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Jonas Folger auch in Silverstone bester Deutscher

Beim Rennen in Silverstone gelingt Jonas Folger ein Top-5-Ergebnis - Sandro Cortese fährt in die Top 10, Marcel Schrötter wird starker Elfter

(Motorsport-Total.com) - Bei schwierigen Bedingungen gelang es den Deutschen beim Rennen in Silverstone, wichtige Punkte einzufahren. Jonas Folger beendete den Grand Prix mit acht Sekunden Rückstand auf Position fünf. Landsmann Sandro Cortese fuhr als Achter ins Ziel. Für Tech-3-Pilot Marcel Schrötter lohnte sich der Kampf ebenfalls: Schrötter kassierte als Elfter wichtige Punkte und fuhr sein zweitbestes Ergebnis der laufenden Saison ein. Rookie Florian Alt drehte im Rennen mit Slicks schnelle Runden, hatte durch den Reifenwechsel aber zu viel Rückstand und ging als 24. leer aus.

Jonas Folger

Kalex-Pilot Jonas Folger fuhr in Silverstone ein taktisch cleveres Rennen Zoom

"Ich freue mich riesig, denn ich bin bei diesen schwierigen Bedingungen ein gutes Rennen gefahren", bilanziert Folger. "Zudem waren auch mein Start und die ersten Runden sehr stark. Die Anfangsphase war überhaupt meine stärkste Phase heute, als die Piste noch richtig nass war. Doch gegen Ende, als es immer mehr abtrocknete, wurde es mit jeder Runde härter für mich. Zuvor habe ich alles gegeben, um an den Fahrern vor mir dranzubleiben, was allerdings nur bedingt möglich war."

"Immer wieder ist eine Lücke entstanden, die ich in den meisten Fällen auch wieder schließen konnte. Zumindest konnte ich im ersten Streckenabschnitt gut aufholen, doch im restlichen Verlauf einer Runde ist der Abstand wieder größer geworden, da ich auch hin und wieder eine andere Linie als meine Vorderleute gewählte hatte. In dieser Phase habe ich wohl meine Reifen zu stark beansprucht", grübelt Folger.

Sandro Cortese

Intact-Pilot Sandro Cortese unterlag Anthony West in der letzten Runde Zoom

"Gegen Rennende habe ich dann nochmals alles versucht, um Marquez einzuholen. Aber dabei ist mehrmals das Vorderrad eingeklappt. Zumindest konnte ich jedes Mal einen Sturz gerade noch verhindern, weshalb ich gezwungenermaßen einsehen musste, dass es unmöglich ist, ihn noch zu schnappen", berichtet der Kalex-Pilot. "Ich entschied mich also das Rennen sicher Ende zu fahren."

"In den letzten Runden war ich daher nahezu nur mit Halbgas unterwegs, weil ich den fünften Rang und die so wichtigen Punkte unbedingt nach Hause bringen wollte. So gesehen bin ich auch ein cleveres Rennen gefahren, ich bin wirklich happy. Abschließend noch vielen Dank an mein Team für die sehr gute Arbeit an diesem Wochenende. Wir sind in jede Session top vorbereitet gegangen", lobt Folger.

Cortese mit Platz acht zufrieden

Landsmann Sandro Cortese konnte Folgers Tempo im Nassen nicht mitgehen. Platz acht stellte den ehemaligen Moto3-Weltmeister dennoch zufrieden: "Gott sei Dank hatten wir heute Morgen ein Warmup im Nassen, sodass wir uns etwas an die Bedingungen herantasten konnten. Heute war ein Rennen, in dem es ums Überleben ging. Die Bedingungen waren extrem schwierig."

"Hinten war es okay, da mit dem Reifen, wenn er abbaut, nicht so viel passiert, abgesehen davon dass er durchdreht. Vorne hingegen war der Regenreifen immer kurz vorm Einklappen. Aber das war für alle gleich. Darum denke ich, dass es trotzdem ein solides Rennen war. Platz acht war in Ordnung. Bis zum vierten Sektor war ich noch Siebter und habe mit Anthony West gekämpft. Dann ist er noch an mir vorbeigezogen. Aber letztendlich ist es jetzt nicht so von Bedeutung, ob ich Siebter oder Achter geworden bin. Wichtig war, dass wir eine gute Platzierung eingefahren haben", so Cortese.

Schrötter trauert Top-5-Ergebnis hinterher

Tech-3-Pilot Marcel Schrötter zog nach Platz elf ein gemischtes Fazit: "Natürlich ist es schön wieder in den Punkterängen ins Ziel gekommen zu sein und ich freue mich auch darüber. Doch andererseits muss ich ganz klar sagen, dass in diesem Rennen mehr herauskommen hätte müssen, da ich im Regen normal sehr stark bin. Allerdings waren die Bedingungen nicht eindeutig, sondern halbnass, halbtrocken, weshalb das Ganze schwer einzuschätzen war."

"Doch heute Morgen während des Warmups kam es bereits zu einer komischen Situation. Ich kam im Nassen zwar schnell auf starke Rundenzeiten, doch ich musste bald feststellen, dass mit dem Heck irgendetwas nicht stimmte und mein Gefühl dafür nicht passte. Ich war deswegen sehr schnell in Sturzgefahr. In der Pause bis zum Rennstart haben wir fieberhaft eine Lösung gesucht, allerdings vergeblich", erklärt Schrötter.


Fotos: Moto2 in Silverstone


"In der Anfangsphase des Rennens auf nasser Piste war die Situation noch schlimmer. In fast jeder Kurve habe ich ohne etwas dazu beizutragen das Hinterrad verloren. Von dem her konnte ich am Anfang das Tempo überhaupt nicht mitgehen, was nach meinem super Start doppelt schade war. Erst mit zunehmend abtrocknender Piste wurde ich immer schneller. Meine Rundenzeiten waren sogar schneller als die der Gruppe, die bis auf Rang sechs nach vorne reichte. Leider war zu diesem Zeitpunkt der Zug längst abgefahren, um wieder aufzuholen und weiter nach vorne zu kommen."

"Wir müssen nun versuchen eine Lösung für das heutige Problem zu finden, um im Falle eines Regenrennens besser vorbereitet zu sein. Die Session heute Morgen hat gezeigt, wenn alles passt und ich mich wohler fühle mit dem Motorrad, dass ich im Regen in die Top 5 fahren kann. Deswegen bin ich mit Rang elf nicht restlos zufrieden, aber auch nicht enttäuscht. Es ist nur so, dass heute einfach mehr drinnen gewesen wäre für uns. Ich hätte bestimmt unter den ersten Zehn ins Ziel kommen können", grübelt Schrötter. "Aber in jedem Fall nehmen wir diesen Lichtblick mit nach Misano, wo wir umso härter weiter arbeiten werden. Unterm Strich war Silverstone ein positives Wochenende."

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