Indy 500 1993: War es eine Verschwörung gegen Nigel Mansell?

24 Jahre nach seinem unglücklichen dritten Platz beim Indy 500 1993 glaubt Nigel Mansell, dass ihm die Nordamerikaner den verdienten Sieg gestohlen haben

(Motorsport-Total.com) - Nigel Mansell weiß genau, wie es ist, als Formel-1-Weltmeister zum Indy 500 zu kommen. 1993 trat er, nach einem vertragsbeendenden Streit mit Frank Williams, sogar als amtierender Champion beim 500-Meilen-Rennen an. Und um ein Haar hätte er das größte Autorennen der Welt sogar als Rookie gewonnen!

Titel-Bild zur News: Nigel Mansell

Nigel Mansell kostete 1993 seine Unerfahrenheit den Sieg beim Indy 500 Zoom

Der Brite führte das 500 34 Runden lang an und hatte einen komfortablen Vorsprung, als Lyn St. James in der Schlussphase ausrollte. Es folgte eine Gelbphase, und beim Restart in Runde 184 (von 200) ließ sich der Rookie von den alten Hasen Emerson Fittipaldi und Arie Luyendyk überrumpeln. Die Restarts sind übrigens genau eines jener Themen, das Alonso am meisten fürchtet, wie er in seinem letzten großen Interview vor dem Start zugegeben hat.

Mansell beendete das Rennen 1993 schlussendlich als Dritter. "Das war reine Politik", äußert er nun in einem Interview mit der 'Mail on Sunday' den Verdacht, dass die alteingesessenen Nordamerikaner keinen Sieger aus der Formel 1 wollten. "Sie wollten nicht, dass ich gewinne. Ich weiß bis heute nicht, warum die Gelbphase kam, als ich in Führung lag, denn es gab keinen Unfall auf der Strecke."

"So konnten alle aufholen. Sonst hätte ich mit fünf Sekunden Vorsprung gewonnen. Hat halt nicht sollen sein", ärgert sich der heute 63-Jährige. Mansell gewann 1993 zwar die IndyCar-Meisterschaft und hängte 1994 eine weitere Saison bei Newman/Haas an, aber der Sieg beim Indy 500 blieb ihm versagt. Bei seinem zweiten Anlauf 1994 wurde er unverschuldet in eine Kollision verwickelt.


Indy 500 1993: So hat Nigel Mansell den Sieg verloren

Alonso traut er zu, das besser zu machen: "Ich finde das brillant für den Sport, und ich finde, es ist eine mutige Entscheidung", sagt er. "Einige seiner Interviews waren erstaunlich. Er hat zugegeben, dass es psychologisch etwas ganz anderes als in der Formel 1 ist, Turn 1 mit 230 mph voll zu fahren. Das Top-5-Quali war eine super Leistung von ihm, und ich erwarte ein ganz starkes Rennen von ihm. Wenn er und sein Team keine Fehler machen, kann er gewinnen. Das wäre eine tolle Sache für den Motorsport."

Zumal Mansell glaubt, dass der Umstieg aus dem Formel 1 in das IndyCar heute leichter ist als vor 24 Jahren: "Die Autos waren damals viel schwerer und hatten weniger Anpressdruck, als ich gewöhnt war. Es gab keine aktive Radaufhängung. Die Ovale haben mich krank gemacht. Ich war nicht auf dem Level, das ich von mir selbst erwartet hatte. Umso mehr bin ich stolz auf mich, dass ich die Umstellung trotzdem noch gemeistert habe", sagt er.

"Es sind schon freakige Umstände. Aber heute ist der Wechsel leichter", findet Mansell. "In diesem Technologie-Zeitalter werden die Autos von Computern abgestimmt, und die Ingenieure haben viel mehr Möglichkeiten, etwas Neues auszuprobieren. Darum tun sich junge Fahrer in der Formel 1 so leicht, weil sie im Simulator trainieren können."

"Indy", sagt er, "ist wie ein Langstreckenrennen, dreieinhalb Stunden im Auto. Aber Alonso ist ein erfahrener Mann und ein großer Champion."

"Er wird die Formel 1 würdig vertreten."

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