtig ist auf der Insel auch immer der Blick in den Himmel. Die Wetterprognose sagt drei bewölkte, aber regenfreie Tage bei Temperaturen rund um 20 Grad Celsius voraus. Im Folgenden blicken wir auf die wichtigsten Aspekte, die es beim Australien-Test zu beachten gilt.

Maverick Vinales

Bisher konnte Maverick Vinales seinen Speed zeigen Zoom

Fährt Maverick Vinales wieder Bestzeit?

In Valencia und Sepang beeindruckte vor allem Yamaha-Neuling Maverick Vinales mit schnellen Rundenzeiten. Und auch auf Phillip Island wäre es keine Überraschung, wenn der Spanier Bestzeit fahren würde. Auf der anderen Seite müsste auch Valentino Rossi zeigen, dass er diesen Speed in der Qualifying-Simulation fahren kann. Wir erinnern uns an 2006, als Jorge Lorenzo in seinen ersten drei Rennen für Yamaha (und ersten MotoGP-Rennen überhaupt) auf der Pole-Position stand. Das wird Rossi diesmal aus psychologischer Sicht sicher verhindern wollen.

Generell werden die schnellsten Rundenzeiten auf der flüssig zu fahrenden Strecke wenig Aussagekraft haben. Die Zeitabstände sind im Qualifying-Trimm gering. Auch Andrea Iannone wird mit der Suzuki schnell sein. Marc Marquez, Dani Pedrosa und die Ducati-Fahrer werden ebenfalls auf eine Runde gesehen vorne dabei sein. Vielleicht können auch die Rookies Jonas Folger, Johann Zarco und Alex Rins sowie Alvaro Bautista mit der Vorjahres-Ducati für eine Überraschung sorgen.


Fotos: Rossi und Vinales besuchen Thailand und Vietnam


Viel entscheidender ist aber die Rennsimulation. Wer in diesem Jahr die Reifen für die zweite Rennhälfte am besten schonen kann und mehr Grip hat, wird Rennen gewinnen und am Ende um die WM kämpfen. In Sepang zeigten Marquez und Vinales die beste Pace. Rossi und Lorenzo waren aufgrund ihres Testprogramms noch nicht ganz auf diesem Level. Der Freitag könnte diesbezüglich interessant werden, wenn einige Fahrer Rennsimulationen in Angriff nehmen könnten.

Wo steht Jorge Lorenzo?

In Sepang begann Lorenzo schwach und verstand dann, dass er seinen Fahrstil für die Desmosedici verändern muss. Testfahrer Michele Pirro stand zudem an der Strecke, beobachtete Lorenzo und gab ihm Tipps. Auch Pirro musste sich Ende 2012 umstellen und kennt die Ducati mittlerweile in- und auswendig. Das Zusammenspiel mit der Crew rund um Cristian Gabbarini sollte mittlerweile auch von Tag zu Tag besser werden.

Teamkollege Andrea Dovizioso zeigte sich nach dem Sepang-Test zuversichtlich, auch wenn er beim Paket noch Schwächen sieht - vor allem beim Turning in der Kurve. Nachdem der Italiener verschiedene Teile ausprobiert hat, will Ducati die Erkenntnisse nun bestätigen. Und auch Danilo Petrucci wird in Australien zwei GP17 zur Verfügung haben. Offen ist weiterhin das Geheimnis um die mysteriöse schwarze Box im Heck der Ducati.

Macht Honda Fortschritte?

Abgesehen vom Motor war in Sepang die Elektronik das größte Problem, denn die Einstellungen passten überhaupt nicht zur neuen Honda-Spezifikation. In den vergangenen zwei Wochen arbeiteten die Ingenieure mit Hochdruck an diesem Bereich und sollten Fortschritte geschafft haben, um die Motor-Varianten besser evaluieren zu können. Marquez, Pedrosa und Cal Crutchlow wirkten in Malaysia ratlos und knapp angebunden. Mit welcher Spezifikation Honda die Saison starten wird, will man beim letzten Wintertest in Katar endgültig entscheiden.

Viel klarer ist die Situation bei Suzuki. Man wird den neuen, stärkeren Motor verwenden, den man in Sepang getestet hat. Nun geht es für Iannone darum, das Setup zu verfeinern und Runden abzuspulen, um vertrauter mit der GSX-RR zu werden. Für Teamkollege Rins wird es der zweite richtige MotoGP-Test sein. Bei Aprilia fordert Aleix Espargaro einen stärkeren Motor, aber Wunderdinge wird er sich wohl nicht erwarten dürfen.

Findet KTM die richtige Richtung?

In Malaysia wurde klar, dass KTM noch viel Arbeit mit der RC16 hat. Der Motor ist kräftig, aber das Fahrverhalten noch sehr unruhig. Trotzdem ist das kein schlechtes Zeichen, denn in Oberösterreich wird unermüdlich gearbeitet. In Sepang hatten Pol Espargaro und Bradley Smith sehr viel Material zum Testen zur Verfügung. Darunter waren auch drei Chassis. KTM setzt im Gegensatz zu allen anderen auf einen Stahlrohrrahmen.

Außerdem wird KTM zum ersten Mal mit der RC16 auf Phillip Island fahren. Am kommenden Montag (20. Januar) findet in Munderfing (Österreich) die offizielle Präsentation statt.

Neue Verkleidungen bei anderen Teams?

Nachdem Yamaha in Sepang eine verkleidete Winglet-Variante gezeigt hat, wartet man gespannt darauf, ob andere Hersteller nachziehen, oder erst beim letzten Test in Katar etwas Revolutionäres zeigen. Die Zeit drängt, denn mit Ausnahme von Neueinsteiger KTM darf es im Laufe der Saison pro Fahrer nur ein Aerodynamik-Update geben. Die Yamaha-Lösung ist vom Reglement als legal eingestuft. Nachahmungen werden erwartet.


Fotostrecke: Technische Details des Sepang-Tests

Getestet wird in Australien jeweils von 9:45 - 17:45 Uhr Ortszeit. Bei einer Zeitverschiebung von zehn Stunden zu Europa läuft der Test bis 07:45 Uhr Morgens MEZ.