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Franchitti nimmt emotionalen Abschied

Der zurückgetretene Dario Franchitti gab seine erste Pressekonferenz: Verletzungen viel schlimmer, Nachfolgewunsch erfüllt, bleibt er bei Ganassi?

(Motorsport-Total.com) - Nach vier IndyCar-Titeln und drei Siegen im Indy 500 ist für Dario Franchitti die aktive Motorsport-Karriere zu Ende gegangen. Sein Horrorcrash von Houston Anfang Oktober gab letztlich den Ausschlag. Eine schwere Gehirnerschütterung, sowie Verletzungen an Wirbelsäule und Knöchel führten dazu, dass der 40-jährige Schotte seinen Rennfahrerhelm an den Nagel hängen muss. In Indianapolis gab er sich nun erstmals Einblick in seine Gedankenwelt.

Dario Franchitti

Dario Franchitti: Eine lange Rennfahrerkarriere ist zu Ende Zoom

"Nach der Empfehlung der Ärzte habe ich zwei Tage lang darüber nachgedacht, wie ich dies alles umgehen könnte", schilderte Franchitti. "Immerhin fuhr ich 2003 ein Rennen mit einer kaputten Wirbelsäule, bis die Doktoren dahinter kamen und mich ausgeschimpft haben. In meiner Karriere saß ich oft mit gebrochenen Knochen im Auto und daher war ich davon überzeugt, dass es doch irgendeinen Weg geben muss. Aber so war es nicht."

Gegenüber 'Racer.com' hatte Franchitti kurz zuvor geschildert, wie schwer seine Gehirnerschütterung wirklich war. Er berichtete dabei von "Gedächtnisverlusten" und flog zu einem Spezialisten nach Florida, der nach einem ausgiebigen Scan die erste Empfehlung zu einem Karriereende aussprach. Indy-Rennarzt Dr. Tremmel riet Franchitti zu einem Rücktritt aufgrund seiner zahlreichen Verletzungen an der Wirbelsäule.


Fotostrecke: Dario Franchitti: Bilder einer Karriere

Erst in den "vergangenen drei Wochen", so Franchitti, "ging es wieder bergauf." Doch das Karriereende war unvermeidbar. Sein Wunsch war es, dass Dauerkumpel Tony Kanaan die Ganassi-Startnummer 10 übernehmen würde, was vor ein paar Tagen dann auch umgesetzt werden konnte. "Ich habe sehr schnell feststellen müssen, wie sehr ich das alles vermissen werde", bekannte er. "Es war eine unglaublich schöne Zeit und für mich ein absolutes Privileg."

Keine Wehmut nach der Formel 1

Dass er keine Chance in der Formel 1 bekam, stört ihn nicht. "Die Leute haben mich immer gefragt, ob ich in meiner Karriere etwas bedauern würde und diese Frage war üblicherweise immer vom Thema Formel 1 begleitet. Aber ich bedaure nichts. Schottland wird immer meine Heimat sein, aber sobald ich in den USA an eine Strecke kam, war Amerika mein Zuhause." Nur soviel: "Ich wäre gerne einmal in Le Mans gefahren. Die größte Enttäuschung ist jedoch, dass der vierte Indy-Sieg nun nicht mehr kommen wird."

Tony Kanaan

Seit vielen Jahren "Best-Buddys": Tony Kanaan und Dario Franchitti Zoom

Doch vom Rennsport verabschieden will sich Franchitti nicht. Er möchte im Ganassi-Team bleiben: "Daran arbeiten wir und ich hoffe sehr, dass ich der Mannschaft erhalten bleibe. Eigentlich mache ich das schon, denn das Telefon von TK klingelt permanent und ich erzähle ihm alle meine Ideen." In Kanaans Haus verbrachte Franchitti auch die entscheidenden Tage rund um seinen Medizincheck. "Das war sehr schwierig", schilderte Kanaan. "Denn als mein bester Kumpel mir die Nachricht von seinem Rücktritt mitteilte, wusste ich nicht, was ich sagen sollte."

Natürlich würde es auch der amtierende IndyCar-Champion Scott Dixon gerne sehen, wenn Franchitti dem Ganassi-Team erhalten bliebe. "Das wäre großartig. Nicht nur für das Team, sondern auch für uns Piloten. Einen wie ihn, der so lange in der Mannschaft war, der soviel weiß und so viele Rennen gewonnen hat, findest du nicht mehr." Genauso klang Ganassi-Rennchef Mike Hull: "Darios Schatten ist riesig. Ich hoffe, dass er auch weiterhin für uns arbeiten wird."

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25.01. 21:15

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